Schweiz

Radiodirektor lanciert Rivalen für Deltenre

Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 21.05.2009

Am Montag verhandelt die SRG Deutschschweiz die Nachfolge von Radiodirektor Walter Rüegg. Dieser tritt nach den Wirren um die Fusion von Radio und TV ein Jahr früher ab als geplant.

Räumt plötzlich seinen Platz: Radiodirektor Walter Rüegg.

Räumt plötzlich seinen Platz: Radiodirektor Walter Rüegg.
Bild: Keystone

Radiodirektor Walter Rüegg hätte eigentlich ein Jahr über das ordentliche Pensionsalter hinaus, bis zum Sommer 2010, im Amt bleiben und das Fusionsprojekt von Radio DRS und des Schweizer Fernsehens (SF) begleiten sollen. Nun kommt alles anders. Und zwar schnell und überraschend.

Bereits am Montagnachmittag tagt der Verwaltungsrat der SRG Deutschschweiz, um die Nachfolge des Radiodirektors zu regeln. «Die Nachfolge Walter Rüeggs ist in der nächsten Sitzung des VR Deutschschweiz traktandiert», sagt Verwaltungsratspräsident Viktor Baumeler. Und: «Wir werden eine Auslegeordnung machen. Zu allfälligen Personalia kann ich zu diesem Zeitpunkt keine Angaben machen. Ob ein Entscheid gefällt wird und wie dieser aussieht, werden wir am Dienstag kommunizieren.»

Nur einen Kandidaten evaluiert

Gemäss Insidern ist das Rennen um den Posten indes quasi gelaufen, ohne dass vorher die Angestellten, der Regionalrat oder Arbeitnehmervertreter informiert worden wären. Wie zwei voneinander unabhängige Quellen bestätigen, ist für die Nachfolge bislang erst ein Kandidat evaluiert worden, der bereits am Montag gewählt werden soll: Iso Rechsteiner, bisher stellvertretender Radiodirektor, soll den Posten seines Chefs übernehmen.

Mit seinem frühzeitigen Rückzug per Juni 2009, seinem ordentlichen Pensionstermin, setzt Rüegg den Verwaltungsrat unter Zeitdruck bei der Wahl eines Nachfolgers und macht so geschickt den Weg frei für Rechsteiner. Dieser kann nun in den anstehenden Umwälzungen der Fusion die Interessen von Radio DRS gegenüber dem Leutschenbach langfristig wahren.

Rechsteiner bekommt mehr Gewicht

Nach dem ursprünglich von SRG-Generaldirektor Armin Walpen angedachten Zeitplan hätte Rüegg im Sommer 2010 von einem Interimsdirektor abgelöst werden sollen. Dieser wäre lediglich bis zur Einsetzung des neuen Superintendanten für Radio und Fernsehen Anfang 2011 geblieben. Als Favoritin für diesen Posten gilt nach wie vor Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre. Rechsteiner hätte nun als Konkurrent Deltenres mehr Gewicht als ein Interims-Radiodirektor mit bloss halbjähriger Amtszeit im Gepäck. Iso Rechsteiner wollte sich gegenüber dem TA zu seiner Kandidatur nicht äussern.

Nebst der Wahl eines neuen Radiodirektors ist bei der SRG-Verwaltungsratssitzung auch die Wahl eines Projektleiters für die Zusammenführung von Radio und Fernsehen in der Deutschschweiz traktandiert. Gemäss gut informierten Kreisen wird auch in dieser Frage bislang erst ein Name gehandelt: Bernard Cathomas, seit diesem Monat als Direktor von Radio e Televisiun Rumantscha pensioniert, gilt als Kronfavorit für das Amt. Er leitet keine Abteilung mehr und kennt doch die SRG-Verhältnisse aus Direktorensicht, was ihn für die Aufgabe prädestiniert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.05.2009, 23:44 Uhr

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