Schweiz
Schliessen kann Krippen teuer zu stehen kommen
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 30.07.2009 12 Kommentare
Sollen Kinderkrippen trotz Schweinegrippe-Gefahr offen bleiben?
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Das Tessiner Gesundheitsdepartement hat gestern eine Kinderkrippe in Breganzona bei Lugano geschlossen. Eine Betreuerin und ein 3-jähriges Kind haben sich mit dem H1N1-Virus infiziert. Gemäss Behördenangaben hat die Betreuerin das Virus aus Spanien eingeschleppt, wo sie in den Ferien war.
Die Tessiner Krippe dürfte kein Einzelfall bleiben, wenn wie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erwartet, ab Mitte nächsten Monat die Pandemie um sich greift – und die Krippen-Betreiber vor ein Dilemma stellt. Schliessen sie die Krippe vorübergehend, sobald das Virus bei einem Schützling diagnostiziert wird, können sie die Elternbeiträge nicht verrechnen. Das hat der Verband Kindertagesstätten der Schweiz (Kitas) seinen Mitgliedern in einem Merkblatt mitgeteilt.
Zu knappe Kalkulation
Für den Grossteil der Krippen kommt eine Schliessung ohne behördliche Anweisung deshalb nicht in Frage. «Die meisten Betriebe kalkulieren so knapp, dass es sofort Probleme gibt, wenn bei laufenden Kosten die Elternbeiträge ausbleiben», sagt Kitas-Geschäftsführerin Ulla Grob-Menges. Wenn die Krippen jedoch trotz kranker Kinder den Betrieb weiterlaufen lassen, besteht die Gefahr, dass sich die Grippe auf das Personal überträgt – und der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden kann.
Grob-Menges bleibt dennoch gelassen: «Das Personal ist es gewohnt, mit ansteckenden Krankheiten umzugehen. Ein H1N1-Fall ist kein Grund, eine Krippe zu schliessen.» Ausserdem, führt Grob-Menges aus, sei es bei Entdeckung eines Grippefalls zu spät. Die Kinder steckten andere wegen der Inkubationszeit bereits an, bevor erste Symptome auftreten. «Wenn ein Kind krank in die Krippe kommt, ist es zu spät. Dann sind andere wohl auch schon angesteckt», sagt Grob-Menges.
Diese Ansicht sei nicht korrekt, sagt Felix Dinkelmann, Leiter des Schulärztlichen Dienstes des Kantons Zürich. Die Patienten seien zwar schon 1 bis höchstens 2 Tage vor Ausbruch der Krankheitssymptome ansteckend, doch seien sie in den ersten Tagen der Krankheit mit Symptomen noch viel ansteckender. Grob-Menges Haltung bezeichnet Dinkelmann als «einigermassen fatalistisch» und hält fest: «Wenn man am Montag oder Dienstag schliesst, dann können Kinder, die die Krippe nur am Freitag besuchen, geschützt werden.»
Schliessung anordnen
Dinkelmann verschickt nun an sämtliche Krippen, Kindergärten und Schulen Empfehlungen, wie mit Grippekranken zu verfahren sei. Grundsätzlich gilt laut ihm: «Wer krank ist, bleibt zu Hause.» Die Kinderkrippen seien davon nicht ausgenommen. «Wenn Krippen ihren Betrieb aufrechterhalten, obwohl zu wenig, oder nur krankes Personal vorhanden ist, haben wir gesetzlich das Recht, die Schliessung anzuordnen. In diesem Fall müssen die Eltern, sofern im Betreuungsvertrag nichts anderes steht, ihre Elternbeiträge ausrichten.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.07.2009, 16:42 Uhr
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12 Kommentare
Schaffen wir doch alle Menschen ab, dann werden wir nicht mehr angesteckt. Man könnte dann angstfrei tief durchatemen. Ein Widersrpuch? Na, wenigstens ein ganz offensichtlicher, im Gegensatz zu den vielen versteckten (aber bewussten Fehlern) in wissenschaftlichen Studien, die uns zum Kauf von teuren Medis verleiten. Gardasil, Tamiflu und du bleibst gesund, gegen den Rest kann man sich VERSICHERN?? Antworten
Eine schwierige Situation, die uns allen Angst macht. Auch mir, das gebe ich offen zu. Nur, wenn schon Àrzte sagen, wer krank ist, der bleibt zu Hause, dann sollte man dies tun. Natürlich gibt es für viele Leute da rechte Unannehmlichkeiten betreffend Kinderunterbringung. Nur kennen wir alle nicht die Auswirkungen, wenn es nicht befolgt wird. Oder sehe ich dies alles falsch. Dann einfach sorry. Antworten
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