Schweiz

Run auf Geigerzähler und Notvorräte

Aktualisiert am 17.03.2011 16 Kommentare

Die Katastrophe in Japan löst in der Schweiz diffuse Ängste aus. Ein Verkäufer von Notvorräten schiebt Nachtschichten, und Geigerzähler sind bei einem Elektronikverkäufer ausverkauft.

1/4 Bei Reto Schätti, Geschäftsführer von Sicher Satt AG, klingelt nonstop das Telefon. Der Verkauf von Notvorräten ist um 50 Prozent gestiegen (Video).
Bild: Keystone

   

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«Es ist recht abgegangen», sagt Reto Schätti, Geschäftsführer der SicherSatt AG, gegenüber baz.ch/Newsnet. «Wir schieben hier Nachtschichten.» Seit die Lage im japanischen Kernkraftwerk Fukushima die Welt in Atem hält, sei die Nachfrage nach Notvorratspaketen um 50 Prozent gestiegen. Nicht nur Notvorratspakete seien gefragt, auch der Verkauf von Wasserfiltern, Petrollampen und Notlampen sei drastisch gestiegen, sagt Schätti.

Geigerzähler zur Messung atomarer Strahlung sind zurzeit ebenfalls sehr gefragt. Beim Elektronikhändler Conrad sind die Geräte ausverkauft, bestätigte Conrad-Marketingleiter Ricardo Bonetti am Donnerstag. Wie viele Geigerzähler in der Schweiz verkauft wurden, will er nicht sagen.

«Immense Absatzsteigerung»

Auskunftsfreudiger sind Bonettis deutscher und österreichischer Kollege. Ein Sprecher in Deutschland spricht von einer «immensen Absatzsteigerung» und Hunderten Bestellungen in wenigen Tagen. Unter normalen Umständen kaufen die Polizei, der Zoll oder die Nuklearmedizin solche Geräte. Nun interessieren sich beispielsweise Reedereien mit Schiffen vor Japan oder Japanreisende dafür.

In Österreich gingen am Montag bei Conrad in einem halben Tag allein 50 Bestellungen ein, sagt der dortige Marketingleiter. Zwischen Freitag und Montag seien so viele Geräte bestellt worden wie normalerweise in zwei Monaten. Die Nachfrage nach den Geräten hat bei den Lieferanten einen Engpass ausgelöst. Der Lieferant für Conrad habe keine Geräte mehr an Lager, sagt Bonetti von Conrad Schweiz. Die Lieferzeit betrage sechs bis acht Wochen.

Kauf von Jodtabletten bringt nichts

Ein weiteres Produkt verzeichnet eine gesteigerte Nachfrage: Jodtabletten. Apotheker warnen jedoch davor, hierzulande die Tabletten prophylaktisch einzunehmen. Die Schweiz ist erstens keiner gefährlichen Strahlung ausgesetzt, und zweitens würden die Tabletten, wenn sie zu früh eingenommen werden, im Ernstfall nichts mehr nützen. Kommt hinzu, dass Jodtabletten, die hier gekauft werden, unter Umständen dann denen fehlen, die sie in Japan besser gebrauchen könnten. (mfa / sda)

Erstellt: 17.03.2011, 14:39 Uhr

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16 Kommentare

Fabian Rehmann

17.03.2011, 15:55 Uhr
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Nur die ganz Dummen kaufen einen solch überzahlten Notvorrat. Bei Coop oder Migros gibt's für ein Bruchteil des Geldes haufenweise Notvorräte. Antworten


Parvaneh Ferhadi

17.03.2011, 15:28 Uhr
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Sich für eine Krisensituation abzusichern ist eine gesunde Reaktion. Ein Notvorrat gehört auch in jeden Haushalt und dazu gehört auch eine Packung Job Tabletten. Das man sie noch nicht einnehmen sollte heisst nicht, dass man sie nicht kaufen darf. Antworten



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