Schweiz

USA rügen Schweiz wegen Prostitution von 16- und 17-Jährigen

Aktualisiert am 28.06.2011 260 Kommentare

Washington stellt der Schweiz im Kampf gegen den Menschenhandel ein schlechtes Zeugnis aus. Vor allem gegen die Zwangsprostitution junger Frauen müsse mehr unternommen werden.

Im Bericht über modernen Sklavenhandel schneidet die Schweiz nicht gut ab: Prostituierte auf dem Sihlquai in Zürich. (Archivbild)

Im Bericht über modernen Sklavenhandel schneidet die Schweiz nicht gut ab: Prostituierte auf dem Sihlquai in Zürich. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Im schweizerischen Recht gebe es kein umfassendes Gesetz, das Prostitution bei 16- und 17-Jährigen unter Strafe stelle. Dies steht in dem gestern veröffentlichten Jahresbericht des US-Aussenministeriums über die weltweiten Bemühungen zur Beseitigung von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung.

Wegen dieser rechtlichen Lücke war die Schweiz im vergangenen Jahr in der von den USA erstellten Liste der Staaten mit mangelhafter politischer Handhabe gegen Menschenhandel zurückgestuft worden. Auch dieses Jahr fungiert die Schweiz nicht mehr im Spitzen- , sondern im Mittelfeld.

Im jüngsten Bericht hiess es weiter, dass die Schweiz zwar wichtige rechtliche Massnahmen zur Behebung des Problems ergriffen habe, jedoch noch mehr unternehmen müsse. Dem Land wurde zudem empfohlen, das Strafmass für verurteilte Menschenhändler anzuheben.

Bis zu 3000 Opfer in der Schweiz

Die Schweiz sei in erster Linie ein Zielland und weniger ein Durchgangsland für Frauen und Minderjährige, die zu Arbeit im Sexgewerbe, zu Bettelei oder Diebstahl gezwungen würden. Das US-Aussenministerium schätzt die Zahl der in der Schweiz betroffenen Personen auf 1500 bis 3000.

Justizministerin Simonetta Sommaruga hatte Anfang Juni im Ständerat angekündigt, die auch von den USA geforderte Gesetzesänderung in Kürze in die Vernehmlassung zu schicken.

Demnach sollte sich künftig in der Schweiz strafbar machen, wer gegen Bezahlung sexuelle Dienste von unter 18-Jährigen beansprucht. National- und Ständerat hatten ihrerseits eine Motion gegen Kinderprostitution überwiesen.

27 Millionen Menschen betroffen

In seinem Bericht zum Menschenhandel nannte das US-Aussenministerium gestern von den insgesamt 184 untersuchten Ländern 23, die internationale Mindeststandards nicht erfüllt hätten, zehn mehr als im Vorjahr. Und 41 Nationen wurden auf eine Kontrollliste gesetzt. Somit drohen ihnen Sanktionen, falls sie keine effektivere Methoden im Kampf gegen Menschenhandel ergreifen.

«Alle Länder können und müssen mehr tun», sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton bei der Vorstellung des Berichts. «Heute werden mehr Menschen ausgebeutet als jemals zuvor.»

Zu den in der schwarzen Liste aufgeführten Ländern gehören unter anderem Kuba, der Iran, Burma, Nordkorea und der Sudan sowie Eritrea, Kuwait, Saudiarabien und Zimbabwe. Jüngst aufgenommen wurden unter anderem Libyen, Algerien, die Zentralafrikanische Republik, Äquatorialguinea, der Libanon, Venezuela und der Jemen.

Nach Schätzungen des US-Aussenministeriums haben weltweit rund 27 Millionen Männer, Frauen und Kinder unter der Geissel des Menschenhandels zu leiden. (rub, mrs, sda)

Erstellt: 28.06.2011, 06:21 Uhr

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260 Kommentare

Aldo Rossi

28.06.2011, 00:34 Uhr
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Ist ja in Ordnung wenn man das bekämpft, aber dass sich gerade die USA als Moralapolizei hervortun muss, löst bei mir doch zumindest ein Stirnrunzeln aus. Antworten


Rolf Bachmann

28.06.2011, 06:33 Uhr
Melden 146 Empfehlung

der Blick, Tagi etc, unterstützen dies noch, da in jeder gedrucken Ausgabe auf 1-2 Seiten in 100ten Inseraten für "Jungen immer Geilen Girl" Geworben wird.... Antworten



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