SF setzt auf Muslim-Reporterin

Aktualisiert am 24.01.2010

Neues Religionskonzept: Neben den traditionellen Landeskirchen sollen Muslime, Juden und andere Religionen beim Schweizer Fernsehen mehr zu Wort kommen.

Multikulti beim SF: Raschida Bouhouch arbeitet als Reporterin.

Multikulti beim SF: Raschida Bouhouch arbeitet als Reporterin.

Raschida Bouhouch, eine an der ETH Zürich promovierte Biologin schweizerisch-marokkanischer Herkunft, ist die erste muslimische Reporterin beim Schweizer Fernsehen. Konkret geht es um die Sendung «Bilder zum Feiertag», 4-minütige Kurzreportagen, die 6- bis 8-mal im Jahr ausgestrahlt werden, wie die Zeitung «Sonntag» berichtet.

Raschida Bouhouch gibt der neuen Ausrichtung ein Gesicht: «Junge Gläubige anderer Religionen sind als Laienreporter unterwegs», sagt Nathalie Wappler, Redaktionsleiterin der SF-Sternstunden. Neben den traditionellen Landeskirchen sollen Muslime, Juden und andere Religionen mehr zu Wort kommen. «Wir wollen Integration stärker gewichten und ein längeres, separates Format entwickeln, das wir in einer stärkeren Regelmässigkeit ausbauen können», sagt Wappler.

Muslimische Reporterin am Appenzeller Stammtisch

Das Konzept will sie Ende Februar der Geschäftsleitung unterbreiten. «Integration soll eben nicht nur bildungsbürgerlich daher kommen, sondern lebensnah. Dazu gehört auch, dass wir Konflikten nicht ausweichen.

Es kann sein, dass unsere muslimische Reporterin einen Appenzeller Stammtisch besucht und dort mit den Leuten spricht, auch über heikle Themen», so Wappler. Ausserdem will sie auch den etwas verstaubten Sendetitel überarbeiten. «In den nächsten Wochen lancieren wir auch eine eigene Homepage.»

(bru)

Erstellt: 24.01.2010, 11:41 Uhr

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