Schweiz
Morddrohungen wegen Findelhund Funny
Von Antonio Cortesi, St. Gallen. Aktualisiert am 22.06.2009
Daniel Bühler, Stadtpräsident
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In den Internetforen gehen die Emotionen hoch. Von «Mördern» und «Monstern» ist die Rede, denen man das gleiche Schicksal wünscht wie der einjährigen Hündin Funny. Auf Facebook hatte sich schon letzte Woche eine Funny-Gruppierung gebildet, in welcher der Stadtpräsident von Altstätten und der Tierschutzbeauftragte der Stadt mit Foto zum Abschuss freigegeben wurden. Die Gruppierung zählte am Montag bereits über 3500 Mitglieder. Und nun trafen bei der Stadt sogar mehrere anonyme Morddrohungen ein.
Ermittlungen bisher ohne Erfolg
Was war mit Funny geschehen? Das herrenlose Mischlingstier, das keinen vorgeschriebenen Mikrochip trug, wurde in der Rheintaler Gemeinde von der Polizei aufgegriffen und in ein Tierheim gebracht. Bereits nach neun Tagen holte der Tierschutzbeauftragte die Findelhündin aber wieder ab und erschoss sie. Dieses Vorgehen ist gemäss dem sankt-gallischen Hundegesetz in besonderen Fällen zwar erlaubt, widerspricht aber dem eidgenössischen Zivilgesetzbuch. Der Schweizer Tierschutz kritisierte die Behörden denn auch heftig. Er hält auch die Tötungsart für widerrechtlich.
Wegen der Morddrohungen hat die St. Galler Staatsanwaltschaft jetzt aufgrund einer Anzeige der Stadtbehörde eine Untersuchung eröffnet. Laut dem zuständigen Untersuchungsrichter Manfred Moser sind die Ermittlungen bisher aber ohne Erfolg geblieben.
Menschenhatz
Stadtpräsident Daniel Bühler ist ob der jüngsten Entwicklungen im Fall Funny erschüttert. «Eine solche Menschenhatz haben wir noch nie erlebt.» Täglich träfen aus der ganzen Schweiz Dutzende von ehrverletzenden Mails und Telefonaten ein. Militante Tierschützer deponierten Schmähbotschaften und forderten ultimativ nicht nur die Entlassung des Tierschutzbeauftragten, sondern auch Bühlers sofortigen Rücktritt. In Mails, die auch den Medien zugespielt werden, fordern aufgebrachte Tierliebhaber sogar die nationale FDP auf, den freisinnigen Politiker aus dem Amt zu jagen.
Kommt hinzu, dass bei der Polizei mehrere Anzeigen gegen die Stadtbehörde eingegangen sind – wegen Tierquälerei, Amtsanmassung und auch Sachbeschädigung. Ob gegen den Tierschutzbeauftragten disziplinarische Massnahmen ergriffen werden, wolle man prüfen, sagt Bühler. «Vorerst müssen wir aber unsere eigenen Leute schützen.» Die Stadt habe angesichts der zahlreichen Drohungen ein Sicherheitsdispositiv erstellt.
«Solche Militanz schadet unseren Anliegen»
Die überbordende Protestwelle gibt inzwischen selbst den Tierschutzorganisationen zu denken. «Solche Militanz schadet unseren Anliegen», sagt Jakob Lichtensteiger, Vizepräsident des St. Galler Tierschutzvereins. Die Stadt Altstätten ihrerseits will das Gespräch mit Vertretern des Tierschutzes suchen. «Das Ziel ist die Ausarbeitung einer Vereinbarung über den zukünftigen Umgang mit Findeltieren», sagt Bühler. Verwaltungsintern habe man die Prozesse bereits überprüft und entsprechende Anweisungen erteilt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.06.2009, 22:42 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





