Schweiz

Steinbrück setzt Schweiz mit Burkina Faso gleich

Aktualisiert am 05.05.2009 111 Kommentare

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück legt im Steuerstreit nach: In Brüssel nannte er heute Luxemburg, die Schweiz, Österreich und Liechtenstein in einem Atemzug mit Ouagadougou.

Nach einem Treffen der EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel, sagte Steinbrück, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Luxemburg seien zu einer Nachfolgekonferenz des Pariser OECD- Treffens eingeladen.

«Selbstverständlich werde ich sie zur Nachfolgekonferenz im Juni in Berlin einladen - Luxemburg, Liechtenstein, Schweiz, Österreich, Ouagadougou», sagte Steinbrück.

Er räumte ein, dass die vom G-20-Gipfel erstellten Listen von Steueroasen «widerspruchsbehaftet» seien. Entsprechende Kritik des Luxemburger Premiers Jean-Claude Juncker könne er nachvollziehen.

Trotz ihrer Unvollständigkeit empfinde er die Liste als richtig, sagte Steinbrück. «Wir haben uns für nichts zu entschuldigen, sondern wir pushen dieses Thema aus grosser Berechtigung.» Man dürfe nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

«Aus Ländern südlich von Deutschland»

«Ich bekomme inzwischen ganz merkwürdige anonyme Hinweise aus manchen Ländern südlich von Deutschland aus dem Bankenbereich, die mir schildern, was dort alles passiert», sagte der deutsche Finanzminister. Es gebe Hinweise, dass das Bankgeheimnis «eine Schutzbehauptung» sei, um den Status quo aus einem ökonomischen Interesse zu halten.

Steinbrück sagte, er habe nichts einzuwenden gegen den Plan von EU-Steuerkommissar Laszlo Kovacs, mit Drittstaaten Verhandlungen über Steuerbetrugsabkommen aufzunehmen, solange dabei die EU-Staaten in ihren Interessen und Kompetenzen in den Aussenbeziehungen nicht eingeschränkt seien. Die Schweiz strebt - im Gegensatz zu Brüssel - Einzelabkommen mit EU-Mitgliedsländern an.

Erst im März hatte Steinbrück heftige Kritik aus der Schweiz auf sich gezogen, nachdem er die schwarze Liste der Steueroasen mit einer Kavallerie verglichen hatte, die gegen Indianer ausrücken könne.

Prag fordert Entschuldigung

Der scheidende tschechische Finanzminister und EU-Ratsvorsitzende Miroslav Kalousek liess mit einer «persönlichen Bemerkung» zum Streit um die «graue Liste» und Steuerparadiese aufhorchen. Er forderte am Dienstag in Brüssel eine Entschuldigung gegenüber Luxemburg, Österreich und Belgien, die - wie die Schweiz - vom G-20- Gipfel auf eine «graue Liste» gesetzt wurden.

»Wir sollten uns entschuldigen bei Luxemburg, Österreich und Belgien», sagte Kalousek. Man könne nicht sagen, dass diese Länder «nicht kooperativ» oder Steuerparadiese seien. «Die Veröffentlichung auf diesen Listen war nicht fair», sagte der tschechische Minister. (bru/sam/sda)

Erstellt: 05.05.2009, 18:41 Uhr

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111 Kommentare

Dominik Kamber

05.05.2009, 16:15 Uhr
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Was kümmerts den Mond, wenn ihn die Wölfe anheulen? Wer es noch nicht bemerkt hat: Auch Peitschen-Indianer-Afrikaner-Peer ist im Wahlkampf....Ob er aber nach den Wahlen immer noch der Oberbuchhalter bleibt, sei mal dahingestellt. Ich für meinen Fall wünsche ihm schon jetzt ein frohes Pensionärsdasein. Antworten


walti graf

05.05.2009, 16:14 Uhr
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peinlich, peinlich und primitiv. dachte diese gattung ist ausgestorben...! Deutschland mach die Augen auf,..................ihr macht euch nur noch lächerlicher. Antworten



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