Schweiz
«Rime ist kein Juxkandidat»
Aktualisiert am 31.08.2010 9 Kommentare
«Es ist nie völlig aussichtslos»: Politologe Andreas Ladner.
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Die Kandidatur von Nationalrat Jean-François Rime für den Bundesrat ist relativ aussichtslos. Wieso tut er sich das an?
Es ist nie völlig aussichtslos. Aber mit der Empfehlung der Parteileitung anerkennt die Schweizerische SVP den Anspruch der Westschweizer auf den zweiten SVP-Sitz.
Haben die Westschweizer diesen Anspruch überhaupt? Es gibt nur einen einzigen SVP-Regierungsrat in der Romandie.
Eine Partei muss nicht zwingend in Kantonsregierungen vertreten sein, um ihren Bundesratsanspruch anzumelden. Zieht man die Wählerstärke als massgebende Grösse heran, dann haben die Westschweizer durchaus einen begründeten Anspruch. Schliesslich hat die SVP in der Westschweiz in letzter Zeit zugelegt. Mittlerweile ist sie in allen sechs Kantonen der Romandie mit einer Sektion vertreten.
Schaden sich die Westschweizer nicht, wenn sie einen Kandidaten portieren, der kaum eine Chance hat?
Nein. Rime ist sicherlich kein Juxkandidat aus der Not. Und der Kandidat selbst riskiert nicht allzu viel. Falls er nicht reüssiert, dann liegt der Grund darin, dass der Anspruch der SVP auf diesen Sitz allgemein nicht anerkannt wird. Das schliesst aber nicht aus, dass Rime nächstes Jahr bei den Gesamterneuerungswahlen wieder antreten wird.
Könnte die Kandidatur Rimes positive Auswirkungen auf die eidgenössischen Wahlen 2011 in der Romandie haben?
Wenn sich die Partei kämpferisch zeigt, dann hat das durchaus ein mobilisierendes Moment. Für die SVP Westschweiz wäre es natürlich ideal, wenn sie gar mit einem zweiten Bundesrat in die eidgenössischen Wahlen steigen könnte. Für die Gesamtpartei hingegen wäre es besser, mit nur einem Sitz bei den Wahlen anzutreten. Dann könnte sie argumentieren: Ihr müsst SVP wählen, damit wir endlich einen zweiten Sitz bekommen.
Warum hat es die SVP bis anhin nicht geschafft, in der Romandie Fuss zu fassen?
Da spielen die verschiedenen Machtverhältnisse in den einzelnen Kantonen eine grosse Rolle. In Genf etwa hat das Mouvement citoyens genevois (MCG) den rechten Rand besetzt. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass der SVP in der Romandie zu Beginn ihre antieuropäische Haltung im Weg gestanden hat. Heute wird sie von vielen Romands immer noch als aus der Deutschschweiz gesteuert wahrgenommen. (bru/sda (Barbara Stäbler)/)
Erstellt: 31.08.2010, 18:33 Uhr
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9 Kommentare
Herr Rime ist ein guter Kandidat. Er ist Unternehmer, Romand, spricht Deutsch und Französisch,ist ein Brückenbauer zwischen der Deutsch- und Westschweiz (besonders wichtig für CH) , ist konsiliant und teamfähig usw.Ich kann nur sagen,dass die anderen Bundesräte diese Fähigkeiten nicht oder nur beschränkt haben.Solange der BR nicht durch das Volk gewählt wird, gehen halt diese Powergames weiter! Antworten
Das Affentheater nimmt seinen gewohnten Verlauf! Mir händ Aspruch uf zwe Sitz und trättet ah... alles winkt ab: Baader, Spuhler, Amstutz... dann: Mir chömmet mit 5 Kandidate! - was für eine Drohung...lol! ... dann zwei Tage später: Rime...unser einziger Kandidat... und ob es um einen Sitz der Romandie ginge! Klar war von Anfang an dass die Truppe nur in der Opposition in die Wahlen geht! Antworten
Vor vielen Jahren hab ich in der Schule gelernt: Jeder Bundesrat ist NUR dem Volk verpflichtet. Er darf nicht mehr die Parteiinteressen vertreten. SVP Leseart heisst das: Klare Parteilinie halten ansonsten wirst ausgeschlossen oder gar nicht zur Wahl nominiert auch wenn du fähig wärst. Wir sind das VOLK. Die übrigen 70% sollen auswandern. Antworten
Rime entwickelt sich zum Bortoluzzi der Romandie. Ein treuer Parteisoldat, der sich in aussichtslosen Situationen als Kandidat zur Verfügung stellt. Anscheinend gabs nicht so viele Freiwillige bei der SVP. Ich finde auch, dass 60 nicht das ideale Einstiegalter für den Bundesrat ist, aber viele bekannte SVPler werden sogar schon älter sein. Antworten
Noch hat man von fünf Kandidaten gesprochen. Präsentiert wird nicht mal eine Auswahl zwischen zwei. Da behauptet Ladner, es sei keine Verlegenheitslösung. Und aussichtslos sei die Kandidatur auch nicht. Na ja, wenn er das für sich hehält, bliebe ihm die Blamage erspart. So ist er wohl geworden, was viele SVP-ler sind, Plauderer. Antworten
Die Strategie der SVP ist super! Zuerst kündigt man vollmundig an, man werde sowohl den Sitz der SP und nötigenfalls jenen der FdP angreifen, im selben Atemzug winken sämtliche Alphatiere als Kandidaten ab und schliesslich findet sich mit Ach und Krach ein politischer Hinterbänkler für das Himmelfahrtskommando. Den Chefstrategen der das ausgebrütet hat, würde ich in die Wüste schicken! Antworten
So hatte Herr Fehr es angekündigt; qualifizierte Kandidaten (in der Mehrzahl) und Persönlichkeiten. Das ist das Resultat. Herr Blocher, hören Sie endlich auf, sich lächerlich zu machen; Sie waren als Bundesrat unbrauchbar, Sie sind als Spiritus Rector Ihrer Befehlsempfänger untragbar.Wir brauchen im Bundesrat weder Herrn Rime noch Herrn Maurer, der uns das klägliche Bild jeden Tag vorlebt. Antworten




Lucien Michel
Alle Achtung! - die SVP schafft es das erste mal seit (ca. 30) Jahren einen 'normalen', geeigneten Kandidaten aufzustellen der die Voraussetzungen für dieses Amt möglicherweise mitbringt. Antworten