Schweiz

Schliessen kann Krippen teuer zu stehen kommen

Sollen Kinderkrippen trotz Schweinegrippe-Gefahr offen bleiben? Ja, sagt der Krippen-Verband. Ärzte sehen das anders.

Sollen Kinderkrippen trotz Schweinegrippe-Gefahr offen bleiben?

Sollen Kinderkrippen trotz Schweinegrippe-Gefahr offen bleiben?

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Das Tessiner Gesundheitsdepartement hat gestern eine Kinderkrippe in Breganzona bei Lugano geschlossen. Eine Betreuerin und ein 3-jähriges Kind haben sich mit dem H1N1-Virus infiziert. Gemäss Behördenangaben hat die Betreuerin das Virus aus Spanien eingeschleppt, wo sie in den Ferien war.

Die Tessiner Krippe dürfte kein Einzelfall bleiben, wenn wie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erwartet, ab Mitte nächsten Monat die Pandemie um sich greift – und die Krippen-Betreiber vor ein Dilemma stellt. Schliessen sie die Krippe vorübergehend, sobald das Virus bei einem Schützling diagnostiziert wird, können sie die Elternbeiträge nicht verrechnen. Das hat der Verband Kindertagesstätten der Schweiz (Kitas) seinen Mitgliedern in einem Merkblatt mitgeteilt.

Zu knappe Kalkulation

Für den Grossteil der Krippen kommt eine Schliessung ohne behördliche Anweisung deshalb nicht in Frage. «Die meisten Betriebe kalkulieren so knapp, dass es sofort Probleme gibt, wenn bei laufenden Kosten die Elternbeiträge ausbleiben», sagt Kitas-Geschäftsführerin Ulla Grob-Menges. Wenn die Krippen jedoch trotz kranker Kinder den Betrieb weiterlaufen lassen, besteht die Gefahr, dass sich die Grippe auf das Personal überträgt – und der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Grob-Menges bleibt dennoch gelassen: «Das Personal ist es gewohnt, mit ansteckenden Krankheiten umzugehen. Ein H1N1-Fall ist kein Grund, eine Krippe zu schliessen.» Ausserdem, führt Grob-Menges aus, sei es bei Entdeckung eines Grippefalls zu spät. Die Kinder steckten andere wegen der Inkubationszeit bereits an, bevor erste Symptome auftreten. «Wenn ein Kind krank in die Krippe kommt, ist es zu spät. Dann sind andere wohl auch schon angesteckt», sagt Grob-Menges.

Diese Ansicht sei nicht korrekt, sagt Felix Dinkelmann, Leiter des Schulärztlichen Dienstes des Kantons Zürich. Die Patienten seien zwar schon 1 bis höchstens 2 Tage vor Ausbruch der Krankheitssymptome ansteckend, doch seien sie in den ersten Tagen der Krankheit mit Symptomen noch viel ansteckender. Grob-Menges Haltung bezeichnet Dinkelmann als «einigermassen fatalistisch» und hält fest: «Wenn man am Montag oder Dienstag schliesst, dann können Kinder, die die Krippe nur am Freitag besuchen, geschützt werden.»

Schliessung anordnen

Dinkelmann verschickt nun an sämtliche Krippen, Kindergärten und Schulen Empfehlungen, wie mit Grippekranken zu verfahren sei. Grundsätzlich gilt laut ihm: «Wer krank ist, bleibt zu Hause.» Die Kinderkrippen seien davon nicht ausgenommen. «Wenn Krippen ihren Betrieb aufrechterhalten, obwohl zu wenig, oder nur krankes Personal vorhanden ist, haben wir gesetzlich das Recht, die Schliessung anzuordnen. In diesem Fall müssen die Eltern, sofern im Betreuungsvertrag nichts anderes steht, ihre Elternbeiträge ausrichten.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.07.2009, 16:42 Uhr

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12 Kommentare

Andreas Moser

31.07.2009, 01:28 Uhr
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Alles Schall und Rauch, die Schweinegrippe: Der Tod liegt in der Impfung: Wie die Toronto Sun berichtete, hatte die Firma Baxter in Oesterreich die "harmlose" Grippeimpfung durchmischt: Eine Mischung aus dem aktuellen H3N2 Grippevirus und den tödlichen H5N1 Viren. Recherchiere, denke und handle. Und jetzt soll die Zwangsimpfung kommen. Antworten


Chris Saltzman

30.07.2009, 23:02 Uhr
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Frau Grob-Menges wird unvorteilhaft zitiert, wenn Sie lediglich das Befinden der Angestellten und die Gewährleistung ihrer Einkünfte/Elternbeiträge kalkuliert. Dass im vorliegenden Fall im Tessin jedoch nicht ein Kind, sondern eine Mitarbeiterin ursächlich für eine Schliesung war, ist mit keinem Wort erwähnt – recht bizzar. Mehr noch opportun und befangen, sollten die Interview Zitate stimmen. Antworten


Andreas Berger

30.07.2009, 13:01 Uhr
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@Rolf Schumacher: Richtig, Schwarze Schafe gibt es (leider) in jeder Branche. Es wäre aber falsch von einzelnen Individuen auf die Allgemeinheit zu schliessen. Ferner, wenn der Wolf im Schafspelz einmal entlarvt ist, so verliert er sehr schnell sein Gesicht. Die Grundmotivation der Allgemeinheit ist die Seriosität auch wenn die Versuchungen täglich vorhanden sind. Antworten


Franz Brunner

30.07.2009, 12:45 Uhr
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wenn da etwas geld fehlen sollte, soll der kanton / bund aushelfen--schliesslich sind krippen etwas gutes, denn wenn beide eltern arbeiten, dann gibts mehr steuereinnahmen, und krippen kreieren auch arbeitsplätze Antworten


Franziska Bolliger

30.07.2009, 12:13 Uhr
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Rolf Schumacher hat eigentlich recht mit dem was er mitteilt. Dem Bürger wird die Schweinepandemie so vermittelt, als würde es sich um den Ebola-Virus handeln. Dabei killt die jährliche Influenza-Grippe in der Schweiz mehr Menschen. Da schreit keiner nach Tamiflu und in den Medien wir es auch nicht bis in den Orbit hinauf gepuscht. Studie und Auftraggeber sind ja immer eng verknüpft! Antworten


Irène Städelin

30.07.2009, 11:15 Uhr
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@ Robert Herz: Endlich jemand der nicht so verweichlicht denkt und sich vom Presse-Terror einschüchtern lässt! je schneller man die Grippe hinter sich hat desto besser - hatte als Kind alle erdenkbaren Kinderkrankheit durchgestanden - seither haut mich praktisch nichts mehr um! Also, nicht so rumjammern und sich in Endzeitgedanken wälzen - so wird man nur noch depressiv! Antworten


Rolf Schumacher

30.07.2009, 11:06 Uhr
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@Berger Kein seriöser Politiker lügt. Kein seriöser Bänker spekuliert grobfahrlässig. Kein seriöser Beamter lässt sich korrumpieren. Kein seriöser Priester flucht und als Katholik hat er auch keine Kinder. Kein seriöser Mensch tut etwas Schlechtes. Und doch geschieht Unmoralisches und Unethisches täglich. Vielleicht weil seriös sein nicht IMMER möglich ist? Antworten


Andreas Berger

30.07.2009, 10:05 Uhr
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@Rolf Schumacher: So ein Quatsch. Kein seriöser Wissenschaftler fälscht seine Studien, denn das schlimmste was einem Wissenschaftler passieren kann, ist seine Glaubwürdikeit zu verlieren.Ferner haben Sie als hoffentlich selbstständig denkender Mensch immer noch die freie Wahl, was sie kaufen bzw. zu sich nehmen. Antworten


Matthias Brütsch

30.07.2009, 10:02 Uhr
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Ich frage mich, auf welche gesetzliche Grundlage sich Dinkelmann stützt, wenn er behauptet, die Eltern müssten ihre Beiträge auch bei einer ausserordentlichen Schliessung entrichten. Ist es nicht eher so, dass sie nur bezahlen müssen, wenn der Vertrag dies explizit vorsieht? Antworten


Robert Herz

30.07.2009, 09:51 Uhr
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All die Pandemiepläne von Bund, Kantonen, Gemeinden und Betrieben haben ein gewaltiges Manko schon auf logischer Stufe: Sie berücksichtigen nicht das Problem, dass es ab einem bestimmten Punkt günstiger ist, wenn die Bevölkerung möglichst rasch durchseucht ist. Man ist immer davon ausgegangen, es mit einem gefährlichen, ja tödlichen Virus zu tun zu haben - was nun prompt nicht der Fall ist. Antworten


Dieter Wundrak-Gunst

30.07.2009, 08:30 Uhr
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Eine schwierige Situation, die uns allen Angst macht. Auch mir, das gebe ich offen zu. Nur, wenn schon Àrzte sagen, wer krank ist, der bleibt zu Hause, dann sollte man dies tun. Natürlich gibt es für viele Leute da rechte Unannehmlichkeiten betreffend Kinderunterbringung. Nur kennen wir alle nicht die Auswirkungen, wenn es nicht befolgt wird. Oder sehe ich dies alles falsch. Dann einfach sorry. Antworten


Rolf Schumacher

30.07.2009, 08:20 Uhr
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Schaffen wir doch alle Menschen ab, dann werden wir nicht mehr angesteckt. Man könnte dann angstfrei tief durchatemen. Ein Widersrpuch? Na, wenigstens ein ganz offensichtlicher, im Gegensatz zu den vielen versteckten (aber bewussten Fehlern) in wissenschaftlichen Studien, die uns zum Kauf von teuren Medis verleiten. Gardasil, Tamiflu und du bleibst gesund, gegen den Rest kann man sich VERSICHERN?? Antworten



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