Schweiz
Lehrer protestiert gegen TV-Show mit Stromstössen
Die TV-Reality-Show simulierte ein Spiel, bei dem ein Kandidat einem anderen tödliche Stromstösse verabreichte. Bei dem durch Stromstösse «gefolterten» Mann handelte es sich um einem Schauspieler, was die Teilnehmer jedoch nicht wussten. «Aus ethischen Gründen» reichte deshalb der Bieler Philosophielehrer Markus Waldvogel eine Beschwerde ein, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA bestätigte.
Die Würde der Täter sei verletzt worden, argumentierte er zudem in seinem Brief an den Ombudsmann. Der SDA liegt eine Kopie des Schreibens vor. In sämtlichen Fachbüchern werde darauf hingewiesen, dass bei psychologischen Experimenten alle Teilnehmenden geschützt werden müssten, selbst wenn sie die Rolle der Peiniger einnehmen, sagte Waldvogel.
Zudem kritisierte er, dass die Teilnehmer nicht maskiert gewesen waren. «Sie waren für alle erkennbar.» Der Philosoph bemängelte überdies, dass die Kandidaten nicht darüber aufgeklärt worden waren, dass es sich um ein Experiment handelte. Er verlangt deshalb, dass sich TSR öffentlich entschuldigt oder eine Berichtigung ausstrahlt.
Experiment aus den 60er Jahren
Ombudsmann Emanuel Schmutz bestätigte am Dienstag gegenüber der SDA den Eingang der Beschwerde. Er hat nun 40 Tage Zeit, sich mit der Thematik auseinander zu setzen.
Die Fernsehshow «Jeu de la mort» (»Spiel des Todes») nimmt die Idee eines wissenschaftlichen Experimentes aus den 60er Jahren auf. Ein Wissenschaftler hatte damals seinen Testpersonen befohlen, einem Mann Stromstösse zuzufügen. In Wahrheit handelte es sich beim vermeintlichen Opfer um einen Schauspieler.
In der Fernseh-Version gab die Moderatorin die entsprechenden Anweisungen. 80 Prozent der TV-Kandidaten waren bereit, dem «Opfer» tödliche Stromstösse zu verabreichen. (vin/sda)
Erstellt: 30.03.2010, 14:26 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




