Schweiz
Merz kann Qadhafi in New York kontern
Aktualisiert am 14.09.2009 20 Kommentare
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In zehn Tagen treffen sich die Staats- und Regierungschefs zum alljährlichen Stelldichein am Uno-Hauptsitz in New York – unter libyschen Vorsitz. Die Rednerliste nimmt dabei langsam Konturen an, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt: Der libysche Diktator, der am 23. September zum ersten Mal überhaupt vor der Uno-Generalversammlung sprechen wird, steht an dritter Stelle, hinter Brasilien und den USA. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz wird folglich erst mehrere Stunden oder sogar einen Tag nach Qadhafi auftreten.
Dies wird der Schweizer Diplomatie eine Verschnaufpause geben, schreibt die NZZ. Es bleibt genug Zeit, um angemessen zu reagieren. Ungünstig wäre gewesen, wenn Merz gerade nach dem libyschen Potentaten hätte auftreten müssen – und allfällige Ausfälligkeiten direkt zu kontern hätte. Dies, weil Qadhafi innerhalb der Uno einen engen Vertrauen hat: Der Präsident der 64. Uno-Vollversammlung ist Ali Treki, der seit den Siebzigerjahren als Aussenminister, Botschafter und persönlicher Berater Qadhafis arbeitete.
Ist Schweiz ein Thema oder nicht?
Zwar sollte Treki als Vorsitzender für Ruhe und Ordnung sorgen, doch im Tumult der Eröffnungsdebatte sind dies laut der NZZ dehnbare Begriffe. Ob sich Qadhafi in seiner fünfminütigen Rede überhaupt der Schweiz widmen wird, ist allerdings nicht bekannt. Möglicherweise hat Qadhafi andere Prioritäten: Als Nachredner von US-Präsident Barack Obama wird er es vielleicht nicht lassen können, der Welt seine Sicht der Dinge zu lehren. (cha)
Erstellt: 14.09.2009, 09:06 Uhr
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