«Max Göldi gehts sehr schlecht»

Aktualisiert am 15.03.2010

Seit rund drei Wochen ist der Schweizer Max Göldi in Tripolis inhaftiert. Sein Anwalt richtet einen Appell an die Schweiz. Und ein europäischer Spitzenpolitiker reist nach Libyen.

Ein Leben zwischen Hoffen und Bangen: Max Göldi.

Ein Leben zwischen Hoffen und Bangen: Max Göldi.
Bild: Keystone

Max Göldi, der noch in Libyen festgehaltene Schweizer Geschäftsmann, ist in «sehr schlechter psychischer Verfassung». Dies sagte sein Verteidiger, Saleh Zahaf, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Er forderte die Schweizer Behörden auf, sich mit Nachdruck für den in einem Gefängnis in der libyschen Hauptstadt Tripolis Eingesperrten einzusetzen. Göldi wurde am 22. Februar in ein Gefängnis verlegt. Zuvor war er seit Juli 2008 von den Libyern festgehalten worden. Sein Leben verbringt Göldi zwischen Hoffen und Bangen.

«Alles ist möglich für Max Göldi», sagte am letzten Donnerstag der libysche Uno-Botschafter in Genf vor den Medien. Er betonte, dass Göldis Schicksal von den Gerichten abhängig sei. Das libysche Justizsystem sei unabhängig. Er schloss aber nicht aus, dass Staatschef Muammar Ghadhafi den Schweizer begnadigen könnte.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen könnten unter vier Bedingungen normalisiert werden, sagte der Botschafter zudem. Unter anderem müssten die Visa-Restriktionen für die nach libyschen Angaben über 180 Libyerinnen und Libyer aufgehoben werden.

Italiens Aussenminister in Tripolis

In der Visa-Krise wird ein weiterer europäischer Spitzenpolitiker in Libyen erwartet. Der italienische Aussenminister Franco Frattini reist an diesem Montag nach Tripolis. Ziel sei es, einen Ausweg aus der Krise zwischen der Schweiz und Libyen um die Blockierung von Schengen-Visa zu finden, von der auch die Europäische Union betroffen ist, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Frattini werde seinen libyschen Amtskollegen Moussa Koussa treffen. Italien unterhält mit dem nordafrikanischen Land enge Beziehungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene mit zahlreichen Abkommen - auch über Migration. Erst kürzliche waren Spaniens Aussenminister Miguel Angel Moratinos, zurzeit EU-Ratspräsident, sowie seine maltesischen und portugiesischen Amtskollegen, Tonio Borg und Luis Amado, zu Verhandlungen in Tripolis.

Wegen der Affäre um Hannibal, den Sohn von Libyens Machthaber Muammar Ghadhafi, in Genf im Sommer 2008 und der anschliessenden Festsetzung zweier Schweizer in Libyen hatte Bern mehr als 150 ranghohe Libyer zu unerwünschten Personen im Schengen-Raum erklärt. Libyen hatte im Gegenzug beschlossen, keine Visa mehr an Schengen-Bürger auszustellen. (vin/sda)

Erstellt: 15.03.2010, 09:29 Uhr

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