Schweiz

Unsere Grössten

Das Schweizer Fernsehen plant eine Serie von Porträts bedeutender Schweizerinnen und Schweizer. Stimmen Sie für Ihre Favoriten.

1/10 Henri Guisan (1874–1960)
Die Schweizer mögen keine Über-Figuren; das haben sie in den Genen. Umso bemerkenswerter ist es, wenn es einer schafft, dass sein Konterfei in jedes Wohnzimmer und jede Wirtschaft zu hängen kommt. Einer, dem dies (mindestens temporär) vergönnt war, ist Henri Guisan. Im August 1939 wurde der damals 65-jährige Waadtländer zum General der Schweizer Armee gewählt – einem Rang, den es in Friedenszeiten nicht gibt. In dieser Funktion wurde er zur personifizierten Widerstandsbereitschaft und Wehrhaftigkeit der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs. Er verströmte Zuversicht in einer Zeit, wo es wenig Grund dazu gab. Nach dem Krieg entstand ein regelrechter GuisanMythos; 300 000 Menschen säumten die Strasse, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Neuere Forschungserkenntnisse nehmen Guisans Heiligenschein allerdings etwas die Strahlkraft. Er stand weit rechts, sympathisierte mit dem italienischen Faschismus und plädierte im August 1940, nach dem Fall Frankreichs, für Anpassungsbemühungen gegenüber dem Dritten Reich.
Bild: Keystone

   

Wenn man den Begriff «Grosse Schweizer» googelt, heisst die erste Fundstelle «Klub für Grosse Schweizer Sennenhunde». Als nächste folgen «Grosse Schweizer Kabarettisten» und «Das grosse Schweizer Wunschkonzert». TV-Chef Ueli Haldimann versteht unter «Grossen Schweizern» natürlich etwas anderes. Der «NZZ am Sonntag» verriet er kürzlich, seine Leute planten eine Pilotsendung über grosse Schweizer. Es sei eine vornehme Aufgabe, unser Land «in seiner ganzen Vielfalt abzubilden». Wenn die Testsendung gelinge, solle daraus eine Serie von einstündigen Porträts entstehen.

Stimmen Sie ab

Welche Schweizerinnen und Schweizer hatten historisches Format? Wer war heldenhaft, genial, innovativ oder aus andern Gründen unvergesslich? Bei dieser schwierigen Wahl stehen wir unseren Kollegen vom TV mit ein paar Vorschlägen bei. Wir haben uns zusammengesetzt, diskutiert und uns auf 10 Favoriten geeinigt. Stimmen Sie in unserem Rating für Ihren Favoriten.

Das Ergebnis zeigt: Ein wichtiges Kriterium scheint das Alter zu sein. Wer nicht vor mehr als 100 Jahren geboren worden ist, war chancenlos; besser sind 200 bis 500 Jahre (wenn Heidi gelebt hätte, dann um 1880). Die frohe Botschaft: Wir hatten schon damals eine Menge interessanter Leute, darunter Wohltäter, Heissblüter, Bankrotteure und Demagogen. Die Schweiz lebte – und sie lebt weiter.

Fehlt eine Persönlichkeit, die Ihrer Meinung nach zu den Favoriten gehört? Schreiben Sie einen Kommentar. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.01.2010, 10:26 Uhr

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68 Kommentare

Karl Kalbermatten

08.01.2010, 13:24 Uhr
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Heidi und Helvetia als einzige Frauen auf der Liste... Hoffen wir, liebe Frauen, dass bis zum nächsten Rating in 50 Jahren einige von euch in der Geschichte Spuren hinterlassen haben. Antworten


Adrian Hartmann

08.01.2010, 13:17 Uhr
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Ich weiss nicht ob ich lachen oder weinen soll: keine einzige frau auf der liste? Ich weiss wieder einmal wieso ich auch ganz gut ohne das schweizer fernsehen auskomme... Antworten



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