Schweiz

«Nichts wie weg von den Pleitegeiern»

Aktualisiert am 23.06.2010 401 Kommentare

Die Idee eines SVP-Nationalrats, die Schweiz mit Baden-Württemberg, Elsass oder Vorarlberg zu vergrössern, stösst im Ausland auf lebhaftes Interesse. Umfragen von Zeitungen zeigen überraschende Resultate.

1/10 Zwei Männer aus dem Gruyerzer Gebiet rauchen Pfeife auf dem Dorfplatz in Schwyz beim Eidgenössischen Trachtenfest am Samstag 5. Juni 2010.
Bild: Keystone

   

Das benachbarte Ausland

Die zehn Nachbarregionen, die die SVP-Motion der Schweiz einverleiben will, sind: Elsass, Baden-Württemberg, Vorarlberg, Region um Bozen, Varese, Aosta, Savoyen, Hochsavoyen, Ain und Französischer Jura. «Das Schweizer Demokratiemodell liegt vielen Nachbarvölkern sehr nahe», heisst es in der Begründung der Motion von Dominique Bättig.

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Mit einer Motion hat der jurassische SVP-Nationalrat Dominique Bättig für Aufsehen gesorgt. In seinem Vorstoss, der immerhin von 26 Nationalräten unterschrieben worden ist, fordert Bättig den Bundesrat auf, Vorkehrungen zu treffen, um eine «erleichterte Integration grenznaher Regionen als Schweizer Kantone» zu erwirken. Im Klartext: Die Schweiz soll um zehn Grenzregionen mit 17 Millionen Einwohnern erweitert werden.

Die Idee von SVP-Nationalrat Bättig ist zwar in der politischen Diskussion rasch als politischer Jux und Unsinn abgetan worden. Bei Medienumfragen im benachbarten Ausland resultierten aber auch überraschende Ergebnisse. In einer Online-Umfrage der süddeutschen Zeitung «Südkurier» sprachen sich über 60 Prozent für eine Schweizer Übernahme von Baden-Württemberg aus. Die Leserkommentare geben auch Hinweise auf die Motive der Möchtegern-Schweizer. «Nichts wie weg von den Pleitegeiern aus Berlin», hiess es in einem Kommentar im Forum des «Südkuriers». «Die Schweizer sind uns von der Mentalität her näher», schrieb ein anderer Leser.

Como: 74 Prozent für Schweiz-Beitritt

Auch im benachbarten Val D'Aosta und in den lombardischen Provinzen Como und Varese scheint die Sympathie für die Schweiz recht gross zu sein. Die Online-Umfrage einer Zeitung aus Como zeigt, dass 74 Prozent der über 2500 Umfrageteilnehmer der Schweiz beitreten würden. Das Umfrageresultat widerspiegelt durchaus die Idee der separatistischen Lega Lombarda von Umberto Bossi, die möglichst weit weg von Rom sein will und Teile Norditaliens am liebsten mit dem Tessin fusionieren würde.

Auch in österreichischen Online-Medien wird der Beitritt von Vorarlberg zur Schweiz mehrheitlich positiv kommentiert. «Vielleicht wären die Vorarlberger gar nicht so traurig darüber, endlich der korrupten EU-Diktatur entkommen zu können», heisst es in einem Leserkommentar auf der Webseite der Boulevardzeitung «Österreich». Auf der Plattform von «Vorarlberg online» werden die Vorteile der Schweiz aufgezählt: «Gestandene Politiker, von denen wir in unserem Österreich und der EU nur noch träumen können, geordnete Staatsfinanzen, höherer Lebensstandard, Probleme werden in der Schweiz gemeinsam mit dem Volk gelöst etc.»

Skeptische Aufnahme der SVP-Idee im Elsass

Weniger gross ist die Schweiz-Begeisterung im Elsass. Da gibt es auch ablehnende Stellungnahmen zur Idee aus der SVP. In einem Online-Kommentar der Zeitung «L'Alsace» schreibt ein Leser, dass der Psychiater verrückt geworden sei. Damit spricht er die Tatsache an, dass der SVP-Motionär Bättig von Beruf Psychiater ist. Und in einem anderen Kommentar ist zu lesen, dass die Schweiz bereits heute grosse Mühe bekunde, mit den Problemen rund um den Röstigraben fertig zu werden. (vin)

Erstellt: 22.06.2010, 16:05 Uhr

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401 Kommentare

Michael Barcula

21.10.2010, 00:02 Uhr
Melden 3 Empfehlung

100% dafür... Komme aus Ba-Wü und habe überhaupt keine Lust mehr, dass Ba-Wü und Bayern für die anderen Länder die Schulden nehmen müssen Elsaß, Lothringen, Ba-Wü, Bayern, Schweiz, Franche-Comté, Liechtenstein und Norditalien wären ein idealer Staat, in dem es kaum Arbeitslosigkeit und hohen Wohlstand gäbe... leider wird es nie soweit kommen :( Antworten


Daniel Signer

23.06.2010, 11:58 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@Adrian A. Baumann: Das könnten sie heute schon wenn sie wirklich wollten. Nur, so blöd werden auch diese Kantone nicht sein, sich einem Modell anzuschliessen wo sie noch weniger zu sagen, dafür aber viel mehr zu bezahlen hätten. Wann begreifen die linken EU-Freaks dass sich der Wind gedreht hat? Antworten



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