Schweiz
Mubarak hat noch viel mehr Geld in der Schweiz als bisher bekannt
Aktualisiert am 26.07.2012 18 Kommentare
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In der Schweiz sind weitere Gelder des früheren ägyptischen Machthabers Hosni Mubarak und seiner Entourage entdeckt und gesperrt worden. Die gesamte Summe der eingefrorenen Gelder des Mubarak-Clans beläuft sich nun auf knapp 700 Millionen Dollar. Einen entsprechenden Bericht von 20 Minuten Online bestätigte Jeannette Balmer, Sprecherin der Bundesanwaltschaft (BA), gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Bis anhin war bekannt gewesen, dass seit Februar 2011 und dem Sturz Mubaraks 410 Millionen Franken (zum heutigen Kurs 413 Millionen Dollar) an Vermögenswerten von ihm und seinem Umfeld in der Schweiz blockiert waren.
Genaueres zu den zusätzlich gefundenen Vermögenswerten war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen. «Die neue Zahl beinhaltet die Sperrungen aufgrund der bundesrätlichen Verordnung, des nationalen Strafverfahrens und der laufenden Rechtshilfeverfahren», teilte Balmer auf schriftliche Anfrage der sda mit.
Strafverfahren unter anderem wegen Geldwäscherei
Wie jedoch bereits bekannt war, geht die BA bei dem nationalen Strafverfahren gegen mehrere Personen des Mubarak-Umfelds wegen Geldwäscherei sowie Zugehörigkeit und Unterstützung einer kriminellen Organisation vor. In diesem Rahmen hatte die BA Ägypten als Privatkläger zugelassen.
Bei den bisher bekannten 410 Millionen Franken handelt es sich zu einem grossen Teil um Gelder von Mubaraks Söhnen Alaa und Gamal. Diese hatten gemäss verschiedenen Medienberichten vom Herbst 2011 rund 303 Millionen Franken auf Schweizer Bankkonten deponiert.
Mubarak-Söhne in Ägypten erneut vor Gericht
Beide Söhne stehen zudem seit Anfang Juli in Ägypten erneut wegen Korruption vor Gericht. Ihnen und sieben weiteren Angeklagten werden in dem neuen Prozess Insidergeschäfte vorgeworfen. Die Mubarak-Söhne standen bereits in einem international stark beachteten Prozess gegen ihren Vater vor Gericht.
Die Anklagen wegen Korruption wurden damals zwar wegen Verjährung fallengelassen, aufgrund des neuen Verfahrens blieben die beiden Brüder aber in Haft. Ihr 84-jähriger Vater war Anfang Juni wegen der Anordnung tödlicher Gewalt gegen Demonstranten bei den Protesten gegen das Mubarak-Regime im Frühjahr 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
(mw/sda)
Erstellt: 25.07.2012, 23:11 Uhr
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18 Kommentare
Macht sich die Schweiz bzw. vor allem die Schweizer Banken gegenüber anderen Staaten nicht lächerlich und zeigt eine gewisse Hilflosigkeit, wenn solche Informationen von den Medien aufgeschnappt und verbreitet werden ? Es sollte doch aufgrund von Rechtshilfegesuchen jeder betroffenen Bank klar sein, was diese zu tun hat. Solche Vorfälle bringen m.E. auch laufende Steuerabkommen ins Wanken. Antworten
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