Schweiz
Umstrittenes Minarett-Plakat: Auch die Medienhäuser tun sich schwer
Von David Vonplon. Aktualisiert am 06.10.2009 54 Kommentare
«Eine Herabwürdigung, die wir ablehnen»: Plakat der Minarett-Verbotsinitiative.
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Das provokative Sujet der SVP zur Minarett-Verbotsinitiative stösst vielerorts auf Ablehnung. Die Stadt Basel verbietet das Plakat im öffentlichen Raum, andere Städte wie Zürich, Winterthur und Luzern zögern noch, die Plakate aus dem Stadtbild zu verbannen. Sie haben aber ein Gutachten bei der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKGR) in Auftrag gegeben.
Doch nicht nur die Städte hadern mit dem umstrittenen Minarett-Plakat. Auch die Medienhäuser tun sich schwer mit der Minarett-Kampagne. Noch hat das Pro-Komitee keine Anzeigen in der Presse in Auftrag gegeben, doch bereits verlautbaren erste Verlage, sie würden das Sujet mit den Moscheetürmen, die wie Raketen aussehen, nicht publizieren.
«Islam wird mit Gewalt gleichgesetzt»
«Das vorliegende Inserat setzt Minarette und den Islam mit Gewalt gleich», erklärt Ringier-Sprecher Stefan Hackh auf Anfrage von baz.ch/Newsnet, «dies ist eine Herabwürdigung, weshalb wir dieses Inserat ablehnen.» Die Publikation eines Inserats mit einem anderen Sujet oder ein reines Wortinserat des Initiativkomitees würde man allerdings prüfen. «Grundsätzlich bieten die Ringier-Publikationen Platz für die freie Meinungsäusserung und berücksichtigen daher verschiedene Positionen gleichberechtigt.»
Tamedia: Grosse Zeitungen gegen Druck des Minarett-Sujets
Auch in Bern hat man Mühe mit dem umstrittenen Plakat. «Ich tendiere aus ethischen Überlegungen zu einer Absage», erklärt Espace-Chef Ueli Eckstein von der Tamedia, der für die Belange des Verlags der Zeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» verantwortlich ist. Er spricht von einem «Grenzfall». Sobald man eine Inserate-Anfrage erhalte, werde man eine genaue rechtliche Prüfung einleiten.
Auch «Tages-Anzeiger» und «20 Minuten» werden die Minarett-Sujets aller Voraussicht nach ablehnen, wenn konkrete Anfragen der Minarett-Gegner eingehen, wie Christoph Zimmer, Sprecher der Tamedia erklärt, zu der auch baz.ch/Newsnet gehört. Die Entscheidung liege allerdings bei den Verlagsleitern der einzelnen Zeitungen. Und diese sei mitunter abhängig vom weiteren Verlauf der Debatte zur Minarett-Initiative. Insbesondere wolle man abwarten, wie die Stellungnahme der EKGR ausfällt.
NZZ: Noch keine Inserate-Anfrage
Nicht auf die Äste herauslassen, will sich derzeit die NZZ. «Wir haben noch keine Inserate-Anfrage zum Thema Minarette bekommen», erklärt Sprecherin Bettina Schibli. Sobald eine Anfrage eintreffe, werde man die Veröffentlichung in Absprache mit der Chefredaktion und Verlagsleitung prüfen. g (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.10.2009, 14:17 Uhr
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54 Kommentare
Die Minarette auf dem Schweizer Kreuz sollen Raketen darstellen? Das Sujet erinnert doch eher an das Display im Haus der Armee der Expo 64 in Lausanne. Da standen glänzend die 24 Patronen der Taschenmunition wohl geordnet auf der Schweizer Fahne, von schräg oben mittels Spot angestrahlt. Zum Schaudern! Das war zur Zeit des kalten Krieges. Danach sehnt sich die SVP offenbar wieder bzw. immer noch. Antworten
Es wird so oft verglichen, wie es im Iran nie möglich wäre, eine Kirche zu bauen - stimmt (noch). Es stimmt aber vorallem, dass es auch viele Islamische Länder gibt, wie Religionsfreiheit praktiziert wird. Wenn die Initiative angenommen würde, setzen wir uns selber auf die Stufe der Nichtaufgeklährten Islamischen Staaten - und nehmen uns selber dann hoffentlich als schlechtes Beispiel. Antworten
@Paul Rater: DANKE, es gibt noch Mitmenschen,von denen ich mich verstanden fühle.Es gibt überall Menschen,die in Freiheit und Gerechtigkeit leben wollen,unabhängig der Religion oder Nationalität.Mit all diesen Menschen ist es möglich differenziert über die Herausforderungen der Welt und des Alltages zu sprechen und Lösungen zu finden.Es leben die Menschen mit dieser "Nationalität"!! Antworten
Ein Plakat, auf dem Minarette ausschauen wie Minarette, wird abgelehnt oder verboten. Meine Damen und Herren, wie reagieren Sie erst darauf, wenn das erste Minarett in ihrer Nachbarschaft steht? Und sie beglückt werden, ganz nach dem Motto: "und stündlich ruft der Muezzin". Antworten
Da scheinen aber verschiedene Verlagshäuser zu vergessen, dass wir nicht in einem komunistischen Land leben. Wer hat Diese wohl so eingeschüchtert und unter Druck gesetzt, dass die Meinungsbildung dermassen verhindert werden soll. Diese Verlagshäuser täten gut daran sich weiter dem Gedanken der freien Meinungsäusserung zu verpflichten. Unsere Urururur Eltern drehen sich im Grab mehrmals um. Antworten
Zensur statt Meinungsfreiheit und freie Demokratie. Genau das wären aber die starken Säulen unserer Verfassung. Etwas schizophren mutet es schon an, wenn ein Plakat nur auf öffentlichem Grund verboten wird, auf privatem Grund aber zu sehen sein wird. Antworten
Man kann gegen die Initiative sein, aus diversen Gründen. Aber: Kann mir einer sachlich und logisch herleiten, warum das Plakat rassistisch oder hetzerisch sein soll? Bei den Mohammed Karikaturen konnte mir übrigens auch kein einziger Muslim oder Linker sachlich herleiten, was daran beleidigend hätte sein sollen. Antworten
@ René Luchsinger Sie tun so, als würde die Mehrheit der Muslime "mit Gewalt reagieren". Sie sind schön auf die Fernsehberichte reingefallen, die die Regimes gewisser arabischer Länder pflegen: Da werden 30 arbeitslose Leute herangekarrt, um vor einer westlichen Botschaft irgendwas zu verbrennen und erhalten dafür vielleicht ein Nachtessen o.ä. Meinen Sie im Ernst, Muslime seien Unmenschen? Antworten
Bei all der Diskussion um Toleranz,Islam,Einbürgerungen,Ausländeranteil,Einwanderung etc.geht eines vergessen,nähmlich die damit einhergehende Beschneidung der eigenen Identität,Kultur.Ich sehe den"Kampf gegen Minarette"nicht in erster Linie als Ausdruck einer Geringschätzung des Islams, als vielmehr den Versuch, die eigene Identität zu bewahren.Insofern ist das Plakat nicht rassistisch Antworten
dieses und andere Plakate der SVP und die jeweilige Reaktion darauf,hat nichts mit Totalitarismus zu tun,sonder mit der Tatsache,das sich ein erheblicher Teil der schweizer Bevölkerung getrieben von gekränktem Nationalstolz,notorischer Xenophopie und Minderwertigkeitskomplex,auf alles ausländische schiesst was sich bewegt.Die Gefühlslage anderer Kulturen interessiert diese schon lange nicht mehr. Antworten
Abgelehnt werden diese Inserate doch nicht aus humanitären oder gar aus Gründen der Religionstoleranz. Nein, man hat schlichtweg Angst vor Folgen wie nach dem Erscheinen der Karikaturen. Aus Angst geht man auch nicht in die no go areas verschiedener Städte Europas wo der Islam und seine Aufpasser über die korrekte Verschleierung wachen. Wir stehen am Beginn einer klaren demoskopischen Entwicklung. Antworten
Religion ist Machtpolitik . Fast alle Verbrechen haben einen religiösen Hintergrund . Das Ziel muss sein, die religiöse Entwicklungsstufe endlich zu überschreiten . Darum sollen alle religiösen Handlungen nicht noch weiter unterstützt, sondern reduziert und aus dem öffentlichen Raum verbannt werden . Antworten
Solange es Medien gibt, die das Plakat "zitieren" (also bei Meldungen abbilden) und breit und gross über die Kampagne berichten, solange haben die Initianten eines der Ziele erreicht. Wie oft haben wir das Bild jetzt schon im Tagi (online) ansehen müssen? Das kostet die Initianten keinen Franken - sie werden lachend danken. Antworten
Das Plakat zeigt, worum es bei der Minarett-Initiative geht. Eins gehört also zum andern. Wird nun das Plakat aus juristischen Überlegungen abgelehnt, entsteht eine etwas unbefriedigende Situation. Wie geht man mit der Initiative um. Es wäre schön, wenn, auch von der Presse, weniger behauptet und mehr dargelegt würde. Wo bitte findet konkret die Herabwürdigung einer Glaubensgemeinschaft statt? Antworten
Bis jetzt ist die Online-Ausgabe des TA ja nicht schüchtern, das Plakat zwecks Illustration des Artikels zu zeigen. Die Argumentation der Plakatgegner, insbesondere der Vergleich mit Raketen, erschliesst sich mir nicht. Fehlt nur noch, dass da jemand Phallussymbole erkennen will. Antworten
Das sind doch keine Raketen. Das Plakat zeigt stilisiert Minarett-Türme auf rotem Feld mit Schweizer Kreuz und eine verschleierte Person. Der Text ist eindeutig. Wenn man unbedingt will, kann man natürlich etwas anderes (Islam=Gewalt) hineininterpretieren. Dies ist aber rein politisch motiviert von der Gegnerschaft. Plakate sind plakativ. Dieses braucht weder Erklärungen noch Interpretationen. Antworten
Das Plakat muss gar nicht in Zeitungen inseriert werden, dank der "Buuh, RASSISMUS!, schlimm-nazi" Schreierei wurde es schon längst in JEDER Zeitung gezeigt, gratis und franko, die SVP dankt wie jedesmal. Ich werde je länger je mehr zum Gegner des Anti Rassismus Gesetzes, wird ja doch nur missbraucht um missliebige Meinungen zu unterdrücken, Argumente scheinen heutzutage nicht mehr "in" zu sein. Antworten
Die Problematik der Antirassismusstrafnorm(ARS) zeigt sich hier exemplarisch.Man wird den Verdacht nicht los, dass hier politische Einschätzungen dazu führen,dass andere Meinungen verboten werden.Wie anders ist es erklärbar,dass in einem Kanton die Plakate aufgehängt werden,wärend andere darin ein Verstoss gegen die ARS sehen.Die Diskrepanz der Einschätzungen scheint riesig und damit willkürlich. Antworten
Diese Plakate erinnern mich von der Ästethik her stark an die Plakate der 30erJahre, mit denen man damals die Juden verunglimpft hat. Nur dass hier in geschickter Weise auf explizite Botschaften verzichtet wird, sodass rechtlich nur schwer dagegen vorgegangen werden kann. Ich halte das Schweizer Stimmvolk jedoch für sensibel genug, sodass sich diese Kampagne als Bumerang erweisen könnte. Antworten
Umstrittene Plakate zu verbieten, ist der beste Weg, sie bekannt zu machen... Insofern ist es kein weiser Ent-schluss der Behörden einzelner Städte und Gemeinden, den Aushang des (zugegebenermassen diskutablen) Plakats zu verbieten. Jeder Marketing-Anfänger weiss, dass solche Provokationen zum "Guerilla-Marketing" ge- hören und maximale Publizität bei minimalem Aufwand bewirken. Antworten
Wer auf diesem Plakat Gewalt oder Rassismus sehen will, muss schon eine blühende Phantasie haben. Aber zensuriert nur fröhlich weiter, liebe Regierungen und Verlage ! Damit nehmt ihr das Volk schlicht nicht für voll, oder wollt ihr es gar für dumm verkaufen ? Damit arbeitet ihr ungewollt der SVP in die Hände, die dadurch einen Märtyrerstatus erhält. Zensur ist geistige Bankrotterklärung. Antworten
Über die Art des Plakates kann man streiten. Unbestreitbar ist aber die enorme Werbung welche die harschen Kritiker für das einfache Plakat machen. Genau das war ja das Ziel der provokativen Illustration die jetzt auch noch kostenlos in den Medien zirkuliert. Wenn die Argumente für eine normale Diskussion fehlen, kommen Verbote, der obligate Rassismus-Artikel und dann die Gerichte. Traurig. Antworten
In der Tat eine verzwickte Sache: Recht auf freie Meinungsäusserung vs. (subjektiv) wahrgenommene Herabwürdigung. Wiederum subjektiv empfinde ich den Entscheid von TAmedia als absolut richtig. Und wenns den sein muss, dann eine Schaltung unter ganz bestimmten Auflagen. Dies wäre meiner Meinung nach der optimale Mittelweg, evt. mit einer klaren publizistischen Haltung neben dem Inserat / Anzeige Antworten
Die Medien würden besser das Thema Islam in der Schweiz thematisieren, anstatt mit Zurückhaltung reagieren. Das Plakat ist provokativ, widerspricht aber nicht der Verfassung. Es drückt klar die Meinung eines Teils der Bevölkeriung aus. Einem Plakatverbot steht die verfassungsmässig garantierte Meinungsäusserungsfreiheit gegenüber. Wer hat in der Schweiz eigentlich das Sagen? Antworten
Die SVP ist eine Schande fuer die Schweiz.Warum koennen mehrere Religionen nicht nebeneinander leben und ihren Glauben praktizieren?In den meisten islamischen Laendern sind christliche Gotteshäuser erlaubt (Ägypten, Lebanon, Türkei). Schade dass die Schweiz wie immer so weit hintendran ist. Ich fühle mich als freidenkender, gegenüber Andersenkenden offener Schweizer langsam unwohl in diesem Land. Antworten
Wie hoch die Angst vor dem Islam ist, sieht man daran, dass gewisse Medienhäuser schon Angst vor Anschlägen haben, wenn sie diese Plakate drucken. Ihre Angst ist nicht unberechtigt. Schon im Karrikaturenstreit mit dutzenden von Toten haben wir gesehen, dass wenn man die gewalttätige Seite des Islams aufzeigt, die Muslime sofort mit Gewaltakten reagieren. Antworten
Vor 1989 wurden wir von der Hammer-und-Sichel-mit-rotem-Stern-Ideologie bedroht. Sowjetpanzer warteten nur wenige 100 km entfernt in Tarnstellungen. Wer das aber sagte, wurde als Haudegen oder Pessimist ausgegrenzt. Heute ist es die Halbmondsichel-mit-Stern-Ideologie, welche unsere Gesellschaft islamisch umkrempeln möchte. Plakatverbote sind das erste Anzeichen dafür. Antworten
Das ist auch meiner Meinung nach Linke Willkür und zeugt einmal mehr davon, dass für Linke Politiker und sogenannte bürgerliche Mitläufer Meinungsfreiheit nur gilt sofern man selbige vertritt. Die Wahrheit ist nicht gefragt. Nebst den Steuern, die uns mehr und mehr von den Linken aufdoktriniert werden, ein Grund, weshalb immer mehr Schweizer und Schweizerinnen den Kanton Basel-Stadt verlassen. Antworten
Die interessante Frage ist, warum Ringier so empfindet. Sind es die Türme? Ist es die verhüllte Gestalt? Ist es das Stopp? Nichts davon hat etwas gewalttätiges, ausser natürlich das genannte Medienunternehmen empfindet etwas davon als ebensolches... Bessere Argumentation hat Tamedia, auch wenn hier auf dem TA ja heiss diskutiert wird und dies "ansatzweise" einer Anzeige gleichkommt (siehe Bild ^^) Antworten
In vorauseilendem Gehorsam gegenüber den wachsenden muslimischen Gemeinschaft und aus purem Gutmenschentum werden das Recht der Schweizerinnen und Schweizer auf freie Meinungsäussernug beschnitten. Dieses Plakat, so plump es auch sein mag, verstösst mittnichten gegen das ARG. Was sehen wir darauf? Eine verhüllte Frau. Dies ist bereits Realität in vielen schweizer Städten. Ich werde mit JA stimmen. Antworten
Dies ist kein vergehen gegen das Rassismusgesetzt aber die Beschneidung der in der Verfassung gefesstigten RELIGIONSFREIHEIT.Unsere Volksverhetzende SVP lasst uns normal denkende Bürger ein beschämendes Gefühl geben. VERBIETET die SVP,denn die Zeiten der SCHWARZPETERPOLITIK sollte seit 45 vorbei sein.Protz Kirchen+Tempel ab oder lässt sie gewähren.Dies ist keine sachliche Abstimmung, nur eine Hatz Antworten
Nachdem die Angst in den Amtsstuben Einzug gehalten hat zittern nun auch schon die Medien. Wahrlich die Schweiz hat es sehr weit gebracht sie mutiert zum Land von Feiglingen und Kopfnickern merkt dabei aber nicht, dass sie ihre Eigenständigkeit immer mehr verliert und gar nicht mehr ernst genommen wird. Was bedeuten einem Schweizer schon die Grundwerte...eben...rein gar nichts! Antworten





Jean Lenaux
Es wird reichlich viel in das Plakat hineingelesen. Die einzige Übertreibung die ich sehe sind die vielen Minarette, womit suggeriert wird, die Schweiz würde islamisch. Das ist jedoch eine Zuspitzung, die nicht rassistisch ist. Wer die Minarettürme mit Raketen vergleicht, hat noch nie eine Rakete oder ein Foto davon gesehen. Dann sieht ein Döner aus wie eine Handgranate. Antworten