Schweiz

Ist die Schweiz auf einer schwarzen Liste?

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 12.03.2009 67 Kommentare

Die OECD hat dem britischen Premier Brown einen Bericht übergeben, worin es um den Informationsaustausch der Schweiz in Steuerfragen geht. In Frankreich wird von einer neuen schwarzen Liste der Steuersünder berichtet.

Schweiz unter Druck: Die Kuppel des Bundeshauses im November.

Schweiz unter Druck: Die Kuppel des Bundeshauses im November.
Bild: Keystone

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit soll die Schweiz seit neustem auf ihrer Liste der Staaten aufführen, die sich in Steuerfragen unkooperativ verhalten. Das berichtet heute die Wirtschaftszeitung «La Tribune». Die Aktion soll auf Druck von Deutschland und Frankreich geschehen sein.

Auch Korrespondenten der Nachrichtenagentur AP berichten, die OECD habe auf Drängen der beiden Staaten eine überarbeitete schwarze Liste ausgearbeitet, auf die neu auch die Schweiz, Österreich und Luxemburg gesetzt worden seien. Sie zitieren einen französischen Beamten, der den Entwurf gesehen habe.

Die OECD gibt sich auf Anfrage von baz.ch/Newsnet zurückhaltend. Sie habe lediglich einen Bericht erstellt – und an den britischen G-20-Vorsitz übergeben. In dem Bericht wird das Kooperationsverhalten in Steuerfragen von 80 Ländern beurteilt. Auch die Schweiz sei aufgeführt, wie Matthias Rumpf vom Berliner OECD-Büro bestätigt.

Die G-20 haben die Daten pünktlich zum Gipfel

Die offizielle Stellungnahme der Organisation: «Das Sekretariat der OECD hat auf Anfrage einiger Mitgliedsländer dem G-20-Vorsitz technische Informationen übermittelt, welche Länder und Gebiete den im Rahmen der OECD erarbeiteten Standard zum Informationsaustausch in Steuersachen umsetzen und wo rechtliche Regelungen die Anwendung dieses Standards verhindern.» Der Bericht werde seit 2006 jährlich vorgelegt. Die Schweiz werde darin kritisch beurteilt.

Der G-20-Vorsitz, also der britische Premierminister Gordon Brown, hat jetzt also rechtzeitig zum Gipfel vom 2. April in London das Urteil der OECD zum Verhalten der Schweiz. Was er damit mache, das liege in seinem Ermessen, sagt Rumpf. Gut möglich, dass er sich mit dem Bericht die Argumente sichern wollte, um in London eine erweiterte Schwarze Liste zu diskutieren.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.03.2009, 10:03 Uhr

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67 Kommentare

Hans-Peter Müller

11.03.2009, 20:02 Uhr
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Ich kanns nicht ändern, aber bei mir kommt Wut auf. Ich finde es heuchlerisch was sich die Deutschen und Franzosen da leisten. Es ist Zeit, dass sich auch die Schweizer Bevölkerung wehrt und z.B. grenznahe Läden in D oder F meidet. Deutsche die hier arbeiten können zwar meist nichts dafür so eine Regierung zu haben, aber sie repräsentieren nun mal ihr Land. Ich stelle keine mehr an. Antworten


Robert Herz

11.03.2009, 23:00 Uhr
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Wenn gewisse Staaten die Schweiz auf einer schwarzen Liste sehen wollen, weil diese die schweizer Gesetze nicht respektieren wollen - dann kann man dagegen halt wohl kaum viel machen. Ausser die Schlüsse bezüglich des "gut-nachbarschaftlichen Verhaltens" zu ziehen. Oder will man vielleicht auf der Basis von eigentlicher Erpressung das zukünftige Verhältnis gestalten? Antworten



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