Schweiz
«Munition vernichten, Treibstofflager leerfahren»
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Warum nicht das Volk befragen, wenn man nicht mehr weiterkommt? Als Souverän soll es über die wichtigsten Fragen entscheiden, welche die Schweiz betreffen. Nun liebäugelt auch VBS-Chef Ueli Maurer mit dieser Variante. Und zwar für die seiner Meinung nach nötige Aufstockung des Armee-Budgets. Maurer schwebt eine Verfassungsgrundlage für eine gesicherte Armeefinanzierung vor – zum Beispiel 1 Prozent des Bruttoinlandproduktes –, und dafür brauchts eine Abstimmung. Unterstützung erhält der Bundesrat von den Offizieren. Diese überlegen sich die Lancierung einer entsprechenden Volksinitiative.
Ob aber Mehrheiten im Volk für eine Erhöhung des Armee-Budgets zu erreichen sind, ist höchst fraglich. Schaut man sich die Leserkommentare an, welche als Reaktion auf das neuerliche Klagen Maurers bei baz.ch/Newsnet geschrieben wurden, fällt vor allem eins auf: Noch immer hat die Armee in weiten Kreisen das Image eines Leerlauf-Betriebes und weist somit wohl erhebliches Sparpotenzial auf.
Nicht vollbesetzte Panzer
«Die Bevölkerung steht zwar nach wie vor hinter der Armee – aber mehr Geld dafür ausgeben wird wohl niemand, der Dienst geleistet hat. Die Erinnerung an Leerläufe und Geldverschwendung im grossen Stil – zum Beispiel Munition vernichten oder Treibstofflager leerfahren – haben geprägt», schreibt ein Leser. Ein anderer moniert, es hätte jeweils genug Fahrzeuge für Übungen. «In meinem WK fällt es unserem Zug jeweils schwer, alle Fahrzeuge zu füllen. Für eine Gruppe mit 16 Soldaten erhalten wir 5 Panzer. Pro Panzer gibt das sage und schreibe 3,2 Personen.» Die Mindestbesatzung würde so aber nicht erreicht.
Auch dieser Leser scheint keinen Mangel zu sichten, im Gegenteil: «Bin soeben im WK und wenn ich sehe, was hier läuft, kann es nicht zu wenig Geld haben.» Er fragt sich, warum er als Mechaniker «sinnlos 300 Schuss verpulvern» muss.
«Sinnlose Verschwendung»
Nicht nur beim Volk, auch aus dem Parlament hat Maurer für sein Klagen harsche Kritik geerntet. Und die Befürworter einer Erhöhung des Armeebudgets in National- und Ständerat will ein Leser «mal inkognito als Soldat in einen WK» schicken. Der Begriff «sinnlose Verschwendung» erhalte da «mehr als eine neue Dimension».
Natürlich sind das alles Berichte, die jeweils nur Einzelsituationen darstellen und keineswegs einen Gesamtüberblick zum Zustand der Armee erlauben. Diesen hat einzig die Armeeführung. Trotzdem scheint aber das Bild des Leerlaufs weit verbreitet. Und solange dieses vorherrscht, dürfte ein Urnengang für Maurer kaum zu gewinnen sein.
Warten auf den Armee-Bericht
Vermutlich sollte sich der VBS-Chef den Kommentar dieses Lesers zu Gemüte führen: «Das ganze Gezerre im VBS ist schlecht für die Schweiz.» Vor der Regelung der Finanzierung sollte das Land zuerst klären, welche Armee es eigentlich braucht. Der Armee-Bericht lässt grüssen. Er soll in den kommenden Wochen kommen und in all den Fragen zur Armee den Weg weisen. (cpm)
Erstellt: 31.08.2010, 15:00 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





