Schweiz

Migros hat keine Schutzmasken mehr

Von Roger Müller. Aktualisiert am 07.08.2009

Der Bund ruft dazu auf, Vorräte von Schutzmasken anzulegen. Bei der Migros sucht man die Hygienemasken seit letzter Woche vergeblich. Nachschub kommt erst Ende Monat.

Bei der Migros seit letzter Woche ausverkauft: Masken zum Schutz gegen die Grippe.

Bei der Migros seit letzter Woche ausverkauft: Masken zum Schutz gegen die Grippe.
Bild: Keystone

«Die Gestelle sind leer, die Lager sind leer, und wir werden momentan nicht beliefert», so beschreibt Migros-Sprecher Urs Peter Naef die Lage beim Grossverteiler. Die Nachfrage nach Schutzmasken, die vor der Verbreitung der Schweinegrippe schützen sollen, sei in den letzten zwei Wochen massiv gestiegen. Die Migros hatte extra Regale mit Hygieneartikeln aufgestellt. Seit letzter Woche sind sie halb leer. Der Detailhändler hat keine Masken mehr. Erst Ende August erwartet die Migros neue Ware.

Hauptlieferant 3M kann erst im September wieder liefern. Der weltweit tätige Konzern kommt mit dem Produzieren nicht mehr nach. Firmensprecher Daniel Schuler: «Wir produzieren rund um die Uhr. Weil die Nachfrage weltweit explodiert ist, reichen die Kapazitäten trotzdem nicht aus.» Derzeit werden in der Schweiz nur Spitäler und medizinisches Personal mit chirurgischen Hygienemasken beliefert.

Keine Lieferprobleme bei Coop

Besser sieht es bei Coop aus: «Derzeit können wir überall Schutzmasken anbieten. Es kann sein, dass sie in einzelnen Filialen ausgegangen sind. Diese werden aber innert Tagesfrist nachgeliefert», sagt Coop-Sprecher Nicolas Schmied. Im Gegensatz zum Multi 3M produziert Coop-Lieferant Promedical nur für die Schweiz. «Auch wenn der Bedarf noch etwas steigt, sollte es keine Engpässe geben», sagt Firmenchef Philip Steinhauer.

Die Migros betont, man habe nicht zu spät bestellt: «Wir haben weit vorausgeplant. Aber lange ist das Produkt ein Ladenhüter gewesen. Wir verkauften 30 Packungen pro Woche. In letzter Zeit waren es 2000 Packungen pro Tag. Solche Verkaufswellen sind schwierig vorherzusehen.» Man habe auch nicht auf den falschen Lieferanten gesetzt. Migros habe über Internet-Auktionen andere Lieferanten gesucht. «Keiner der Anbieter konnte uns unser Produkt vor September liefern», sagt Urs Peter Naef.

Günstige Masken sind Mangelware

Unterschiede gibt es je nach Preis der Maske. Bei den günstigen hätten auch Apotheken Engpässe, sagt Franklin Schatzmann, Geschäftsleitungsmitglied der Dropa-Drogerien und Apotheken Dr. Bähler. Von drei Grossisten könne nur einer liefern: «Wir können derzeit unseren Filialen keine günstigen Hygienemasken bieten. Wir bekommen erst nächsten Montag neue Ware.» Teurere Modelle seien problemlos erhältlich. Pharma-Grossist Galexis bestätigt, dass gewisse Modelle nicht immer verfügbar sind und Kunden manchmal auf andere Masken umsteigen müssen.

Wer jetzt noch keine Masken hat, soll welche kaufen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält an seiner Empfehlung fest, die seit der Vogelgrippe vor zwei Jahren gilt: Jede Person soll einen Vorrat von 50 Schutzmasken anlegen. «Das liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen», sagt BAG-Sprecher Jean Louis Zürcher.

Keine Abgabe bei Ärzten

Die Schutzmasken verhindern Tröpfcheninfektionen. «Sie sind vor allem dazu geeignet, zu verhindern, dass jemand, der erkrankt ist, andere Leute ansteckt», sagt Urs Rüegg, Sprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich. Wer erkrankt ist und keine Masken vorrätig hat, soll zu Hause bleiben und sich strikt an die Hygienevorschriften halten. Das heisst: regelmässig und gründlich die Hände waschen, möglichst grossen Abstand zu anderen Personen einhalten, in Taschentücher niesen und husten und diese sofort wegwerfen. Es sei nicht vorgesehen, dass Ärzte Masken für den Privatgebrauch abgeben. «Die Maskenvorräte bei Ärzten sind für Angestellte und Patienten in der Praxis gedacht – zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung», so Rüegg. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.08.2009, 07:19 Uhr

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