Schweiz

So will Maurer gegen Hooligans vorgehen

Der sechste Runde Tisch zur Bekämpfung von Gewalt in Fussball- und Eishockeystadien will ein Verbot von Raketen durchsetzen, die Fanarbeit verbessern – und die Einführung einer Fancard prüfen.

Seit Jahren ein Problem: Grasshoppers-Fans im Oktober 2004 im Stadio Comunale von Bellinzona.

Seit Jahren ein Problem: Grasshoppers-Fans im Oktober 2004 im Stadio Comunale von Bellinzona.
Bild: Keystone

Wie Bundesrat Ueli Maurer am Dienstag den Medien darlegte, ist Gewalt in den Stadien in seinen Augen nicht nur eine Angelegenheit des Sportes. Im Sport bildeten sich gesellschaftliche Probleme ab. Sie zu bekämpfen, sei eine «Daueraufgabe». Der Runde Tisch mit den Sportverbänden, Bund und Kantonen werde deshalb weitergeführt.

»Wir ringen um Lösungen», sagte Maurer. Als Sofortmassnahmen sei abgemacht, die Zusammenarbeit aller Akteure, nämlich Clubs, Stadien, Polizei, öffentlicher Verkehr und Fanclubs, zu optimieren und die Aus- und Weiterbildung zu professionalisieren. Die Fanarbeit müsse gestützt werden.

Strikter gegen Krawallmacher vorgehen

Vor allem die Identifizierung von Krawallmachern sei zu verbessern, sagte Maurer. Es dürfe nicht sein, dass 50 Leute eine Veranstaltung von 20'000 Matchbesuchern störten. Die Fahndung im Internet solle ausgebaut werden. An einen Pranger, an dem Randalierer blossgestellt würden, werde aber nicht gedacht.

Doch müssten die Krawallmacher damit rechnen, dass sie mit mehr Gegenwehr zu rechnen hätten, sagte Maurer. Geprüft werde jetzt die Möglichkeit einer Stadionszutrittkarte, die dem Publikum schnellen und einfachen Zugang ins Stadion ermögliche. Das Projekt mit biometrischen Zugangskontrollen sei vorerst sistiert. (raa/sda/)

Erstellt: 23.06.2009, 21:12 Uhr

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9 Kommentare

Niklaus Frei

24.06.2009, 11:11 Uhr
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Es ist lobenswert wenn sich endlich alle Betroffenen an einen Tisch setzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Doch leider konzentriert man sich wieder auf ein Symptom der Gewaltbereitschaft. Längst nicht nur bei Fussballspielen wird Gewalt und vor allem wahllos ausgeübte Gewalt zu einem Problem. Auf auf Ihr Politiker es braucht breitere Lösungsansätze. Antworten


Ronnie König

24.06.2009, 08:53 Uhr
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Die Runde ist im ersten Anlauf praktisch gescheitert. Der Bund hilflos und diskutierte Massnahmen die eher untauglich sind zeigen es. Immerhin sieht man ein, dass ohne die Fanarbeiter und Fans letztlich nicht viel geht. Das ist wenigstens positiv. Es wird wohl noch mehrere Runden brauchen. Hoffe BR Maurer versteht das Problem und wird konstruktiv. Es betrifft uns als Gesellschaft, nicht nurStadion Antworten


alfred fischer

24.06.2009, 08:16 Uhr
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Fanpass bzw "Stadionzutrittskarte"? gabs schonmal im 2007, wurde durch die Fans blockiert und wieder abgsetzt. Wird auch diesmal nicht durchkommen. Zum Glück, denn ich gehe an ein Fussballspiel und nicht ins Ausland! Auch wenn man das ganze umbenennt bleibt es dasselbe und ist nicht machbar. Wann kapieren die Verantwortlichen endlich, dass Lösungen nur in Zusammenarbeit mit den Fans möglich ist? Antworten


Sabrina Meier

23.06.2009, 23:29 Uhr
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Hooligans die anonym Vergehen, Gewalt und Delikte begehen sollen identifiziert werden, auch übers Internet (früher Aktenzeichen XY, Austrahlung von Bilder oder anderen Beweisstücke). Nur wer das nicht will, kapituliert vor den gewaltätigen Chaoten (egal ob Hooligans oder gewaltätige Demonstranten) Antworten


eugen bissegger

23.06.2009, 20:06 Uhr
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Die Gewalt durch immer mehr Einschränkungen, an den Pranger stellen der Underdogs, erniedrigen, demütigen bis zum Exzess, mit Argumenten von Scheininvaliden, Arbeitsscheuen und dergleichen, schürt Gegengewalt, die sich halt irgendwo entlädt durch Individuen, welche sich nicht anders zu wehren wissen. Dies legitimiert den Ruf, hart durchzugreifen. Das ist getarnte, versteckte Staatsgewalt. Antworten


Guido Graf

23.06.2009, 19:55 Uhr
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Jetzt muss schweizweit einheitlich, gezielt und ohne wenn und aber gegen Krawaller durchgegriffen werden. Auch das geltende Vermummungsverbot ist endlich durchzusetzen. Die Einsatzkosten sind den Veranstaltern zu verrechnen und die Schäden den Verursachern oder bei Minderjährigen deren Eltern zu belasten! Schluss mit der Weichspüler-Mentalität! Antworten


Hans Müller

23.06.2009, 19:03 Uhr
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Was Pyros mit Ausschreitungen zu tun haben bleibt mir bis heute ein Rätsel. Antworten


Ralph Gluch

23.06.2009, 18:26 Uhr
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Auf gut Deutsch: Keine hat eine Ahnung, wie man dem Problem wirklich Herr werden will. Antworten


Ronald Lack

23.06.2009, 18:07 Uhr
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Solange wir eine Kuscheljustiz und unfähige Richter haben die vorallem kuschen anstatt mal ein hartes Urteil auszusprechen ändert sich unter den Hooligans nichts. Antworten



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