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Swissmedic lässt Häuser durchsuchen

Aktualisiert am 11.06.2011 7 Kommentare

Die WHO prophezeit eine wachsende Anzahl Opfer von gefälschten, giftigen Präparaten. Nun verstärkt das Heilmittelinstitut Swissmedic den Kampf gegen Arzneimittelfälscher.

Wird in Zukunft mehr Personal gegen sogenanntes Medicrime einsetzten: Siwssmedic-Sitz in Bern.

Wird in Zukunft mehr Personal gegen sogenanntes Medicrime einsetzten: Siwssmedic-Sitz in Bern.
Bild: Keystone

«Es kann sein, dass die sie Fälschungen in einem Hinterhof-Labor in Indien herstellen»: Swissmedic-Direktor Jürg Schnetzer über Arzneimittelfälscher. (Bild: Keystone )

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Im Kampf gegen gefälschte Medikamente arbeitet das Heilmittelinstitut Swissmedic mit den Polizeikorps zusammen. Swissmedic-Direktor Jürg Schnetzer unterschreibt pro Monat durchschnittlich einen bis zwei Hausdurchsuchungsbefehle.

Dies sagte Schnetzer in einem Interview mit der «NZZ». Swissmedic arbeite im Kampf gegen das sogenannte Medicrime mit eigenen Untersuchungsleitern. Eine Gebührenerhöhung soll es nun ermöglichen, mehr Personal zu beschäftigen, um beispielsweise das Internet systematisch nach Anbietern von Arzneimittelfälschungen zu durchforsten.

Internationaler Kampf gegen Fälschung

Der Bundesrat hatte am Freitag beschlossen, das Medicrime-Übereinkommen des Europarats zu unterzeichnen. Damit soll sich die Schweiz stärker an den internationalen Bemühungen im Kampf gegen Fälschungen beteiligen. Das Abkommen tritt in Kraft, sobald es mindestens fünf Staaten – darunter drei Mitgliedländer des Europarats – unterzeichnet haben.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass künftig weltweit rund 700'000 Menschen an Heilmittelfälschungen sterben werden, weil sie giftige Präparate einnehmen.

Auch Gesundheitsminister Didier Burkhalter hatte die gefälschten und geschmuggelten Arzneien Ende Mai im Ständerat als «grosses Problem» bezeichnet. Weil kaum Sanktionen drohten, sei der Handel mit gefälschten Arzneimitteln ein lukratives Geschäft.

Verbotene Stoffe

Im «NZZ»-Interview erklärt Swissmedic-Direktor Schnetzer, wie die Fälscher vorgehen: «Es kann sein, dass sie über eine Bank in Luxemburg geschäften, eine Website auf den Seychellen betreiben und die Fälschungen in einem Hinterhof-Labor in Indien herstellen.» Von dort würden die Präparate zum Beispiel nach England geschickt und an die Besteller geliefert.

Gefälschte Medikamente sind nicht zwingend wirkungslos, sie können aber giftige und verbotene Substanzen enthalten. So enthalten beispielsweise etliche gefälschte Schlankheitsmittel den verbotenen Wirkstoff Sibutramin, der zu Herz-Kreislauf-Problemen führen kann. (kpn/sda)

Erstellt: 11.06.2011, 13:52 Uhr

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7 Kommentare

Adrian Keller

11.06.2011, 14:21 Uhr
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Endlich! Was da via Spam im Internet feilgeboten wird ist erschreckend. Und ich denke, dass nicht wenige Leute darauf reinfallen, obwohl sehr oft davor gewarnt wird, im Internet zu bestellen. Das ist genauso schlimm wie der Drogenhandel, der tötet auch Menschen in Massen. Antworten


Hans Hartmann

11.06.2011, 16:42 Uhr
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Es gibt viel Spam, der wird regelmässig gelöscht. Wieviel Viagra oder Cialis habe ich schon angeboten bekommen. Mühsam. Die Provider sollten auch reinen Text in den Spamordner verschieben, wenn es Spam ist. Antworten



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