Schweiz
«Nützlich und populär» – Google verteidigt Street View
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 23.08.2009 13 Kommentare
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Die 3-D-Funktion auf Google Maps, dem Online-Kartendienst des Unternehmens, verletze die Privatsphäre von Menschen. Das findet Hanspeter Thür, oberster Datenschützer der Schweiz. Gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens forderte er gestern Freitag, Google möge den Dienst einstellen, solange es seine Software zur Verfremdung von Gesichtern und Kontrollschildern nicht verbessert habe. Tagelang hatten verschiedene Medien zuvor über Fälle berichtet, in denen auf Street View Gesichter zu erkennen sind.
Heute nun wehrt sich Google. Seit der Einführung der Street-View-Funktion vergangenen Dienstag würde Google Maps um 80 Prozent mehr genutzt, schreibt das Unternehmen mit einem wichtigen Forschungsableger in Zürich in einer am Nachmittag verschickten Medienmitteilung. Der Dienst, der die Strassen in verschiedenen Städten und Regionen dreidimensional und hautnah darstellt, sei «nützlich und populär». Menschen auf der ganzen Welt würden sich mit Street View «eine Auszeit vom Berufsalltag» gönnen, «um ihre Nachbarschaft zu erkunden, ihren Arbeitsort besser kennenzulernen oder Erinnerungstouren zu unternehmen».
Gewinn für regionale Unternehmen
Die Funktion sei insbesondere auch für regional verankerte Unternehmen wie Hotels und Restaurants ein Gewinn, da sie mit ihrer Hilfe ihre Webseiten aufwerten könnten. In der Mitteilung von Google wird denn auch Schweiz Tourismus zitiert: «Street View ist ungeheuer wertvoll für unser Land – für Schweiz Tourismus und die Wirtschaft. Seit der Veröffentlichung wurden wir mit begeisterten und unterstützenden Reaktionen von unseren lokalen Tourismuspartnern überhäuft, die Street View als ein grossartiges Mittel kennengelernt haben, all das zur Geltung zu bringen, was sie anzubieten haben.»
Dass die Anonymisierung bei Street View noch nicht perfekt funktioniert, hat Google bei der Einführung zugegeben. Auf Wunsch Betroffener werden Gesichter oder Kennzeichen nachträglich stärker verfremdet – was bislang bei einem von 20'000 Bildern verlangt worden sei, wie Google heute schreibt. Datenschützer Thür findet es hingegen «unzumutbar», dass Menschen erst sämtliche Bilder absuchen müssten, um sich allenfalls zu wehren.
Nächste Woche wolle er noch einmal mit Google über die weiteren Schritte reden, kündigte Thür an. Auch das Unternehmen, das sich gestern «überrascht» auf Thürs Forderung gab, ist nach eigenen Angaben zu weiteren Gesprächen bereit.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.08.2009, 17:38 Uhr
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13 Kommentare
Für Einbrecher eine Hilfe? Die Bilder sind ja nur gerade jetzt einigermassen aktuell. Einbrecher wären schön blöd, sich auf sowas zu verlassen. Man sieht in Streeview nichts, das man nicht auch selbst hätte sehen können, wenn man zum Zeitpunkt der Aufnahme an dieser Stelle gewesen wäre. Da ist mir viel zu viel Paranoia in der Diskussion. Wer will kann sich ja entfernen lassen. Antworten
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