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«Krieg ist manchmal notwendig»
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Jungem Barry ein Denkmal gesetzt
US-Präsident Barack Obama ist am Donnerstag nicht nur mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden: In der indonesischen Hauptstadt Jakarta, wo Obama in seiner Kindheit lebte, wurde feierlich eine Bronzestatue des jungen «Barry» enthüllt.
Eine örtliche Gruppe, die sich «Freunde von Obama» nennt, hatte die umgerechnet gut 1000 Franken teure Statue anfertigen lassen. Sie zeigt den damals zehnjährigen Obama, der eine Medaille um den Hals trägt und einen Schmetterling mit ausgestreckter Hand hochhält.
«Ein Junge namens Barry spielte mit seiner Mutter Ann im Menteng- Park», steht auf der Inschrift des zwei Meter hohen Denkmals. «Als Erwachsener wurde er 44. Präsident der Vereinigten Staaten und Friedensnobelpreisträger, Barack Obama.»
Der auf Hawaii geborene Obama lebte Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre in Jakarta, nachdem seine Mutter einen Indonesier geheiratet hatte. Der Menteng-Park liegt im Zentrum der indonesischen Hauptstadt, nur wenige Minuten von Obamas früherer Grundschule entfernt.
Der neue Friedensnobelpreisträger Barack Obama hält Kriege für unvermeidlich. «Krieg ist manchmal notwendig», sagte der US-Präsident bei der Verleihung des Preises am Donnerstag in Oslo.
«Wir müssen die harte Wahrheit anerkennen, dass wir während unseres Lebens gewaltsame Konflikte nicht ausmerzen werden», meinte Obama in seiner Dankesrede. Obama würdigte zwar gewaltlose Aktionen wie die von Mahatma Gandhi oder Martin Luther King. «Aber als Staatsoberhaupt, das geschworen hat, meine Nation zu schützen und zu verteidigen, kann ich mich nicht nur von deren Beispiel leiten lassen.»
Obama nutze weite Passagen seiner Rede, um Kritik an seiner Afghanistan-Politik grundsätzlich zu begegnen. «Eine gewaltlose Bewegung hätte Hitlers Armeen nicht gestoppt und Verhandlungen werden die Anführer von Al-Kaida nicht überzeugen, die Waffen niederzulegen.»
Die Vergabe des Preises an den US-Präsidenten, der gerade zusätzliche 30'000 Soldaten in den Afghanistan-Krieg schickt, war in den USA und international auch auf Kritik gestossen.
Komitee verteidigt Wahl
Das Nobelkomitee hatte die mit umgerechnet 1,45 Millionen Franken dotierte Auszeichnung für den US-Präsidenten mit dessen «aussergewöhnlichem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern» begründet. Hervorgehoben wurde insbesondere Obamas Vision einer Welt ohne Atomwaffen.
Während der feierlichen Zeremonie im Rathaus von Oslo, an der auch Norwegens König Harald V. und Königin Sonja teilnahmen, verteidigte das Nobel-Komitee noch einmal seine Wahl. Der Vorsitzende des Komitees, Thorbjörn Jagland, sagte, Obama selbst habe den Preis als einen «Aufruf zum Handeln» bezeichnet.
«Präsident Obama hat das norwegische Nobel-Komitee perfekt verstanden», sagte Jagland. Vom ersten Augenblick seiner Präsidentschaft an habe Obama versucht, ein kooperativeres Klima zu schaffen und die «Temperatur in der Welt zu senken». «Obama ist ein politischer Führer, der weiss, dass selbst die Mächtigsten verletzbar sind, wenn sie allein stehen.»
Obama bezeichnete die Auszeichnung als Ansporn und Ermutigung. Er könne denjenigen aber nichts erwidern, die darauf verwiesen, das andere Menschen «die Ehre sehr viel mehr verdient haben als ich». Es gebe Männer und Frauen rund um den Erdball, die im Gefängnis sässen und geschlagen würden, weil sie nach Gerechtigkeit strebten.
Als vorrangige Ziele nannte Obama eine Welt frei von Atomwaffen, effektive Massnahmen gegen den Klimawandel, die Stabilisierung Afghanistans und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus «im Einklang mit unseren Werten und Idealen». Einige Initiativen würden bereits Früchte tragen. «Aber wenn ich keinen Erfolg habe, kann dies kein Preis der Welt verschleiern.»
Demos gegen Obama
Mehrere hundert Demonstranten und Mitglieder von Friedensinitiativen demonstrierten während der Zeremonie in der Nähe des Rathauses von Oslo. Schon bei der Bekanntgabe des Preisträgers am 9. Oktober war in den USA und international kritisiert worden, dass Obama während seiner bisher nicht einmal einjährigen Amtszeit noch wenig Konkretes erreicht habe.
Der gut 24-stündige Kurzbesuch Obamas in Oslo stösst aber nicht nur wegen des Afghanistan-Entscheids auf Kritik. In der norwegischen Öffentlichkeit wird es auch als unhöflich angesehen, dass Obama das traditionelle Mittagessen des Nobelpreisträgers mit dem König abgesagt hat. Der Präsident wolle sich auch in Oslo seinen Regierungsgeschäften widmen, hiess es aus dem Weissen Haus.
Erstellt: 10.12.2009, 15:42 Uhr
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