Schweiz
Startschuss für Schulharmonisierung
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Bevölkerungsmässig stünden die zehn bisher beigetretenen Kantone für mehr als 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung, sagte die Freiburger Staatsrätin und Präsidentin der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Isabelle Chassot, am Mittwoch vor den Medien in Bern. Es sind dies Schaffhausen, Glarus, Waadt, Jura, Neuenburg, Wallis, St. Gallen, Zürich, Genf und Tessin.
Für diese Kantone beginnt am kommenden 1. August eine sechsjährige Übergangsfrist zur Umsetzung von HarmoS. «Die Beitritts-Kantone haben diejenigen Inhalte des Konkordats, welche sie noch nicht erfüllen, auf Beginn des Schuljahres 2015/2016 umzusetzen», sagte Chassot. Die gleiche Frist gilt auch für Kantone, die dem Konkordat nach diesem Datum beitreten werden.
Viel Arbeit
Auf die Kantone kommt dabei sehr unterschiedlich viel Arbeit zu. Das Konkordat harmonisiere diejenigen Schulstrukturen, die bereits heute in einer Mehrheit der kantonalen Schulsysteme Anwendung finden, betonte EDK-Generalsekretär Hans Ambühl. So soll beispielsweise die obligatorische Schul- und Kindergartenzeit neu elf Jahre dauern. HarmoS nehme dabei die faktisch praktizierte Mehrheitslösung auf. In der Schweiz besuchten - obligatorisch oder freiwillig - bereits heute 86 Prozent der Kinder während zwei Jahren einen Kindergarten, sagte Ambühl.
Eine weitere Änderung betrifft den Stichtag für den Eintritt in die obligatorische Schule, der nun einheitlich auf den 31. Juli angesetzt wird. Gesuche für Ausnahmen werden weiterhin möglich sein. Auch im Bereich der Oberstufe übernimmt HarmoS eine bestehende Mehrheitslösung, so die EDK weiter. Bereits heute dauere diese in 20 Kantonen drei Jahre.
Kantone in der Pflicht
Alle Beitrittskantone müssen zudem neu gemeinsame Bildungsziele in vier Fachbereichen für das heutige zweite, sechste und neunte Schuljahr übernehmen. Sie übernehmen zudem sprachregionale Lehrpläne. HarmoS enthalte eine sehr subsidiäre Vereinbarung zur Organisation des Schultages, so die EDK weiter. Die Kantone hätten bei der Erarbeitung des Konkordats abgemacht, dass ein bedarfsgerechtes Angebot an Tagesstrukturen bestehen solle. Wie das ausgestaltet werde, werde nicht vorgegeben, betonte Ambühl.
Chassot verwies darauf, dass bei der Harmonisierung der obligatorischen Schule alle Kantone in der Pflicht seien. «Das ist ein Verfassungsauftrag», sagte sie. Die Beitrittsverfahren gehen nun weiter. «Alle Kantone sollen sich zu diesem Vertrag positionieren», so die Staatsrätin. Die EDK setzt darauf, dass möglichst viele Kantone mitmachen - und das freiwillig. Eine Intervention des Bundes - beispielsweise durch eine Allgemeinverbindlicherklärung - sei nicht der Weg, den die EDK favorisierte, hiess es.
Vom Volk abgelehnt
Nach Ablauf der HarmoS-Frist will die EDK analysieren, inwieweit die Ziele erreicht worden sind. Diese Beurteilung werde alle Kantone einbeziehen, auch diejenigen, welche das Konkordat abgelehnt haben, sagte Chassot. Diese würden sich ihrerseits zu überlegen haben, wie sie die Vorgaben in der Bundesverfassung erfüllen können. Bislang haben Luzern, Graubünden, Thurgau und Nidwalden den Beitritt in einer Volksabstimmung abgelehnt. Das Schwyzer Kantonsparlament lehnte ein Eintreten auf die Vorlage ab. (cpm/ap)
Erstellt: 13.05.2009, 12:33 Uhr





