Schweiz
VPM-Anhänger mischen mit
Von Hugo Stamm. Aktualisiert am 19.03.2010 7 Kommentare
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Der reaktionäre Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis (VPM), der sich 2002 aus taktischen Gründen aufgelöst hat, läuft seit Jahren Sturm gegen Videospiele. Die ehemaligen VPM-Mitglieder – zur Mehrheit Psychologen und Lehrer – sind überzeugt, dass die Spiele Jugendliche verrohen und ihre Gewaltbereitschaft fördern.
Heute sind die Exponenten der Psychosekte in vielen undurchsichtigen Politgruppen aktiv, vertuschen aber ihre Herkunft und ihren sektiererischen Hintergrund. Ihr Zentrum befindet sich in Sirnach TG, der Kopf der Organisation ist immer noch Annemarie Buchholz-Kaiser. Es überrascht nicht, dass sich VPM-Leute in der Vereinigung gegen mediale Gewalt engagieren. Da das Mittel den Zweck heiligt, haben sie auch keine Angst vor der unheiligen Allianz mit dem linken SP-Grossrat Roland Näf.
13 VPM-Anhänger unter den Gründungsmitgliedern
Unter den Gründungsmitgliedern der Vereinigung gegen mediale Gewalt finden sich 13 VPM-Anhänger. Die bekanntesten Exponenten sind Schulleiter Alfred Burger, der Psychologe und Lehrer Peter Büttiker, die Sonderpädagogin Eliane Gautschi, der Psychologe Rudolf Hänsel, der Zeichenlehrer Urs Knoblauch, die Mittelschullehrer Klaus und Christina Rüdiger sowie Willy H. Wahl. Die meisten gehören seit 20 und mehr Jahren zum VPM-Umfeld und tragen einen Doktortitel.
Näf erklärt, er habe erst kürzlich von Journalisten erfahren, dass sich unter den Gründungsmitgliedern seiner Vereinigung verschiedene VPM-Exponenten befinden würden. Er wisse auch heute noch nicht, wer zum VPM-Umfeld gehöre. «Es ist mir schnuppe und interessiert mich nicht», sagt der Grossrat. «Der VPM ist nicht auf meiner Linie, ich bin auch skeptisch gegenüber sektiererischen Gruppen, doch alle sind willkommen, die unsere Ideen mittragen und den Mitgliederbeitrag zahlen», betont Näf.
Links zu VPM-Organisationen
Der SP-Grossrat ist stärker mit den VPM-Leuten verbandelt, als er vermutet oder zugeben mag. Seine Homepage enthält die Links der Zeitung «Zeit-Fragen», dem Publikationsorgan der VPM-Leute, sowie der Website Seniora.org des VPM-Exponenten Willy H. Wahl, einst hoher Migros-Manager.
Ausserdem hat Näf schon vor einem halben Jahr einen Artikel zur medialen Gewalt in «Zeit-Fragen» veröffentlicht. Darin stellt er mehr oder weniger direkt einen Zusammenhang her zwischen dem Mord in Muotathal und Videospielen: Der 15-jährige Täter, der mit einem Messer seinen Stiefbruder und seine Stiefmutter ermordet hatte, habe – so Näf – viel Zeit mit grausamen Videogames verbracht. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.03.2010, 04:00 Uhr
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7 Kommentare
Computer- und Videospiele sind die logische technische Weiterentwicklung von Büchern und kämpfen gegen dieselben Vorurteile an, wie einst das Buch. Dieses Verbot ist nicht anderes als "moderne" Bücherverbrennung und Ausdruck einer ultratotalitären Gesinnung. Die schlimmsten Figuren der Menschheitsgeschichte waren immer jene, die das Volk vor angeblichen Gefahren schützen wollten. Antworten
@Alle Befürworter: Wieso ich etwas gegen ein Verbot habe? Hallo? Sie wollen mir mein Hobby verbieten! Hätten Sie nichts dagegen, wenn ich ihnen ihr wöchentliches Fussballspiel oder das sammeln von Briefmarken verbieten würde? Ich bin 24 Jahre alt und tue keiner Fliege was zu Leide. Und jetzt verbietet mir man etwas, weil 0.1% damit nicht umgehen können? Warum verbieten sie nicht das Autofahren? Antworten
Von beiden Seiten werden Studien ins Feld geführt. Eine Studie bewertet man vorab am besten wer sie in Auftrag gegeben und finanziert hat. Wenn "virtuell" dauernd geübt wird wie man Gegner (Menschen) gründlich eliminiert muss das doch auf die Grundhaltung zurückwirken. Man kann Schnelligkeit, Reaktion usw. auch trainieren indem man auf Fantasiefiguren zielt / prügelt / sie in die Luft sprengt.... Antworten
Das Problem ist, dass mit einem Verbot von solchen Spielen erwachsene Bürger bevormundet werden. Gewisse Politiker wollen ihre Moralvorstellung der Gesellschaft aufzwängen. Ein griffiger Jugendschutz ist durchaus wünschenswert, ein Verbot aber ganz sicher nicht. Es ist übrigens keine Tatsache, dass Videospilee schädigend sind. Da sind sind sie, Roland Baradun, falsch informiert Antworten
Seien wir doch froh und dankbar, dass sich engagierte Bürger gegen die mediale Gewalt einsetzen. Es ist doch eine Tatsache, dass sich Video-Spiele und Fernsehen sehr schädigend auf die Entwicklung von Kindern auswirken können. Wo ist denn das Problem? Antworten
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Josef Müller
@Roland Baradun: Diese ach so engagierten Bürger sind reaktionare Linke und autoritäsgläubige Weltverbesserer. Die ständigen Eingriffe in die Bürgerrechte und die Vorderungen nach immer mehr Gesetzen und Verordnungen werden zunehmend Lästig. Nur Bürger ohne Selbstbewusstsein, Zivilcourage,und Gemeinsinn verlagen nach neuen Schutz-Gesetzen.Nur mit Verboten kanns eine Gesellschaft auch nicht richten Antworten