SP macht auf Geheimniskrämerei

Aktualisiert am 01.09.2010 33 Kommentare

Die SP-Parteileitung hat heute Hearings mit den vier SP-Bundesratskandidatinnen durchgeführt. Welche zwei bevorzugt werden, wurde noch nicht verraten.

Lässt die Katze noch nicht aus dem Sack: SP-Präsident Christian Levrat heute vor den Medien.

Lässt die Katze noch nicht aus dem Sack: SP-Präsident Christian Levrat heute vor den Medien.
Bild: Keystone

SP Bern: Roland Näf übernimmt

Der neue Präsident der SP des Kantons Bern heisst Roland Näf. Der Parteitag wählte ihn in Bern zusammen mit den beiden neuen Vizepräsidentinnen Sabina Stör und Ursula Zybach in die Parteileitung.

Etwa zwei Dutzend der 187 Genossinnen und Genossen verweigerten Näf jedoch die Wahl. Der Grossrat und Schulleiter folgt auf Iréne Marti Anliker, die nach sieben Jahren an der Parteispitze demissionierte.

Näfs Nomination war insbesondere bei den Jungsozialisten auf keine Gegenliebe gestossen. Dies, weil sich Näf in der Diskussion um Killergames gegen die Jugend gestellt habe. Er hätte besser mit einem Kernthema einen solchen Wirbel entfacht als mit dem Scheinthema Killergames, hiess es am Parteitag.

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«Die Fraktion hat die Qual der Wahl», sagte SP-Fraktionschefin Ursula Wyss vor den Medien im Bern. Die Fraktion wird am Freitag die offiziellen Kandidatinnen nominieren. Nach dem Fraktionsvorstand hat sich auch die SP-Parteileitung für ein Zweierticket ausgesprochen.

Sollte die Bundesversammlung eine Kandidatin wählen, die nicht nominiert wurde, wird sie die Wahl nicht annehmen. Dies hätten alle vier Kandidatinnen versprochen, sagte SP-Präsident Christian Levrat. In den Gesprächen hätten zudem alle Kandidatinnen zugesichert, mit der Partei zusammenzuarbeiten und im Bundesrat keine Partikulärinteressen zu vertreten.

Herkunft spielt keine Rolle

Levrat betonte weiter, dass die Herkunft der Kandidatinnen für die SP nicht im Vordergrund stehe. Die Partei könne sich sehr gut zwei Bundesratsmitglieder aus demselben Kanton vorstellen. Die SP freue sich, vier qualifizierte Frauen präsentieren zu können. Die Kandidatinnen repräsentierten die SP in ihrer Vielfalt.

Um die Nachfolge von Bundesrat Moritz Leuenberger bewerben sich die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga, die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr, die St. Galler Nationalrätin Hildegard Fässler und die Basler Regierungsrätin Eva Herzog.

Sommaruga in der Poleposition

Kronfavoritin ist Simonetta Sommaruga. Die 50-Jährige gilt als pragmatische Politikerin, die sich über die Parteigrenzen hinaus verständigen kann und tragfähige Lösungen sucht. Als Konsumentenschützerin geniesst Sommaruga auch in der Bevölkerung viel Sympathie. Sommarugas Kandidatur als Bundesrätin ist nun auch offiziell. Sie wurde am Mittwoch in Bern vom Parteitag der SP Kanton Bern einstimmig nominiert.

Gute Chancen werden auch Jacqueline Fehr vorausgesagt. Die 47- Jährige, die ihre Kandidatur erst letzte Woche bekannt gab, wird für ihre sachbezogene Politik gelobt. Sie beschäftigt sich vor allem mit Familien-, Verkehrs-, Bildungs- und Gesundheitspolitik.

Vernetzung versus Exekutiverfahrung

Hildegard Fässler hat sich als Wirtschaftspolitikerin einen Namen gemacht. Die Mathematikerin gilt als bodenständig und kämpferisch. Sich selbst bezeichnet sie als «Politikerin mit einem rationalen Geist». Mit 59 Jahren ist Fässler die älteste der SP-Kandidatinnen.

Während Fässler, Fehr und Sommaruga in Bern gut vernetzt sind, liegt die Stärke von Eva Herzog in ihrer Exekutiverfahrung: Die 49- Jährige ist seit 2005 Basler Finanzdirektorin und hat sich den Ruf einer erfolgreichen Finanzpolitikerin erworben. Bei den letzten Wahlen 2008 erzielte sie ein Spitzenresultat.

Neben der SP-Fraktion nominiert am Freitag voraussichtlich auch die Fraktion der SVP ihren Kandidaten. Die SVP-Parteileitung möchte mit dem Freiburger Jean-François Rime ins Rennen steigen, wie sie am Dienstag bekannt gab. Ob auch die FDP die Nomination am Freitag vornimmt, ist noch offen. (bru/sda)

Erstellt: 01.09.2010, 18:47 Uhr

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33 Kommentare

Max Meier

02.09.2010, 09:16 Uhr
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Da braucht man kein grosses Geheimnis daraus zu machen, dann alle zur Verfügung stehenden sind diesem Amt nicht gewachsen. Keine internationale Erfahrung, keine wirtschaftlichen Kentnisse, keine starken Verhandlungspersönlichkeiten. Ausser Enteignung durch Umverteilung und EU Beitrittsaktivitäten ist da nicht viel vorhanden. Antworten


steve walker

02.09.2010, 09:21 Uhr
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Bei drei der vier Damen wird die "Vernetzung" als positive Eigenschaft aufgeführt. Die Dritte profiliert sich dafür mit Exekutiverfahrung und Fähigkeit, in einem Kollegialsystem konstruktiv mitzuarbeiten. Könnte mir jemand den Unterschied zwischen "Vernetzung" und "Verfilzung" erklären? Ja, klar, "Vernetzung" ist, wenn es die eigenen Leute betrifft, "Verfilzung", wenn es um die Gegenpartei geht. Antworten



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