Schweiz

Schweizer wollen Bären zurück

Aktualisiert am 13.04.2009

Ein Jahr nach dem Abschuss von JJ3 hat eine Umfrage ergeben: 85 Prozent befürworten die natürliche Rückkehr des Bären in die Schweiz.

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Stattlicher Bursche: JJ3 im Bündner Naturmuseum in Chur.
Bild: Keystone

   

JJ3 wurde am 14. April 2008 oberhalb von Thusis von Bündner Wildhüter erschossen. Der berühmteste Bär der Schweiz steht heute ausgestopft im Naturmuseum in Chur.

Sogar in den Alpen ist der Bär willkommen

«Doch Bären haben ein besseres Schicksal verdient als in Museen zu stehen oder auf Wappen und Wirtshauschildern verewigt zu werden», schreibt der WWF Schweiz, welcher die Umfrage auch durchführte. Die Umfrage zeige, dass der Bär akzeptiert werde: 85 Prozent der Deutschschweizer und 81 Prozent der Romands befürworten demnach die Rückkehr des Bären ins Land.

Sogar in den Alpen und Voralpen liege die Zustimmung mit 85 Prozent genau im schweizerischen Durchschnitt. Der Bär werde also auch in der betroffenen Region gut akzeptiert, teilte der WWF mit.

Besseren Schutz von Schafherden

Der nächste Bär kommt laut der Organisation bestimmt. In den italienischen Alpen seien derzeit vier Jungtiere wanderbereit. «Deshalb muss die Schweiz endlich bärentauglich werden», wird die WWF-Bärenexpertin Joanna Schönenberger zitiert. Dazu brauche es einen besseren Schutz von Schafherden und ein Abfallmanagement in allen potenziellen Bärenregionen. Als Vorbild diene die Biosphärenregion Münstertal: Hier seien auf vorbildliche Weise bärentaugliche Abfalleimer aufgestellt. Andere andere Futterquellen seien entfernt worden.

JJ3 war viel zu zutraulich

Dem zweijährigen JJ3 war seine mangelnde Scheu vor Menschen zum Verhängnis geworden. Die Behörden gaben ihn zum Abschuss frei, weil er auf Futtersuche zu oft in der Nähe von Häusern in Abfällen wühlte. Vor JJ3 war letztmals 1904 ein Bär im Engadin erlegt worden. Danach galt der Bär in der Schweiz für über 100 Jahre als ausgestorben. Ab 2005 wurden vereinzelt Bären in der Schweiz gesichtet.

JJ3 wanderte im Juni 2007 ein. Schreckschüsse und weitere Vergrämungsaktionen hielten ihn nicht vor Streifzügen in Siedlungen ab, so dass ihn die Behörden zum Schluss zum «Risikobär» hochstuften. JJ3 ereilte das gleiche Schicksal wie seinen Bruder «Bruno», der 2006 in Bayern erschossen worden war. (bru/ap)

Erstellt: 13.04.2009, 14:46 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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