Schweiz
Libyen «sehr erbost» über Polizeifotos – diplomatisch geht nichts mehr
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Nichts geht mehr, wie bundesratsnahe Quellen gegenüber der Zeitung «Sonntag» bestätigen. Libyen-Kenner Jean Ziegler erhebt schwere Vorwürfe an die Genfer Polizei, die die «Verbrecherfotos» von Hannibal der Presse zugespielt haben soll: «Die Art der Verhaftung und jetzt auch die Herausgabe der Fotos sind rassistisch motiviert», sagt Ziegler zum «Sonntag». «Die Polizeifotos werden von der Qadhafi-Familie als Demütigung empfunden.»
Wie die «NZZ am Sonntag» gestützt auf verlässliche schweizerische und libysche Quellen berichtet, hat Libyen nach der Publikation der Bilder den Geschäftsträger der Schweizer Botschaft in Tripolis zitiert und formell protestiert.
Ein geplantes Treffen mit der Schweiz ihm Rahmen der im libysch-schweizerischen Vertrag festgelegten Verhandlungen zur Normalisierung der Beziehungen liess Libyen platzen. Libyen warte nun die Resultate einer Untersuchung der Genfer Staatsanwalt ab, die klären soll, wie die «Tribune de Genève» in den Besitz der Fotos kommen konnte.
Neuer Tiefpunkt erreicht
Entsetzt über das Verhalten der Schweizer Medien generell im Fall Libyen ist die Familie von ABB-Manager Max Göldi, einem der beiden Schweizer Geiseln in Tripolis. Gemäss «Sonntag»-Informationen werfen seine Angehörigen den Medien vor, Öl ins Feuer zu giessen und so die Freilassung der Geiseln zu unterminieren.
Während die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern einen neuen Tiefpunkt erreicht haben, soll demnächst ein wichtiger libyscher Vertreter in die Schweiz kommen: Morgen Montag beginnt in Genf die ordentliche Session des Uno-Menschenrechtsrats - «und der Vizeaussenminister von Libyen ist ganz sicher dabei», sagt Jean Ziegler. Möglicherweise komme sogar der Aussenminister selber. Dass es am Rand dieser Veranstaltung zu Gesprächen mit der Schweiz kommt, ist sehr unwahrscheinlich. Das EDA wollte dazu keine Stellung nehmen. (bru)
Erstellt: 13.09.2009, 09:02 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




