Schweiz

Schweizer treten auch bei Sozialwerken auf die Schuldenbremse

Aktualisiert am 19.07.2012 61 Kommentare

Die strenge Schweizer Finanzpolitik geniesst laut einer Umfrage starken Rückhalt bei den Stimmberechtigten. Demnach befürworten sogar Wähler linker Parteien eine Schuldenbremse für Sozialversicherungen.

Eine Mehrheit der Wähler aller grossen Parteien erachtet eine Schuldenbremse bei den Sozialversicherungen eher oder sehr sinnvoll: Zustimmung und Ablehnung in Prozent der Befragten.

Eine Mehrheit der Wähler aller grossen Parteien erachtet eine Schuldenbremse bei den Sozialversicherungen eher oder sehr sinnvoll: Zustimmung und Ablehnung in Prozent der Befragten.
Bild: Economiesuisse/GfS Bern

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Erstmals wünscht sich eine Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigen eine Schuldenbremse auch bei den Sozialversicherungen. Sparen soll der Staat auch im Asylwesen, bei der Armee und in der Verwaltung.

Die Frage nach einer Schuldenbremse bei Sozialversicherungen wurde im Rahmen einer Umfrage zur Finanz- und Steuerpolitik gestellt, welche das Forschungsinstitut GfS Bern im Auftrag des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse durchführte.

Laut der Umfrage wollen 63 Prozent der Stimmbürger, dass mit einer Schuldenbremse die Verschuldung der Sozialwerke verhindert wird. Gegenüber 2011 ist das eine Zunahme von 20 Prozent. Mit der bestehenden Schuldenbremse auf Bundesebene sind die Schweizer zufrieden. 64 Prozent finden, sie habe sich bewährt, 83 Prozent wollen die Schuldenbremse beibehalten.

Nicht mehr Geld für Staat

Mehr Geld wollen die Schweizer dem Bund nicht zugestehen. 87 Prozent finden, dass der Staat seine Aufgaben mit den bestehenden Mitteln zu lösen habe. 63 Prozent der Befragten würden gemeinsam mit tieferen Ausgaben gerne auch tiefere Steuern sehen. Mehr Aufgaben für den Staat und dafür höhere Steuern bezahlen wollen hingegen nur 12 Prozent. Im Falle eines Defizits im Bundeshaushalt sprechen sich 84 Prozent der Befragten für Ausgabenkürzungen aus.

Wie der Staat mit den Einnahmen umgeht, kommt bei einer Mehrheit nicht gut an. 60 Prozent finden, der Bund habe die Ausgaben nicht im Griff. Die meisten der Befragten wünschen sich Einsparungen im Asylbereich, bei der Armee und in der Verwaltung. Mehrausgaben würden einzig im Bereich der Bildung akzeptiert.

Unglaubwürdige Finanzexperten

Glaubwürdige Akteure in Sachen Finanzpolitik sind für die Schweizer in erster Linie sie selbst. 87 Prozent halten «Leute wie Sie und ich» in diesen Belangen glaubwürdig. Mit 49 Prozent Zustimmung am schlechtesten schneiden in dieser Wertung die Finanzexperten ab. Den Bundesrat und das Parlament halten 72 respektive 74 Prozent für glaubwürdig. Mit 63 Prozent wurde Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf schlechter bewertet als der Gesamtbundesrat.

In der Parteienlandschaft werden die FDP und die Grünen am ehesten als Akteure der Finanzpolitik wahrgenommen. Knapp dahinter folgt die SVP, mit etwas Abstand die CVP und die SP. (mw/sda)

Erstellt: 19.07.2012, 10:44 Uhr

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61 Kommentare

Margot Helmers

19.07.2012, 10:59 Uhr
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Schuldenbremse bei den Sozialversicherungen!?! Gehts noch! Zusammen mit dem Arbeitgeberverband verkünden, dass es nicht Aufgabe vom Arbeitgeber ist existenzsichernde Löhne zu bezahlen denn es gibt ja noch die Sozialwerke, will man jetzt diese auch noch demontieren. Zugleich die PFZ als das Erfolgsmodel feiern, weil einer aus der EU macht den Job noch billiger. Leute wacht auf!! Die verkaufen uns!! Antworten


Max Untreu

19.07.2012, 10:54 Uhr
Melden 215 Empfehlung 0

War es nicht der gleiche Interessenverband der vor kurzem noch meinte, im Zusammenhang mit der Idee eines existenzsichernden Mindestlohn, dass der Lohn ja nicht unbedingt zum Leben reichen muss, weil es doch die Sozialwerke gibt? Antworten



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