Rektor erhöht Druck auf Aula-Besetzer

Aktualisiert am 18.11.2009 7 Kommentare

Der Rektor der Universität Basel forderte die Aula-Besetzer in einem Schreiben zur sofortigen Freigabe der Aula auf. Er kündigte eine Massnahme an, welche die Studenten körperlich spüren werden.

Die Studenten wollen in der Aula bleiben.

Pino Covino

Er habe in dem Schreiben die Besetzer aufgefordert, die Besetzung der Aula sofort aufzuheben, sagte Universitätsrektor Antonio Loprieno auf Anfrage. Zudem habe er vorgeschlagen, ein Forum zu organisieren, wo einige der Forderungen der Studierenden weiter vertieft werden könnten.

Um der Forderung nach Freigabe der Aula Nachdruck zu verleihen, kündigte Loprieno zudem die Abschaltung von Tonanlage und Heizung an. Die Unileitung habe gegenüber den protestierenden Studenten Offenheit gezeigt, begründete Loprieno das Schreiben; jetzt seien wieder die Interessen aller 15'000 Universitätsangehörigen zu berücksichtigen.

Vollversammlung

Aktivisten der Bewegung «Unsere Uni» hatten zunächst in einer Medienmitteilung den «Versuch, uns aus der Aula zu räumen» verurteilt. Der Vorschlag, ein Forum einzurichten, sei zudem überflüssig: Denn mit der Besetzung sei bereits ein Forum geschaffen worden, auf dem sich alle Parteien einbringen könnten.

Nach einer Vollversammlung vom Nachmittag sagte ein Sprecher von «Unsere Uni» auf Anfrage, die Besetzer würden in der Aula bleiben. Dies sei das Ergebnis der Vollversammlung, an der rund 70 Studierende teilgenommen hätten. Eine weitere Versammlung war für den Abend vorgesehen.

Für Loprieno kommt derweil eine Räumung der Aula nur «im schlimmsten Fall» in Betracht. Derlei gehöre nicht zur Kultur der Universität Basel», und der Rektor würde sie «nur in extremster Not» veranlassen. Er bitte aber darum, den Rektor «nicht dazu zu zwingen». Die Lage neu analysieren will Loprieno am Dienstagmorgen.

Aktionswoche

Die Studentenproteste in Basel stehen in Zusammenhang mit einer internationalen Aktionswoche, die bis Mittwoch dauert. Die Studierenden wenden sich unter anderem gegen die «Verschulung des Studiums» und fordern die Abschaffung des Uni-Rats in dessen heutiger Form sowie die Streichung der Studiengebühren. (amu/sda)

Erstellt: 18.11.2009, 10:35 Uhr

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7 Kommentare

Willi Ammann

17.11.2009, 10:58 Uhr
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Es ist beschämend wie sich die selbsternannte Elite an der Uni benimmt.Die Damen und Herren haben offenbar keine Ahnung wer ihnen die sündhaft teure Infrastruktur für ihre Ausbildung zur Verfügung stellt bezw. finanziert.Tausende gewöhnliche "Büezer" machen täglich 8 - 10 Std den Rücken krumm und liefern ihre Steuern ab um den verwöhnten "Buebe u. Meitli" eine gehobene Bildung zu ermöglichen. Antworten


Giovanni Baptista

17.11.2009, 10:35 Uhr
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@James Lehm: Leistungsziele an der Uni stellen unter anderem sicher, dass auch Begüterte, die sich früher einen Abschluss in mehrjährigen Studien abhocken konnten, heute innert nützlicher Frist mit belegbaren Leistungen für den Master qualifizieren müssen. Was ist daran sozial ungerecht? Antworten



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