Schweiz

Ohne Neigung durch die Neat

Aktualisiert am 04.01.2012 7 Kommentare

Die SBB wollen den internationalen Bahnverkehr durch die Neat in Zukunft ohne Neigetechnik durchführen. Eine kürzere Fahrzeit zwischen Zürich und Mailand bleibt damit in weiter Ferne.

Derzeit im Ausbau: Blick in den Tunnel, der den Bahnverkehr in wenigen Jahren beschleunigen wird.

Derzeit im Ausbau: Blick in den Tunnel, der den Bahnverkehr in wenigen Jahren beschleunigen wird.
Bild: Keystone

Im Einsatz in der Schweiz: SBB-Intercity-Neigezug auf einer Testfahrt zwischen Winterthur und St. Gallen (Archivbild). (Bild: Keystone )

Artikel zum Thema

Stichworte

Blog

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Wie die «Neue Zürcher Zeitung» (Artikel online nicht verfügbar) unter Berufung auf eine Meldung der Zeitschrift «Eisenbahn-Amateur» (Nachricht online nicht verfügbar) schreibt, haben die SBB bestätigt, dass sie für den grenzüberschreitenden Verkehr durch die Neat keine neuen Neigezüge bestellen werden. Der Verwaltungsrat habe diese Grundsatzentscheidung gefällt – mit Blick auf die Ausschreibung von 29 einstöckigen Schnellzügen Ende des ersten Quartals 2012, die im Nord-Süd-Verkehr zum Einsatz kommen sollen.

Zur Begründung des Verzichts werden im Artikel zwei Aspekte genannt. Einerseits wollen die SBB laut dem Bericht damit offenbar technische Risiken, die durch die Neigetechnik auftreten könnten, verringern. Und andererseits sei die früher angestrebte Verkürzung der Fahrzeit zwischen Zürich und Milano auf 2:40 Stunden laut dem Bericht ohnehin nicht erreichbar, weil wichtige Ausbauten auf der Strecke auf absehbare Zeit fehlen.

Eine Problemstrecke für die SBB

Der Bezug auf die Sicherheit, so die NZZ weiter, «scheint von den Traumata mit den Cisalpino-Zügen beeinflusst». Diese Züge bringen den SBB auf der Nord-Süd-Achse wegen zahlreicher Unfälle und Pannen seit langem Kopfzerbrechen und hohe Kosten. Sie sollen Ende 2014 ausser Betrieb genommen werden, wobei noch offen ist, welche Züge die SBB während einer rund zweijährigen Übergangszeit einsetzen werden, bis die neuen Modelle die Verbindung nach und nach übernehmen.

Im NZZ-Beitrag wird zudem die Frage aufgeworfen, ob der Verzicht auf Neigetechnik richtig sei. Es gebe durchaus betriebssichere Neigezüge, und man vergebe damit die Chance, in Zukunft mögliche Beschleunigungen auf den kurvenreichen Zufahrtsstrecken hin zur Neat zu erreichen.

Erstellt: 04.01.2012, 10:59 Uhr

7

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

7 Kommentare

Nick Schmid

04.01.2012, 11:34 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Da soll noch einer die SBB verstehen... Die IC-Neigezüge, welche im West-Ost-Verkehr eingesetzt werden, funktionieren m. E. einwandfrei. Das Argument "technisches Risiko" zieht nicht. Und auch auf der West-Ost-Achse ist ein grosser Teil der Strecke (noch) nicht ausgebaut und trotzdem werden Neigezüge eingesetzt. Wo zum Teufel liegt da das Problem? Antworten


Ernst Joss

04.01.2012, 13:22 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Vergessen wir nicht: Der SBB Chef kommt von der DB. Die DB beschafft auch keine Neigezüge sondern einstöckige Kompositionen. Meier hat schon den grössten Auftrag der SBB Geschichte für die IC-Doppelstockzüge nach Deutschland vergeben. Da wird man etwas bestellen, das es in Deutschland schon gibt und dem man sich dann anschliessen kann. Hoffentlich sehe ich dies falsch. Befürchtungen habe ich. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!