Schweiz

Maurer will Probleme beim Geheimdienst mit zwei Millionen lösen

Aktualisiert am 07.07.2010 10 Kommentare

Bundesrat Ueli Maurer hat angekündigt, dass er die Probleme beim Nachrichtendienst möglichst rasch lösen will. Das Computersystem etwa wird komplett ersetzt.

Wollen aufräumen: Bundesrat Ueli Maurer (r.), Nachrichtendienstchef Roman Seiler.

Wollen aufräumen: Bundesrat Ueli Maurer (r.), Nachrichtendienstchef Roman Seiler.
Bild: Keystone

Um den immensen Pendenzenberg bei der Staatsschutz-Datenbank abzuarbeiten, will Bundesrat Ueli Maurer in den nächsten zwei Jahren 2 Millionen Franken einsetzen. Er teile die Kritik der Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel), sagte Maurer am Mittwoch vor den Medien in Bern bei der Präsentation des Jahresberichts des Nachrichtendienstes. Laut der GPDel hat der Nachrichtendienst die Daten von zehntausenden Personen gespeichert ohne zu prüfen, ob diese tatsächlich eine Gefahr für die Sicherheit der Schweiz darstellen.

Dass es Probleme gebe, habe sein Departement schon vor mehr als einem Jahr festgestellt, als der ehemalige Inlandnachrichtendienst (DAP) ins VBS übersiedelt wurde. Schon damals habe er den Auftrag für eine Inspektion gegeben und erste Massnahmen eingeleitet, sagte Maurer. Dieser Bericht sei ein Jahr später, im Februar 2010, vorgelegen und sei auch in den GPDel-Bericht eingeflossen.

«Es ist zu kompliziert»

Für die Aufarbeitung der Altlasten habe er für das laufende Jahr eine Million Franken freigegeben. Der gleiche Betrag sei für das Jahr 2011 vorgesehen. Maurer kündigte zudem an, dass er das Computersystem des Staatsschutzes ersetzen will. «Es ist zu kompliziert». Ausserdem bekräftigte Maurer, dass der Nachrichtendienst nun nach einer restriktiveren Linie fichiert.

Zudem kündigte Maurer noch für das laufende Jahr eine grundsätzliche Aussprache um den Nachrichtendienst im Bundesrat an. Es müsse geklärt werden, was der Nachrichtendienst können muss. Er kritisierte zudem, dass die Arbeit des Nachrichtendienstes während Jahren nicht von der Politik kritisiert worden sei. (sam/sda)

Erstellt: 07.07.2010, 16:32 Uhr

10

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

10 Kommentare

Rafael Sergi

07.07.2010, 16:40 Uhr
Melden

Nicht das Computersystem kann als Schwachstelle angesehen werden, eher die welche die Software für das schreiben und die welche diese Software aktuell halten und bedienen, verursachen ein Problem. Denke nicht, das es an Recouren wie Geld mangelt, eher an Intellegenz, wie man welche Daten Auswertet. Es kümmert heute niemanden mehr ob er Gefischt wurde oder nicht, vor 20 Jahren wars anderst. Antworten


alex Fankhauser

07.07.2010, 17:27 Uhr
Melden

Eine Datenbank kann nur so gut sein, wie die Personen, die die Bestände pflegen. Karteileichen nutzen niemandem, und machen das ganze nur unübersichtlich. Und ob die Lösung nur darin bestehen kann, ein neues Computersystem anzuschaffen, wage ich zu bezweifeln. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.