Schweiz

Politologe rät Merkel zu Verzicht auf Wulff

Aktualisiert am 09.06.2010

In der Debatte um den künftigen Bundespräsidenten hat der Politologe Eckhard Jesse der Bundeskanzlerin geraten, nicht länger auf Christian Wulff zu setzen.

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«Sie muss die Reissleine ziehen und ihn besser jetzt als drei Tage vor der Wahl zurückziehen», sagte der Chemnitzer Politikwissenschaftler Jesse der «Freien Presse». Bei vernünftiger Argumentation vergebe sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts. Die Wahl von Joachim Gauck wäre ein Schritt zur vielbeschworenen inneren Einheit, so Eckhard Jesse.

Der von SPD und Grünen aufgestellte Gauck sei von Haus aus mehr der Kandidat von Union und FDP, sagte der Politologe weiter. Jesse meint, es sei denkbar, dass Wulff in den ersten beiden Wahlgängen scheitere. Dies wäre «mindestens genauso peinlich für die Kanzlerin wie die kleine Schwäche des Rückzugs».

Zugleich bezeichnete Jesse es als Unding, dass Wulff erst nach einer erfolgreicher Wahl in der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten als Ministerpräsident zurücktreten wolle. Nahtlose Übergänge von der Politik in das höchste Amt im Staat schadeten der Parteiendemokratie. (raa/dapd)

Erstellt: 09.06.2010, 13:34 Uhr

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