Schweiz

SBB müssen Markierungen für Blinde entfernen

Aktualisiert am 18.01.2016 261 Kommentare

Die weissen Streifen bei den Gleisen würden die Sehenden irritieren und müssten daher weg, sagt der Bund. Blindenorganisationen gehen vor Gericht.

Die weissen Streifen in Gleisnähe markieren auch für die Sehenden die Grenze zum Gefahrenbereich: Reisende rennen am Bahnhof Löwenstrasse in Zürich auf den Zug. (14. Juni 2014).

Die weissen Streifen in Gleisnähe markieren auch für die Sehenden die Grenze zum Gefahrenbereich: Reisende rennen am Bahnhof Löwenstrasse in Zürich auf den Zug. (14. Juni 2014).
Bild: Christian Beutler/Keystone

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Der Bund legt sich mit den Blinden an: Das Bundesamt für Verkehr zwingt die SBB, am neuen Bahnhof Löwenstrasse im Zürcher Hauptbahnhof Markierungen für Blinde wieder zu entfernen. Am 19. Oktober hat die Behörde von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard zuhanden der Bahn die entsprechende Verfügung erlassen, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Die vielen Markierungen würden die Sehenden irritieren, was ein Sicherheitsrisiko für die Reisenden sei, hiess es. Denn die weissen Streifen in Gleisnähe markieren auch für die Sehenden die Grenze zum Gefahrenbereich bei den Perrons. Mit zu vielen Bodenstrichen, so die Überlegung der Beamten, würden Leute mit gesunden Augen den Warncharakter dieser Markierungen missachten.

Bundesamt verteidigt sich

Jetzt kommt die Sache vor Gericht: Drei Blindenorganisationen, darunter der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband, haben am 6. Januar beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Behördenentscheid eingereicht. Sie monieren einen Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot.

Beim Bundesamt verteidigt man die umstrittene Verfügung und verweist auf eine Studie. Diese habe gezeigt, dass bei zu vielen Markierungen die als Sicherheitslinien vorgesehenen Streifen «von der Allgemeinheit nicht mehr in genügendem Ausmass wahrgenommen werden». Beim Bau des Bahnhofs Löwenstrasse hätten die SBB überdies eine frühere – also falsche – Version der Vorschriften angewendet. Das Amt habe lediglich «die Anpassung der Markierungen gemäss der heute geltenden Vorschriften verlangt». (dia)

Erstellt: 16.01.2016, 23:31 Uhr

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261 Kommentare

Pjotr Müller

17.01.2016, 00:48 Uhr
Melden 723 Empfehlung 3

Bald wird eine Studie unzweifelhaft feststellen, dass das Leben stets mit dem Tod endet. Deshalb werden Geburten künftig verboten. Antworten


Fredi Balsiger

17.01.2016, 00:03 Uhr
Melden 661 Empfehlung 5

Nähme mich denn schon wunder, welche Sehenden die Streifen irritierend wahrnehmen. Jedes Kind im Schulalter weiss, wozu diese Streifen dienen. Dass die Markierung auch gleich noch noch eine Schutzdistanz zum Perronrand erfüllt, kann nur gelobt werden. Wäre interessant, die Studie zu publizieren. Vermutlich hochbezahlt und zu nichts nütze. Frühere oder falsche "Version der Vorschriften". Wo soll denn das noch enden?
Man sollte diese Beamten (?) an der Hand zum Perron führen und sie dann fragen, was das Problem ist. Denjenigen, die das nicht checken, sollte man das gesponserte GA entziehen. Die sollen sich im im Strassenverkehr zurechtfinden.
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