Schweiz

Nur noch Leichtbier für die Fussballfans

In den Stadien gibt es zur Gewaltprävention künftig nur noch begrenzt Alkohol – und die Klubs wollen mit den Kantonen zusammenarbeiten.

Bei Hochrisikospielen gibt es künftig vielleicht gar kein Alkohol mehr: Fans des FC Zürich vor einem Spiel gegen den FC Basel 2006.

Bei Hochrisikospielen gibt es künftig vielleicht gar kein Alkohol mehr: Fans des FC Zürich vor einem Spiel gegen den FC Basel 2006.
Bild: Keystone

In den Fussballstadien und deren Umgebung soll mittelfristig nur noch Leichtbier ausgeschenkt werden. Alkoholfreie Getränke müssen zudem billiger sein als Bier, und für Hochrisikospiele wird ein komplettes Alkoholverbot geprüft. Diese Massnahmen sind Teil eines Pakets, auf das sich der 7. Runde Tisch gegen Gewalt im und um den Sport am Freitag geeinigt hat, wie Sportminister Ueli Maurer vor den Bundeshausmedien sagte.

Die Massnahmen werden in den kommenden Monaten von den verantwortlichen Stellen umgesetzt. Der mittelfristige Wechsel zu Leichtbier ist in den Fussballstadien bereits vorgesehen. Die Einführung dieser Massnahme in den Eishockeystadien wird erst noch geprüft, da Verträge mit Brauereien bestehen, die nur normales Bier herstellen.

Die Klubs zahlen je nach finanzieller Lage

Bis Ende März erarbeitet die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) eine Mustervereinbarung über Sicherheitsmassnahmen und -kosten. Diese soll den Klubs, Stadionbetreibern und lokalen Behörden ab der Saison 2010/2011 als Grundlage für den Abschluss verbindlicher Vereinbarungen dienen.

Bei der Kostenbeteiligung der Klubs werde deren wirtschaftliche Lage berücksichtigt, sagte Maurer. Ferner werden Ausbildungsmodule für Sicherheits- und Fanverantwortliche ausgearbeitet, die Ende 2010 umgesetzt werden. Vorgesehen ist überdies ein Rahmenkonzept «Fanarbeit», das die Rolle und Aufgabe der Fanarbeit definiert. Zudem werden strengere Zutrittskontrollen und Massnahmen gegen das Abschiessen von Feuerwerkskörpern geprüft.

Die Fanbetreuer reisen mit

Fans sollen nicht mehr mit SBB-Sonderzügen, sondern mit Charterfahrten per Zug oder Bus an- und abreisen, wobei sie von Klub-Betreuern begleitet werden müssen. Die Umsetzung dieses Entscheids erfolgt schrittweise im Laufe dieses Jahres.

In Zusammenarbeit mit den Klubs wird die Swiss Football Ligue die Grundlagen für die Einführung einer Fancard ausarbeiten. Das Konzept soll am nächsten Runden Tisch im dritten Quartal 2010 präsentiert werden. (oku/sda/)

Erstellt: 22.01.2010, 21:38 Uhr

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