Schweiz
Nach Festnahme in Disco: SP-Politikerin Garbani tritt zurück
Hat sich nicht immer im Griff: Valerie Garbani. (Bild: Keystone)
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Die Neuenburger SP-Politikerin Valerie Garbani tritt auf Ende September 2009 aus der Stadtregierung zurück. Dies gab sie am Sonntagabend bekannt, nachdem Berichte über neue Probleme Garbanis mit der Polizei verbreitet worden waren.
Am frühen Samstagmorgen soll die Polizei in einer Diskothek wegen der SP-Politikerin interveniert haben. Drei Polizeibeamte führten sie gegen 3 Uhr morgens ab. Da es sich um eine delikate Angelegenheit handle, könne er sich nicht zu Details äussern, sagte Philippe Schucany von der Neuenburger Polizei. Gemäss einem direkten Zeugen, welcher der Nachrichtenagentur SDA bekannt ist, protestierte Garbani vehement und sagte, sie habe nichts gemacht.
Garbani dementiert gesundheitliche Probleme
In der von der Neuenburger Stadtkanzlei verbreiteten Rücktrittserklärung begründete Garbani ihren Schritt mit dem Willen, ihre Familie, ihre Freunde, ihre Partei und ihre Kollegen in der Stadtregierung sowie sich selber zu schützen. Sie habe mit keinerlei gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, sei aber ihrem Versprechen regelmässiger Arztkonsultationen nachgekommen, heisst es im Rücktrittsschreiben von Garbani.
Sie habe nach dem im Frühjahr 2008 auf sie ausgeübten Druck nicht mehr die Kraft, sich neuem Druck auszusetzen. Sie wolle nicht in einer Depression versinken. Nur ein Rückzug aus der Politik und eine Rückkehr in die Anonymität könne ihr wieder zum Gleichgewicht verhelfen. Ihr Rücktritt erfolge auf den 30. September, erklärte Garbani im Schreiben weiter. Das ermögliche ihr, sich beruflich neu auszurichten. Ihr Nachfolger könne sich in aller Ruhe einarbeiten. Schliesslich teilte Garbani in ihrem Schreiben mit, die vorliegende Information sei die einzige für die Medien.
Verurteilt und glanzvoll wiedergewählt
Valerie Garbani hatte in den letzten Jahren wiederholt mit exzessivem Alkohol- und Medikamentenkonsum für Aufsehen gesorgt. Sie musste sich im letzten Jahr wegen Beleidigung und Bedrohung gegen zwei Polizeibeamten vor Gericht verantworten. Das Gericht verurteilte sie zu einer auf zwei Jahre bedingten Geldstrafe zu 30 Tagessätzen à 150 Franken. Zudem musste sie 400 Franken Busse und 400 Franken Verfahrenskosten bezahlen. Davor war sie bereits wegen anderer Vorfälle in die Schlagzeilen geraten.
Trotz ihrer Eskapaden schaffte Garbani im letzten April mit einem glanzvollen Resultat die Wiederwahl in den Neuenburger Stadtrat. Sie gelobte Besserung und versprach, eine Therapie zu absolvieren. Ihre Partei sprach ihr das Vertrauen aus, gab ihr aber auch zu verstehen, dass weitere Vorfälle nicht toleriert würden. (vin/sda/ap)
Erstellt: 16.03.2009, 08:29 Uhr
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