Schweiz

Schmidheiny droht Gang vor den Richter

Aktualisiert am 10.10.2008 26 Kommentare

Der Turiner Staatsanwalt hat seine Ermittlungen zu den Asbest-Fällen der Fassadenherstellerin Eternit abgeschlossen. Nun soll sich das Strafgericht mit Stephan Schmidheiny befassen.

Asbest-Sanierung, Aufnahme von 1995. 45 Menschen, die bei der Faserzementproduzentin Eternit AG in Niederurnen GL gearbeitet haben, sind einem von Asbestfasern verursachten Krebsleiden erlegen.

Asbest-Sanierung, Aufnahme von 1995. 45 Menschen, die bei der Faserzementproduzentin Eternit AG in Niederurnen GL gearbeitet haben, sind einem von Asbestfasern verursachten Krebsleiden erlegen.
Bild: Keystone

Der Schweizer Industrielle Stephan Schmidheiny.

Der Schweizer Industrielle Stephan Schmidheiny. (Bild: Keystone)

Der Staatsanwalt beantragte am Freitag die Überweisung an das zuständige Gericht. Er wirft den beiden Männern vor, für zahlreiche, durch den Faserstoff Asbest verursachte Todes- und Krankheitsfälle ehemaliger Eternit-Mitarbeiter verantwortlich zu sein, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Der Schweizer Milliardär und einstige Eternit-Mehrheitsaktionär Stephan Schmidheiny und der ehemalige Verantwortliche von Eternit Italien, Jean-Louis de Cartier, sollen willentlich Vorsichtsmassnahmen unterlassen und einen Unfall grösseren Ausmasses vorsätzlich riskiert haben.

Ihnen wird zudem vorgeworfen, Reglemente zur Verhinderung arbeitsbedingter Krankheiten missachtet zu haben. Der Standort in Turin war eine von mehreren Produktionsstätten der 1986 in Konkurs gegangenen italienischen Eternit-Holding.

Gemäss Angaben der Zivilkläger starben rund 2000 Personen in Folge von Vergiftungen mit dem krebserregenden Stoff Asbest. Rund 700 weitere Personen seien an Staublungen oder Krebs erkrankt.

Bei den italienischen Strafbehörden waren mehrere hundert Klagen von ehemaligen Eternit-Angestellten oder deren Angehörigen eingereicht worden. In der Schweiz ist Asbest seit 1995 gänzlich verboten. (bru/sda)

Erstellt: 10.10.2008, 21:51 Uhr

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26 Kommentare

Kleiner Bürger

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Wie immer trifft es die Arbeiter und die Bosse kommen ungeschoren davon und werden dann immer reicher. so ist die Welt. Da sind mir die Bankenmanager lieber, die haben wenigstens kein Blut an ihren Händen. Antworten


urs meier

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ja, darauf habe ich lange gewartet, obwohl nicht direkt betroffen ging mir diese geschichte schon ziemlich auf das gemüt. eigentlich wussten sie es schon immer, die familie schiedheiny, aber der deckel sollte drauf. "Es könnten ja ungebührliche forderungen gestellt werden....". so erscheinen mir die aktuellen vertreter dieser generation nicht wirklich 'edel'. :( Antworten



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