Schweiz
Umstrittener Prediger an islamischem Grossanlass in Biel
Von Reto Wissmann. Aktualisiert am 18.01.2011 38 Kommentare
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Der Islamische Zentralrat Schweiz betreibt weiterhin offensives Selbstmarketing. Nach Demonstrationen auf dem Bundesplatz, Zeltlager am Bielersee oder Schwimmkursen für Frauen organisiert der vor der Minarett-Abstimmung gegründete Verein am 19. Februar seine erste Jahreskonferenz. Anstatt in einem Hinterzimmer statuarische Traktanden abzuarbeiten, plant der Zentralrat, im Bieler Kongresshaus den «grössten islamischen Event» auf die Beine zu stellen, «der bisher in der Schweiz stattgefunden hat». Erwartet werden 1000 Personen aus dem In- und Ausland. Eine Verbindung zum Verein, der laut Sprecher Quaasim Illi 1700 «Passivmitglieder» zählt, ist nicht Voraussetzung für eine Teilnahme. Das Budget für den Anlass beträgt gemäss Illi 50 000 bis 70 000 Franken. Das Geld stamme von «Donatoren» sowie aus Mitgliederbeiträgen.
«Leitmotiv» der Veranstaltung, die von 14 bis 22 Uhr dauern soll, ist laut Ausschreibung «die Suche nach einer islamischen Identität». Dass sich damit 1000 Besucher anlocken lassen, wird mit einem Blick auf die Referentenliste nachvollziehbar. Der Zentralrat konnte mehrere Stars der islamischen Welt verpflichten. So ist beispielsweise Mishary Alafasy angekündigt. Er ist Imam der Grossen Zentralmoschee in Kuwait und gehört zu den prominentesten Koran-Rezitatoren. Laut Organisatoren tritt er erstmals im deutschsprachigen Raum auf. Erwartet wird auch Yusuf Estes, ein ehemaliger evangelischer Missionar aus den USA, der heute als islamischer Prediger unterwegs ist. Oder die britische Journalistin Yvonne Ridley, die in Afghanistan in Gefangenschaft der Taliban geriet und später zum Islam konvertierte. Auch die Führungsriege des Zentralrats, der in Bern seinen Sitz hat, aber vor allem von Biel aus operiert, besteht hauptsächlich aus Konvertiten.
Mutter Teresa gehöre in die Hölle
Für Aufsehen sorgen dürfte auch Shefqet Krasniqi. Der Imam der Grossen Moschee von Pristina gilt als Führer der Fundamentalisten in Kosovo. Er sorgte 2009 für Schlagzeilen, als er sagte, die albanischstämmige Nonne Mutter Teresa gehöre in die Hölle, weil sie keine Muslimin sei. Laut Zentralratssprecher Illi ist Krasniqi schon öfters vor Albanern in der Schweiz aufgetreten.
Der neue Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP) wusste bisher nichts vom geplanten Grossanlass. Grundsätzlich habe er nichts gegen muslimische Veranstaltungen. «Ich will aber nicht, dass in Biel ausländische Prediger auftreten, denen es an Respekt für Andersgläubige fehlt», sagt Fehr dem «Bund». Der Zentralrat mache es dem Gemeinderat mit seinen Provokationen schwer, konstruktive Lösungen für das Zusammenleben der Glaubensgruppen in Biel zu finden. (Der Bund)
Erstellt: 18.01.2011, 07:38 Uhr
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38 Kommentare
Warum lädt die Stadt Biel die Truppe nicht einfach wieder aus. Schliesslich wurde die SVP von einer (staatlichen!) Uni auch ausgeladen, weil ihre Äusserungen nicht allen passen.... Bei einer grundrechtsfeindlichen Gruppierung sollte dies doch erst recht geboten sein. Antworten





