Schweiz
So viel verdient Simonetta Sommaruga
Aktualisiert am 04.09.2010 69 Kommentare
Umfrage
SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr und SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga haben ihren Lohn und ihr Vermögen offen gelegt. Sollen diesem Beispiel alle Parlamentarier folgen?
Ja, so werden Interessensbindungen transparenter
Nein, Lohn und Vermögen sind Privatsache
2702 Stimmen
Volk soll Bundesräte wählen
Avenir-Suisse-Direktor Thomas Held fordert in der Zeitung «Sonntag» die Volkswahl der Bundesräte. Die wirtschaftsnahe Denkfabrik arbeitet zurzeit an einer Studie zum Thema. Held kritisiert das heutige Verfahren: «Das Wahlprozedere ist heute zu spielerisch, ja fast frivol. Wer am Schluss gewählt wird oder welches Departement bekommt, ist von Zufälligkeiten und seltsamen Kriterien wie der Anciennität abhängig.»
Wie eine Volkswahl funktionieren könnte, «dem wird Avenir Suisse nachgehen.» Und weiter: «Heute fürchten viele die Volkswahl, weil sie angeblich bloss eine Show bietet. Doch diese Show ist ein hartes Auswahlverfahren, das vielleicht die Ästhetik stört, aber die Qualität verbessert. Im jetzigen Verfahren wurde zum Beispiel kaum je überlegt, ob es hervorragende, unabhängige Kandidaten von ausserhalb der Politik geben könnte.» Freuen wird dies die SVP, die zurzeit Unterschriften für die Initiative «Volkswahl der Bundesräte» sammelt.
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SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr verdient im Jahr 200'000 Franken und besitzt ein Vermögen von 626'000 Franken. Sie hatte als einzige Bundesratskandidatin ihren Steuerausweis offen gelegt.
Im Interview mit der Zeitung «Sonntag» tut es ihr aber SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga gleich. Sie und ihr Ehemann Lukas Hartmann hätten 2009 «120'000 Franken Einkommen versteuert und ein Vermögen von 610'000 Franken». 400'000 Franken dieses Vermögens steckten im Haus. «Ich finde es gut, dass Sie das fragen», betont Sommaruga.
Druck steigt auf freisinnige Kandidaten
Sie ginge in Sachen finanzieller Transparenz gar noch einen Schritt weiter. «Ich würde sogar empfehlen, dass die Parlamentarier nicht nur ihre Interessenbindungen offen legen, sondern wie viel sie je damit verdienen», sagt Sommaruga. «Es gibt Politiker, die behaupten, dass sie für ein Mandat 100'000 Franken erhalten aber dennoch unabhängig urteilen können. Ob die Wähler das auch so sehen, sollten sie selber entscheiden können.»
Mit der Offenlegung von Fehr und Sommaruga steigt der Druck auf die freisinnigen Bundesratskandidaten, ihre versteuerten Einkommen und Vermögen ebenfalls öffentlich zugänglich zu machen. Das aber will Karin Keller-Sutter nicht. «Das Steuerregister im Kanton St. Gallen ist nicht öffentlich», sagt die Regierungsrätin gegenüber der Zeitung «Sonntag». «Und ich bin eine Befürworterin des Steuergeheimnisses. Ich sehe keine Veranlassung, meine Steuerdaten offen zu legen.»
Besonders interessant wären die Daten von Unternehmer Johann Schneider-Ammann. Er antwortete gestern nicht auf eine entsprechende Anfrage. Die Zeitschrift «Bilanz» schätzt das Vermögen der Besitzerfamilie der Ammann Group auf 500 bis 600 Millionen Franken. (bru)
Erstellt: 04.09.2010, 23:08 Uhr
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69 Kommentare
Mit welchem Recht interessiert sich die Öffentlichkeit für die Einkommen und Vermögen der Damen Fehr und Sommaruga überhaupt? Nur weil sie möglicherweise künftige Mitglieder der Landesregierung sind, heisst dies noch lange nicht, dass sie sämtliche Privatsphäre aufgeben müssen. Kein Wunder, reklamieren nun wieder sämtliche Stammtischgänger. Antworten
@ D.Jaggi: wenn Sie mit 'richtig verdienen' Steuern hinterziehen, Entscheidungsträger schmieren und den Angestellten in den letzten 20 Jahren keine reelle Lohnerhöhung Zugestehende meinen, ja, dann sind Sie zweifelsohne im richtigen Land. Logischerweise alimentieren 'richtig Verdienende' nicht jene, die für mehr Ferien, für Sozialversicherungen und für passable Arbeitszeiten kämpfen. Antworten
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