Schweiz
Rechtschreibung: Die 8 wichtigsten Regeln
Von Antonio Cortesi. Aktualisiert am 30.06.2009
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Die Schüler in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und in Liechtenstein lernen bereits seit 1998 die neue Rechtschreibung - inklusive der 2006 am Regelwerk vorgenommenen Veränderungen. Letztere betrafen die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende.
Die «Jahrhundertreform» verfolgte folgende Ziele: das Schriftbild dem Klang der Sprache anpassen (Stängel statt Stengel), schwierige Schreibweisen erleichtern und komplizierte Kommaregeln korrigieren. Aus Sicht der Kritiker ist die Reform jedoch gründlich misslungen. Dies vor allem deshalb, weil unzählige Varianten zugelassen sind und damit semantische Unschärfen entstehen. Zeitungsverlage und Schriftstellerverbände haben die Reform nicht vollständig übernommen und orientieren sich zum Teil an der alten Schreibweise.
Für die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren ist die Einführung der neuen Rechtschreibung in den Schulen am 1. August abgeschlossen. Sie hat für die Lehrkräfte einen Leitfaden erstellt. Wichtigstes Hilfsmittel ist die überarbeitete Version des Schweizer Schülerdudens.
Was in den Schweizer Schulen ab 1. August gilt
1. Kein Wegfall von Buchstaben bei Wortzusammensetzungen:
– Schifffahrt, Kaffeeernte, Rohheit (Ausnahmen: dennoch, Drittel, Mittag)
2. Stamm- bzw. Parallelschreibung:
– Stängel (statt Stengel), Gämse (statt Gemse), schnäuzen (statt schneuzen)
– nummerieren (statt numerieren), Tipp (statt Tip)
3. Fakultative Anpassung weniger Fremdwörter:
– Mikrofon (anstatt Mikrofon), Panter (statt Panther), Spagetti (statt Spaghetti)
4. Getrenntschreibung:
a) Verb + Verb darf immer getrennt geschrieben werden:
– lieben lernen, spazieren gehen
b) Substantiv + Verb:
– Acht geben, Rad fahren (aber nicht bei verblassten Substantiven: preisgeben, eislaufen)
5. Zusammenschreibung:
– zwingend nur bei irgendetwas, umso, zurzeit
6. Kleinschreibung:
– erlaubt bei Anredepronomen in Briefen: du, ihre, dein, euer
7. Grossschreibung:
a) Tageszeiten:
– gestern Abend, heute Morgen
b) Substantive bei Getrenntschreibung
– in Bezug auf, Schuld haben (aber: schuld sein)
c) Substantivierung nach Artikel:
– der Einzelne, das Gleiche
8. Kommasetzung:
a) Komma darf wegbleiben in Satzreihen vor «und» bzw. «oder»:
– Er studiert noch und sie ist arbeitslos.
b) Komma darf wegbleiben bei Infinitiv- und Partizipgruppen:
– Ich hoffe dir eine Freude zu bereiten. Zu Hause angekommen legte er sich hin.
c) Komma zwingend bei Infinitiv- und Partizipgruppen mit Hinweiswörtern:
– Ein Auto zu kaufen, das ist schwer. Ich liebe es, Sport zu treiben.
d) Komma zwingend bei Infinitiv mit «um zu», «statt zu». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.06.2009, 09:55 Uhr
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