Schweiz

Ueli Maurer hat keinen Plan

Aktualisiert am 07.06.2011 196 Kommentare

Auf die Frage, wie die Bevölkerung im Falle eines AKW-GAUs geschützt würde, reagiert Ueli Maurer ratlos. Auch sprachlich zeigte sich der Bundesrat heute vor dem Parlament nicht sehr sattelfest.

Ueli Maurer ist überfragt: Der Armeechef zu Besuch bei der Rettungstruppen-Rekrutenschule, 20. Mai 2010 in Wangen a. d. Aare.

Ueli Maurer ist überfragt: Der Armeechef zu Besuch bei der Rettungstruppen-Rekrutenschule, 20. Mai 2010 in Wangen a. d. Aare.
Bild: Keystone

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In der Fragestunde des Nationalrats sagte Verteidigungsminister Ueli Maurer heute, er wisse «zurzeit auch nicht», wohin die Betroffenen im Falle eines GAUs umgesiedelt würden.

Nationalrätin Franziska Teuscher (Grüne/BE) hatte von Maurer wissen wollen, wohin die Menschen im Falle eines AKW-GAUs evakuiert und wo sie dauerhaft angesiedelt würden.

Unterkunft bei Verwandten

Maurer verwies auf die gesetzlichen Grundlagen und sagte, Details wie die Zielorte bei einer Evakuierung hingen vom Verlauf des Ereignisses ab. Er gehe davon aus, dass rund zwei Drittel der Betroffenen bei Verwandten, Bekannten oder in Ferienhäusern unterkämen. Der Rest würde in Hotels, Turnhallen, Gemeindesälen und ähnlichen Einrichtungen einquartiert. Wo sie allenfalls angesiedelt würden, sei eine «politische Frage».

Teuscher hakte nach und sagte, sie spreche nicht von irgendeinem atomaren Unfall, sondern von einem GAU, bei dem innert kürzester Zeit bis zu 500'000 Menschen evakuiert werden müssten. Maurer antwortete: «Wenn es wirklich zu einem GAU kommt und Zehntausende umgesiedelt werden müssten, weiss ich zurzeit auch nicht, wohin sie gehen würden.» Das müsse er ehrlich sagen. Unmittelbaren Schutz böten Schutzräume, doch Konkretes müsse «im Ereignisfall geprüft werden».

«Fukishama» statt Fukushima

Auf eine weitere Frage von Teuscher sagte Maurer, der Fukushima kurzerhand in «Fukishama» umtaufte: Auch in der Schweiz könnten Personen zwangsrekrutiert werden, falls sich nicht genügend Freiwillige zum Aufräumen nach einem Atomunfall finden liessen. Dies sehe die Gesetzgebung so vor.

(mrs/sda)

Erstellt: 07.06.2011, 10:25 Uhr

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196 Kommentare

Christoph Jeanneret

07.06.2011, 11:04 Uhr
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Zwangsrekrutierung zum Aufräufen nach einem Atomunfall! - Das wird wohl noch ein paar Weitere zum Austritt aus der "besten Armee der Welt" bewegen! - Wer bestimmt dann, wer zwangsrekrutiert würde? Wer segnet die Todesurteile ab? - Schauen wir besser, dass es nie soweit kommt und dass wir einen geordneten Atomausstieg planen! Antworten


Alexandre Blatter

07.06.2011, 11:07 Uhr
Melden 88 Empfehlung

Welcome to the reality Mr. Bundesrat oder soviel zum Thema "Zweitbester-SVP-Bundesrat". Wenn es wirklich darum geht, die Probleme zu lösen, schweitern die Politiker aus der SVP immer wieder. Die Welt besteht halt nicht nur aus schwarzen und weissen Schafen... Antworten



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