Schweiz

Militär startet Gross-Mobilisierung für das WEF

Aktualisiert am 25.01.2012 91 Kommentare

Die Armee unterstützt das WEF seit den 80er-Jahren. Bis 5000 Soldaten können eingesetzt werden. Die Mehrkosten gegenüber einem normalen Militäreinsatz bewegen sich im Millionenbereich.

1/6 Übernehmen vor allem Bewachungs- und Sicherungsaufgaben: Soldaten im diesjährigen Einsatz für das WEF.
Bild: Keystone

   

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Auch dieses Jahr unterstützt die Schweizer Armee die zivilen Behörden am World Economic Forum (WEF) in Davos am Boden und in der Luft. Bis 5000 Soldaten können eingesetzt werden. Eine besondere Herausforderung dieses Jahr sind die Unmengen von Schnee.

Das WEF findet zwar in Davos statt. Das Einsatzgebiet der Armee umfasst aber mit Ausnahme des Engadins, des Oberlandes und Mittelbündes grosse Teile des Kantons Graubünden, wie der Chef der Bodentruppen, Divisionär Marco Cantieni, vor Medienleuten in Thusis sagte.

Koordination von Thusis aus

Thusis ist das militärische Nervenzentrum. Von dort aus unterstützt die Armee die Polizei und zivilen Behörden. Sicherungseinsätze am Boden und in der Luft gehören dazu, ebenso Lufttransporte von völkerrechtlich geschützten Personen und Material. Zudem leisten die Soldaten Aufbauarbeiten für das WEF.

Eine besondere Herausforderung war dieses Jahr der viele Schnee. «Es hat noch nie so viel Schnee gelegen, wir hatten gewisse Schwierigkeiten», sagte Divisionär Cantieni. Bis 18 Kilometer Drahtzaun verlegt waren, musste zuerst tüchtig geschaufelt und geräumt werden.

90 Prozent Milizsoldaten

Maximal 5000 Armeeangehörige können für Bewachungs- und Sicherungsaufgaben herangezogen werden. 4000 wurden letztes Jahr aufgeboten, 3500 stehen derzeit im Einsatz, wie Divisionär Jean-Marc Halter, Chef des Führungsstabes, erklärte. 90 Prozent davon sind Milizen.

Der Dienst für das WEF, der 1,5 Millionen Franken mehr kostet als die Wiederholungskurse der aufgebotenen Soldaten, ist für die Armee zu einer fixen Aufgabe geworden. Divisionär Halter sprach von der grossen Herausforderung, «dass die Routine die Wachsamkeit nicht beeinträchtigt».

Der Bundesrat qualifizierte den Weltwirtschaftsgipfel im Jahr 2000 wegen seiner Bedeutung für die internationalen Interessen der Schweiz als ausserordentliches Ereignis. Der Auftrag der Armee läuft dieses Jahr aus und muss durch die Landesregierung und das Parlament erneuert werden.

Erster Einsatz für einen Freiheitskämpfer

Die Armee hatte das WEF schon in den Achtziger Jahre unterstützt. Es war im Jahr 1985, als die Luftwaffe den damaligen palästinensischen Freiheitskämpfer Yassir Arafat (1929-2004) in einer Alouette vom Flugplatz in Dübendorf ans Jahrestreffen nach Davos flog.

Zwei Kampfjets des Typs F/A-18 sowie zwei PC-7-Flugzeuge stehen dieses Jahr einsatzbereit. Die Wahrung der Lufthoheit sei die Hauptaufgabe, sagte Divisionär Bernhard Müller, Chef Einsatz Luftwaffe.

Der Luftraum über Davos ist während der Dauer des Wirtschaftsgipfels gesperrt. Unterstützt wird die Schweizer Armee in der Überwachung durch die österreichische Luftwaffe.

Nach dem WEF ist vor dem WEF

Fünf Mal wurde letztes Jahr die Sperre des Luftraums verletzt. In vier Fällen wurden die Piloten verurteilt und bekamen Bussen von rund 2000 Franken aufgebrummt. Luftraumverletzungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder Bussen bis zu 10'000 Franken geahndet.

Zum letzten Mittel, dem Abschuss eines Eindringlings, musste die Luftwaffe noch nie greifen. Den Befehl dazu müsste Armeeminister Ueli Maurer geben, der vor einem solchen Entscheid mit dem Militärpiloten sprechen kann, der direkt in das Geschehen involviert ist.

Wenn das diesjährige WEF am Sonntag endet, analysiert die Armee ihren Einsatz und zieht Lehren für das nächste Mal. «Nach dem WEF ist vor dem WEF», sagte Divisionär Halter. (mrs/sda)

Erstellt: 23.01.2012, 21:52 Uhr

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91 Kommentare

Andreas Müller

23.01.2012, 23:06 Uhr
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Ich hoffe nur dass der Organisator des Wef`s für die entstehenden Kosten selber Aufkommt. Das WEF ist und bleibt nun mal eine private Party und darum darf der Steuerzahler nicht für die entstehenden Kosten den Kopf hinhalten. Antworten


Carlo Müller

23.01.2012, 23:25 Uhr
Melden 104 Empfehlung

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Armee für die Sicherheit am WEF sorgt. Es ist aber höchste Zeit, dass nicht der Steuerzahler sondern das WEF für die Mehrkosten aufkommt. Schliesslich handelt es sich dabei um eine private Veranstaltung. Antworten



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