Schweiz

Leuenberger befürchtet einen Kollaps der Schweizer Bahn

Aktualisiert am 04.10.2009 3 Kommentare

Bundesrat Moritz Leuenberger bekräftigt seine Kritik an den Sparplänen des Bundesrats. Und kündigt eine rigorose Verzichtsplanung an – mit Folgen für den Verkehr.

Lässt der Bundesrat den Verkehrsminister im Regen stehen? Leuenberger im vergangenen Juli vor einem Treffen der europäischen Verkehrsminister in Sedrun.

Lässt der Bundesrat den Verkehrsminister im Regen stehen? Leuenberger im vergangenen Juli vor einem Treffen der europäischen Verkehrsminister in Sedrun.
Bild: Keystone

Falls man bei den Infrastrukturen zu sparen beginne, drohe der Kollaps der Bahn und der Verkehrssysteme, sagte Leuenberger in einem Interview der Zeitung «Sonntag». Zurzeit rechne man mit den Kantonen aus, was die Sparmassnahmen konkret bedeuten würden. Klar sei, dass eine rigorose Verzichtsplanung nötig wäre.

Dringend gewünschte Projekte, so Leuenberger, könnte man vergessen. Dazu gehörten im Mittelland zum Beispiel der Ausbau der S-Bahn Zürich, verschiedene Doppelspurausbauten der BLS und der Ausbau der Streche von Bern nach Solothurn.

«SBB störungsanfälliger geworden»

Laut dem Bundesrat ist sein Departement von dem Sparpaket, das ab 2011 jährliche Einsparungen von 1,5 Milliarden Franken bringen soll, am stärksten betroffen. Leuenberger unterstützt SBB-Chef Andreas Meyer, der sagte, die Bahn benötige für die Infrastrukturerhaltung und den Unterhalt mehr als eine Milliarde Franken.

«Objektiv gesehen stimmt es, dass die SBB störungsanfälliger geworden sind», räumt der Verkehrsminister ein. Der Bund habe in den letzten Jahren viel in die Bahn investiert: «Und eine Folge davon sind höhere Unterhaltskosten». Weitere Mittel für die Bahn seien deshalb «unbedingt» nötig: «Wenn wir jetzt die nötigen Unterhaltsarbeiten nicht erledigen, kommt das später doppelt so teuer», so Leuenberger.

Folgen auch für den Strassenverkehr

Der Direktor des Bundesamts für Verkehr, Max Friedli, sagte in einem Interview der «Südostschweiz am Sonntag» zu den Folgen der Sparpläne des Bundesrats, man müsste die Subventionen für den Güterverkehr streichen oder die Abgeltungen an den Regionalverkehr kürzen. Das hätte zur Folge, so Friedli, dass viele Pendler auf die Strasse wechseln würden oder zu Stosszeiten noch stärker eingepfercht wären. (raa/ap)

Erstellt: 04.10.2009, 09:22 Uhr

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3 Kommentare

Nadine Binsberger

05.10.2009, 01:18 Uhr
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Was Sparen bei der Bahn bringt, kennen wir aus den Katastrophen von Paddington 1999 und Hatfield 2000 in Grossbritannien. Dort ging zwar der Sparwut eine Privatisierung voraus (Sparen aus Konkurrenzdruck). Aber das Sparen interessierts nicht, ob es privat oder staatlich gemacht wird. Der Verwahrlosungseffekt und damit der Sicherheitsverlust ist derselbe. Antworten


Kurt Gsell

05.10.2009, 09:39 Uhr
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Letzte Woche hat der Tagi klar aufgezeigt, was es jetzt braucht: 25 % höhere Beförderungspreise. Weniger Subventionswirtschaft. Auch beim ÖV ist Kostenwahrheit gefragt. Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.