Schweiz

Rektor erhöht Druck auf Aula-Besetzer

Der Rektor der Universität Basel forderte die Aula-Besetzer in einem Schreiben zur sofortigen Freigabe der Aula auf. Er kündigte eine Massnahme an, welche die Studenten körperlich spüren werden.

Die Studenten wollen in der Aula bleiben.

Pino Covino

Er habe in dem Schreiben die Besetzer aufgefordert, die Besetzung der Aula sofort aufzuheben, sagte Universitätsrektor Antonio Loprieno auf Anfrage. Zudem habe er vorgeschlagen, ein Forum zu organisieren, wo einige der Forderungen der Studierenden weiter vertieft werden könnten.

Um der Forderung nach Freigabe der Aula Nachdruck zu verleihen, kündigte Loprieno zudem die Abschaltung von Tonanlage und Heizung an. Die Unileitung habe gegenüber den protestierenden Studenten Offenheit gezeigt, begründete Loprieno das Schreiben; jetzt seien wieder die Interessen aller 15'000 Universitätsangehörigen zu berücksichtigen.

Vollversammlung

Aktivisten der Bewegung «Unsere Uni» hatten zunächst in einer Medienmitteilung den «Versuch, uns aus der Aula zu räumen» verurteilt. Der Vorschlag, ein Forum einzurichten, sei zudem überflüssig: Denn mit der Besetzung sei bereits ein Forum geschaffen worden, auf dem sich alle Parteien einbringen könnten.

Nach einer Vollversammlung vom Nachmittag sagte ein Sprecher von «Unsere Uni» auf Anfrage, die Besetzer würden in der Aula bleiben. Dies sei das Ergebnis der Vollversammlung, an der rund 70 Studierende teilgenommen hätten. Eine weitere Versammlung war für den Abend vorgesehen.

Für Loprieno kommt derweil eine Räumung der Aula nur «im schlimmsten Fall» in Betracht. Derlei gehöre nicht zur Kultur der Universität Basel», und der Rektor würde sie «nur in extremster Not» veranlassen. Er bitte aber darum, den Rektor «nicht dazu zu zwingen». Die Lage neu analysieren will Loprieno am Dienstagmorgen.

Aktionswoche

Die Studentenproteste in Basel stehen in Zusammenhang mit einer internationalen Aktionswoche, die bis Mittwoch dauert. Die Studierenden wenden sich unter anderem gegen die «Verschulung des Studiums» und fordern die Abschaffung des Uni-Rats in dessen heutiger Form sowie die Streichung der Studiengebühren. (amu/sda/)

Erstellt: 18.11.2009, 10:35 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

7 Kommentare

Isabel Wirth

17.11.2009, 21:37 Uhr
Melden

Sind Sie, Herr Meier, ein Student oder Dozent im Bologna-System? Ich denke nicht! Die Eidgenossenschaft ist nicht das Produkt von Duckmäusern, die sich mit dem Diktat abgefunden und sich, so gut es geht, im Leben durchgemogelt haben – sondern von mutigen Leuten, die Widerstand leisteten, weil es etwas Besseres gibt als die Fremdbestimmung von oben. Genau darum geht es auch den Studenten! Antworten


Hans Meier

17.11.2009, 12:51 Uhr
Melden

Bologna ist eine Erfolgsmodel! Warum werden nie die zufriedenen Studenten gefragt? Diese stellen die grosse Mehrheit. Antworten


Isabel Wirth

17.11.2009, 12:13 Uhr
Melden

Leider muss man sich auf ausländischen Newsseiten informieren, um überhaupt zu verstehen, um was es hier geht. Fakt ist: Bologna ist ein Flop. Weder hat es die Mobilität der Studenten gefördert, noch die Abbrecherquoten gesenkt – dafür aber bläht die Administration auf. Bologna ist das Werk von abgehobenen EU-Bildungsfunktionären, die einmal mehr zu wissen glaubten, was gut ist für die Menschen. Antworten


Willi Ammann

17.11.2009, 10:58 Uhr
Melden

Es ist beschämend wie sich die selbsternannte Elite an der Uni benimmt.Die Damen und Herren haben offenbar keine Ahnung wer ihnen die sündhaft teure Infrastruktur für ihre Ausbildung zur Verfügung stellt bezw. finanziert.Tausende gewöhnliche "Büezer" machen täglich 8 - 10 Std den Rücken krumm und liefern ihre Steuern ab um den verwöhnten "Buebe u. Meitli" eine gehobene Bildung zu ermöglichen. Antworten


Giovanni Baptista

17.11.2009, 10:35 Uhr
Melden

@James Lehm: Leistungsziele an der Uni stellen unter anderem sicher, dass auch Begüterte, die sich früher einen Abschluss in mehrjährigen Studien abhocken konnten, heute innert nützlicher Frist mit belegbaren Leistungen für den Master qualifizieren müssen. Was ist daran sozial ungerecht? Antworten


Ernst Bucher

17.11.2009, 10:17 Uhr
Melden

Verhalten und Forderungen dieser Art sind ja nicht neu!(Siehe 68er Jahre) Tun und lassen was man will an einer teuren Institition des öffentlichen Rechts , wo es je nach Studienrichtung 10-25 Steuerzahler pro Student braucht scheint das Privileg einer kleinen Gruppe Jugendlicher zu sein,die sich gerne als die Elite sieht. Nein, so nicht! Ich hoffe der Rektor bläst diesen Jugendlichen den Marsch! Antworten


James Lehm

17.11.2009, 00:54 Uhr
Melden

Die Umsetzung von Bologna wurde mit Leistungszielen und unter politischen Druck zu dem umgeformt, was sie nun ist. Es war nicht beabsichtigt, dass die Uni solche Leistungsziele setzt. Wer Leistung fordert, der muss auch einsehen, dass es etwas kostet. Nämlich Zeit und Geld. Unsere Bildung ist unserer einziger Rohstoff und wir können die Bildung nicht auch noch sozialpolitisch ungerecht gestalten. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Erst Metropolitanregion dann Kantonslobbyist – und nun eine parlamentarische Gruppe: Die Region Basel will in Bern besser gehört werden. Braucht es diese neue Organisation?