Radio DRS: Weniger Berichte aus den Regionen

Radio DRS prüft gemäss einem Zeitungsbericht als mittelfristige Sparmassnahme die Zusammenlegung von Regionaljournalen und die Schliessung der Regionalstudios St. Gallen, Luzern und Aarau.

Plant Sparmassnahmen in den Regionen: Radio-Direktor Walter Rüegg.

Plant Sparmassnahmen in den Regionen: Radio-Direktor Walter Rüegg.
Bild: Keystone

Das teilte DRS-Direktor Walter Rüegg seinen Mitarbeitern mit. Die derzeit sieben Regionaljournale könnten auf vier oder gar drei reduziert werden. Iso Rechsteiner, Vize-Radiodirektor, sagt der «SonntagsZeitung», man müsse «über eine Zusammenlegung einzelner Regionaljournale nachdenken.» Zum Beispiel müsse die Frage erlaubt sein, «ob es um jeden Preis ein Regionaljournal Graubünden braucht.»

Von links bis rechts formiert sich Widerstand: «Wenn Regionen zusammengelegt werden, ist das keine Regionalinformation mehr», sagt der Bündner SP-Nationalrat Andrea Hämmerle. «Schnapsidee», urteilt der Solothurner FDP-Ständerat Rolf Büttiker. Er will eher beim Nachrichtensender DRS 4 News sparen.

Für die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli wäre es «sinnvoller, ganze Programme wie zum Beispiel DRS 3 zu streichen, als da und dort kleinere Sparmassnahmen anzukündigen». Eine konkrete Sparmassnahme zulasten der Randgebiete gibt es bereits: «Wir planen, die technische Infrastruktur in den Regionalstudios abzubauen», sagt Rechsteiner. (bru)

Erstellt: 19.04.2009, 06:36 Uhr

12 KOMMENTARE

Bertrand von Erlach

20.04.2009, 13:38 Uhr

Auf keinen Fall darf DRS 2 gestrichen werden. Es ist der Sender der Meinungsbildner, Kulturprotagonisten und Leistungsträger der Gesellschaft. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Hörerkategorie eine schmale Breite darstellt und in absoluten Zahlen keine hohen Quoten erreicht. Aber der Quote darf letztlich nicht die Qualität geopfert werden, sonst geschieht das zum Schaden der Gesellschaft.


Gustav Habegger

19.04.2009, 16:52 Uhr

DRS 4 News ganz streichen heisst die Lösung! Die Regionaljournale müssen bleiben wie heute, sie sind ausgezeichnet.


Johannes Wigger

19.04.2009, 15:42 Uhr

Lieber keine Regionalstudios mehr als deren Niveau noch mehr den peinlichen Privatsendern angleichen (Jingles zwischen den Meldungen, Hintergrundmusik, Werbung). So gross ist die Deutschschweiz nun auch wieder nicht, dass es da mehrere Regionalstudios braucht. Qualität und Kompetenz muss der oberste Leitfaden sein (oder werden?). Sonst sind die Gebühren tatsächlich nicht mehr zu rechtfertigen.


Beer Peter

19.04.2009, 15:17 Uhr

Das ist Sparen am flaschen Ort. Anstatt bei den Regionalstudios zu sparen, sollte DRS 2, dass nur eine elitäre Schicht anspricht, sowie DRS 4, dass nicht einmal überall empfangen werden kann, liquidiert werden.


tom zimmerli

19.04.2009, 13:26 Uhr

ich stimme mit der mehrheit der kommentarschreiberInnen vor mir überein: eine ganz sadoofe idee ist das ausgerechnet auf den regionalen sektor weniger gewicht zu legen, auf den nämlich, der doch viele zuhörerInnen noch halbwegs interessiert - und der (auch schon erwähnt) dem lokalblättchensterben wenigstens halbwegs etwas entgegensetzt! (private) regionalsender: nein danke! regionaljournale: ja!


Heinz Frey

19.04.2009, 13:10 Uhr

Bei Radio und SF liesse sich unendlich sparen. Warum braucht SF 7 Fernsesender?4 würden längst reichen -1 für jede Sprachregion plus 1 für gemeinsame Sportübertragungen,Wiederholung von Nachrichten(waum nicht mal welsche Nachrichten hier übersetzen)etc. Warum braucht es Virus wenn es DRS 3 gibt etc.Aber Hauptaufgabe des staatlichen Radios u.SF ist das nationale geschehen-insb. das Regionale


Hauri Satt

19.04.2009, 10:28 Uhr

Zürcher Radio, Zürcher Fernsehen. Für was soll ich eigentlich noch Gebühren bezahlen? Falls sich der Service publique immer mehr nur noch auf Zürich bezieht, ist die Gebührenpflicht auf jeden Fall abzuschaffen. Es ist mir nämlich bspw. sch...-egal, wie das Wetter auf einem Zürcher Hochhaus aussieht oder welches Chaos auf dem Zürcher Bahnhof abgeht.


Hans Hauri

19.04.2009, 10:10 Uhr

Na und.... bei einem Lokalereignis war schon bisher Radio Vorarlberg für das St. Galler Rheintal zuständig - schliesslich haben die ihr Studio nur wenige Kilometer vor unserer Haustüre. Bei den St. Gallern machte dies ja eh nur Sinn, wenn das Ereignis in direktem Zusammenhang mit der Kantonshauptstadt stand.


Jacob de Vries

19.04.2009, 09:30 Uhr

Dies ist wirklich eine Schnapsidee! Für uns ist das Regionaljournal sehr wichtig, vor allem weil wir in Zug eine einzige Regionalzeitung haben, welche unseren Bedürfnissen gar nicht entspricht. Wenn der Tagi die Zentralschweiz besser bedienen würde. Und die privaten Sender sind auch nicht zum zuhören. Warum muss überhaupt abgebaut werden? Und wie viele Zuhörer hat DRS4 überhaupt? DRS1 genügt uns.


Benedikt Jäggi

19.04.2009, 09:21 Uhr

Tatsächlich, eine Schnapsidee. Gewisse Leute denken, aus dem Büro in Zürich lassen sich authentische Themen der Regionen aufspüren und meinen, man könne von dort bestimmen, welche für die Regionen relevant seien. Das ist arrogant und dumm.


Brecht E. Itel

19.04.2009, 08:55 Uhr

Regionalstudios wie das in St. Gallen beweisen mit ihrer Nachrichtenauswahl längst, dass der Job die Entwicklung von jungen Mitarbeitern zu passablen Medienschaffenden nicht fördert. Entweder funktioniert die Gruppendynamik nicht oder es herrscht ein Starenkult. Was im Realleben auch passiert: Die Regis haben einen Behördendrall. Sie sind einfach nicht unabhängig im Denken und führungsunanfällig.


Walter Kunz

19.04.2009, 08:29 Uhr

Mit solchen Entschlüssen verdient der Sender DRS seinen Namen überhaupt nicht mehr. Statt den Radiohörer laufend mit den wichtigsten Nationalen - und Regionalen Informationen und der passenden Musik auf dem laufenden zu halten, werden wir immer mehr mit Musik und teilweise belanglosen Informationen aus dem Ausland berieselt.



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