Schneller und mehr Platz – der neue SBB-Doppelstöcker

Was der heute vorgestellte FV-Dosto kann und wie er sich von den bisherigen Zügen unterscheidet.

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Heute konnten Medienvertreter erstmals bei einer Testfahrt des neuen doppelstöckigen Fernverkehrszugs der SBB dabei sein – endlich, ist man versucht zu sagen. Denn die Einführung hat sich immer wieder verzögert. Mit drei Jahren Verspätung liefert der Hersteller Bombardier nun im Sommer die ersten Twindexx-Swiss-Express-Züge aus.

Es handelt sich um einen Teil der grössten Beschaffung in der Geschichte der SBB: Für 1,9 Milliarden Franken hat sie im Jahr 2010 Züge bei Bombardier bestellt, darunter 30 Exemplare in der Version IR 200, die heute vorgestellt wird. Doch was unterscheidet den neuen Fernverkehrszug FV-Dosto von den alten Doppelstöckern?

Der neue Zug verfügt über energieeffiziente Motoren, die Energieeinsparungen von rund 10 Prozent erlauben. Er hat ein verteiltes Antriebssystem, in dem zwölf Fahrmotoren in den Drehgestellen der achtteiligen und damit gut 200 Meter langen Einheit zum Einsatz kommen. Jeder Wagen des Zuges ist damit ein Triebwagen.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt wie beim heutigen IC-Doppelstöcker etwa 200 Kilometer pro Stunde. Im Gegensatz zum alten Modell kann der neue Zug aber schneller in Kurven fahren. Möglich wird dies durch einen Ausgleichmechanismus.

Die Twindexx-Swiss-Express-Züge von Bombardier verfügen über eine neue Variante der Neigetechnik, Wank-Kompensation (Wako) genannt. Sie verhindert, dass sich die Wagen in Kurven zu stark nach aussen neigen und reduziert so die Seitenbeschleunigung, die auf die Fahrgäste einwirkt. Der neue Zug kann seine Kurvengeschwindigkeit dadurch bei gleichem Fahrgefühl um etwa 13 Prozent erhöhen.

Die SBB versprechen sich davon einen Fahrzeitgewinn von nahezu 10 Prozent gegenüber konventionellen Zügen, ohne den Kundenkomfort zu beeinträchtigen. So soll beispielsweise die Reisezeit der Strecke Bern–Lausanne, die gegenwärtig 66 Minuten dauert, auf unter eine Stunde fallen.

Video - Das bietet der neue SBB-Fernzug den Passagieren

Im Dezember soll der Twindexx auf die Schienen gehen. (Quelle: Lea Koch)

Zudem bietet der FV-Dosto in der Version IR 200 mehr Platz als seine Vorgänger. Wenn er mit zwei Kompositionen gefahren wird, stehen bis zu 1364 Sitzplätze zur Verfügung und damit 300 mehr als bei den heutigen Doppelstockzügen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.05.2017, 15:47 Uhr

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