Schweiz
Schweizer Juden werden angepöbelt
Von Daniel Foppa. Aktualisiert am 07.01.2009 39 Kommentare
«Israelkritik wird – wie schon häufig in der Vergangenheit – dazu missbraucht, antisemitischen Äusserungen freien Lauf zu lassen»: SIG-Präsident Herbert Winter.
Beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) und den jüdischen Gemeinden in den Schweizer Städten treffen derzeit vermehrt Mails und Briefe mit antisemitischem Inhalt ein. So wurde den Juden in einer anonymen Zuschrift vorgeworfen, sie hätten «nichts aus dem Holocaust gelernt». Oder ihnen wird massiv mit Vergeltung gedroht. In der Stadt Zürich kam es in den letzten Tagen zudem zu mindestens fünf antisemitischen Sprayereien, wie die Stadtpolizei bestätigt. In einem Fall ist dabei – wie bereits bei der Anti-Israel-Kundgebung von letzter Woche in Bern – der Davidstern mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt worden. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Israelischer Botschafter warnt
«Israelkritik wird – wie schon häufig in der Vergangenheit – dazu missbraucht, antisemitischen Äusserungen freien Lauf zu lassen», sagt SIG-Präsident Herbert Winter. Er selbst bedauere die Opfer, welche die Auseinandersetzungen in Gaza und im südlichen Israel auf beiden Seiten fordern. Gleichzeitig gibt Winter zu bedenken, dass sich Israel gegen den jahrelangen Raketenbeschuss der Hamas verteidigen müsse.
Der israelische Botschafter in Bern, Ilan Elgar, rät derweil, die Drohungen der Hamas ernst zu nehmen. Der Führer der radikalen Palästinenserorganisation hatte dazu aufgerufen, als Vergeltung für die Militäraktion weltweit Israelis anzugreifen. «Ein solcher Aufruf kann auch Personen zu antisemitischen Aktionen veranlassen, die nicht direkt mit der Hamas in Verbindung stehen», warnt Elgar.
Stadtpolizei Zürich hat reagiert
«Auf Grund der Situation in Gaza schenken wir jüdischen Einrichtungen derzeit besondere Aufmerksamkeit», sagt Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei Zürich. Der SIG oder einzelne jüdische Gemeinden äussern sich nicht dazu, wie sie auf die gestiegene Bedrohungslage reagieren. «Der am Dienstag erfolgte Brandanschlag auf eine Synagoge in Toulouse gibt einem aber schon zu denken», sagt Samuel Dubno von der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich.
Täglich analysiert wird die Lage vom Bundessicherheitsdienst in Bern. Auf der Grundlage dieser Analysen passt die Armee, welche die israelischen Vertretungen in Bern und Genf bewacht, jeweils ihr Dispositiv an. Armeesprecher Christoph Brunner wollte auf Anfrage keine Stellung dazu nehmen, ob die israelischen Vertretungen nun verstärkt bewacht werden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.01.2009, 23:15 Uhr
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39 Kommentare
Man darf sicher auch einmal ganz sachlich die Frage stellen, inwieweit eine Berichterstattung, welche die Sichtweise der israelfeindlichen Seite ungefiltert übernimmt, antijüdische Ressentiments begünstigt. Ständig wiederholte implizite Behauptungen, Juden töteten ganz bewusst und vorsätzlich Frauen und vor allem Kinder, entsprechen schliesslich uralten antisemitischen Klischees. Antworten
!gotteskrieger! die sich hinter frauen und kinder verstecken und skruppellos hinnehmen das diese getotet werden wo sie schon langstens die weite gesucht haben einfach fraurig bei allem bin kein grosse israel fan ein land das seine macht nur wegen wahlen missbraucht wie damals (libanon)und auch skruppellos zivisten totet ja kein dreck besser Antworten
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