Schweiz

Noten-Guillotine für Deutsche an Schweizer Unis

Aktualisiert am 22.08.2011 53 Kommentare

Ab sofort gelten für Deutsche verschärfte Aufnahmebestimmungen an Schweizer Unis. Deren Rektoren haben einen Numerus clausus abgesegnet: Nur die Besten sollen in die Schweiz kommen.

Hier kommen Deutsche ab sofort nur noch mit einem Notendurchschnitt von 5,0 rein: Hörsaal an der Uni Zürich.

Hier kommen Deutsche ab sofort nur noch mit einem Notendurchschnitt von 5,0 rein: Hörsaal an der Uni Zürich.
Bild: Keystone

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Die Schweizer Universitäten reagieren jetzt mit einer Aufnahme-Bremse auf den Zustrom an Studierenden aus Deutschland. Sie führen auf das im September beginnende Herbstsemester Zulassungsbeschränkungen für Deutsche ein. Neu müssen diese auch von einer deutschen Hochschule zugelassen sein. Für alle anderen deutschen Bewerber gilt ab sofort eine Noten-Guillotine, wie die Zeitung «Der Sonntag» meldet.

Die Universitäten Zürich und Bern verlangen ein Abitur mit Notenschnitt 2, das entspricht in der Schweiz der Note 5. An den Universitäten Basel, Freiburg, Genf, Lausanne, Luzern und Neuenburg liegt die Aufnahmehürde bei der Mindestnote 2,5 respektive einem Viereinhalber auf der Schweizer Notenskala.

«Wir wollen nicht jeden»

Die verschärften Zulassungsbedingungen hat eine Arbeitsgruppe der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus) erarbeitet. «Die Regelung steht im Licht der Qualitätssicherung», sagt Crus-Präsident Antonio Loprieno: «Wir sind offen für ausländische Studenten. Aber wir wollen nicht jeden, sondern die guten Leute.» Die Universitäten führen die verschärften Zulassungsbedingungen schweizweit ein. Nur die Universität St. Gallen (HSG) und das Tessin haben anderslautende Bestimmungen.

Bisher, so die Zeitung «Der Sonntag», war es für Deutsche einfacher, in der Schweiz einen Studienplatz zu erhalten als in ihrer Heimat. «In Deutschland gibt es für viele Fächer einen Numerus clausus», sagt Thomas Tschümperlin vom Rektoratsdienst der Universität Zürich: «Mit den neuen Zulassungsbedingungen wollen wir verhindern, dass wir zur Ausweich-Universität für jene Studierenden werden, die in Deutschland die Voraussetzung für einen Studienplatz nicht erfüllen.»

Der Druck auf die Schweiz wird sich wegen doppelten Abiturjahrgängen und der Aussetzung der Wehrpflicht weiter verstärken. Derzeit fehlen in Deutschland noch 50'000 Studienplätze. An der Universität Zürich erhöhten sich die Anmeldungen von Deutschen gegenüber dem Vorjahr bereits um 20 Prozent. Dies sage jedoch noch nichts darüber aus, wie viele Deutsche ihr Studium in der Schweiz tatsächlich antreten würden, sagt Tschümperlin dem «Sonntag». Denn die Studienplätze für das Herbstsemester würden in Deutschland erst jetzt vergeben. Derzeit studieren rund 10'000 Deutsche an Schweizer Universitäten.

Erstellt: 21.08.2011, 10:46 Uhr

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53 Kommentare

Elvira Gugger

21.08.2011, 13:04 Uhr
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Bei diesem einseitigen Zuwanderungssaldo müssen Massnahmen ergriffen werden. Nur sind die verlangten Notendurchschnitte viel zu tief angesetzt. In Deutschland, wo fast jeder Abitur macht, wird auch fast jeder einen Notenschnitt von 4.5 vorweisen können. Wenn also Massnahmen, dann solche, die greifen. Schlussendlich gehts ja auch darum, für unsere Jugendlichen einen Numerus Clausus abzuwenden. Antworten


Marco Schön

21.08.2011, 12:35 Uhr
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Der Ansatz zielt in die richtige Richtung. Studentische Mobilität ja - aber die Quantität darf nicht auf die Qualität drücken. Der Wanderungssaldo fällt zu stark "zugunsten" der Schweizer Unis aus. Wir können indes nicht die Universität für die halbe EU sein. Wer soll das bezahlen? Aber klar lancieren die Uni-Kantone damit ein neues, heisses Gesprächsthema für den gemischen Ausschuss CH/EU... Antworten



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