Schweiz
Schweizer Uran: Aus den Augen, aus dem Sinn
Wohin damit?: Bereits 2003 haben Greenpeace-Aktivisten vor dem Kloster Einsiedeln auf die Atommüll-Entsorgung aufmerksam gemacht. (Bild: Keystone)
Bis zu 80 Prozent des Materials, das Schweizer AKW-Betreiber zur Wiederaufarbeitung ins Ausland schicken, kommt nicht mehr zurück. Es landet – ohne jede Kontrolle durch Schweizer Behörden – in Atommeilern im Osten. Das zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung».
Eine solche Art der Entsorgung widerspricht der Idee des Kernenergiegesetzes: Dieses schreibt vor, dass die Betreiber der Schweizer AKW über die Lagerung beziehungsweise Wiederaufbereitung des verbrauchten Materials im Ausland Buch führen müssen. Das Bundesamt für Energie publiziert jedes Jahr eine Liste der Lagerorte im Ausland.
Auf anderen Besitzer überschrieben
Doch auf dieser Liste figurieren grosse Mengen des Materials nicht. Grund: Das verbrauchte Kernmaterials aus der Schweiz wechselt an der Grenze den Besitzer. Damit entziehen sich die AKW-Betreiber der Buchhaltungspflicht. Das Schweizer Kernmaterial in fremdem Besitz wird nach Russland verschifft. Die Russen liefern nur einen kleinen Teil als neuer Brennstoff an die Schweiz zurück. Den grössten Teil setzen sie als minderwertiges Brennmaterial in alten, von der Internationalen Atomenergiebehörde als gefährlich eingestuften Reaktoren ein.
Gemäss der Zeitung wollen einige Parlamentarier nun handeln und das Kernenergiegesetz anpassen. Sie fordern, dass der Besitzwechsel und der Gebrauch von gefährlichem Material in AKW, deren Sicherheitsstandards nicht denen der Schweiz entsprächen, unterbunden werden. (mbr/sz/)
Erstellt: 05.07.2009, 13:53 Uhr
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