Schweiz
Verärgert über Villiger: Ständerat will UBS-Kader Löhne stutzen
Das zeigt eine Umfrage der Zeitung «Sonntag». 18 Ständeräte wollen die Motion annehmen, 14 lehnen sie ab, 3 sind noch unentschlossen. Die restlichen Ständeräte wollten sich im Vorfeld nicht äussern oder waren nicht erreichbar.
Verärgert über Villigers Aussagen
Die Forderung nach einem Lohndeckel geht auf eine Motion der SVP zurück, die SP unterstützt den Vorstoss. Erstaunlich hoch ist auch die Zustimmung bei CVP-Parlamentariern. Auftrieb hat den Befürwortern einer Lohnbeschränkung bei der UBS Kaspar Villiger gegeben.
In einem Interview über die Salär-Diskussion bezeichnete er die Politiker als «Laien» und betonte: «Die Profis wissen schon, was zu tun ist.» Das hat bei den Ständeräten Unmut ausgelöst und bei der eher skeptischen Mittepartei CVP zu einem Meinungsumschwung geführt. CVP-Ständerat Theo Maissen sagt: «Ich fand es gut, dass Villiger das Präsidium bei der UBS übernommen hat. Doch jetzt hat er seinen Bonus weitgehend verspielt». CVP-Ständerat Filippo Lombardi sagt, erst Villigers «arrogante Aussage» bewege ihn dazu, einem Lohndeckel bei der UBS «eher zuzustimmen». Verärgert über Villiger ist auch SVP-Ständerat Hannes Germann: «Wenn man anschaut, was die Profis angerichtet haben, bin ich gerne Laie.»
Bund hat bezüglich Boni kein Mitbestimmungsrecht mehr
Trotz der Milliarden-Hilfe schwindet das Mitbestimmungsrecht des Bundes in der Grossbank. Während die UBS ihre Boni im letzten Jahr noch vom Bund genehmigen lassen musste, enthüllt die Zeitung «Sonntag», dass die Bank bereits 2009 wieder völlig frei sein soll mit der Lohngestaltung.
Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte einzig für 2008 den Auftrag, die variablen Löhne der UBS-Banker zu bestimmen, wie Finma-Sprecher Alain Bichsel bestätigte. «Für 2009 haben wir vom Bundesrat kein solches Mandat erhalten.» Denn: Justizministerin Evelyne Widmer-Schlumpf verzichtete beim Aushandeln des Rettungspakets im Herbst 2008 auf weitere Mitbestimmungsrechte. Sie war damit zufrieden, dass die UBS versprach, für 2009 ein neues Lohnsystem einzuführen.
Welche Boni-Zahlungen dieses ermöglicht, wird sich erst Anfang 2010 zeigen. Schon jetzt ermöglicht es aber laut der Zeitung die sofortige Erhöhung der Saläre von Investmentbankern um bis zu 50 Prozent. Auch hat die UBS ihren Direktoren bereits im Februar Boni im Wert von 900 Millionen Franken versprochen, die sie im zweiten Quartal verbucht.
Neue Boni-Milliarden entdeckt
Wie der «SonntagsBlick» heute enthüllt, hat die UBS 2006 und 2007 ihren Managern gut 1,3 Milliarden Franken mehr Boni ausbezahlt und 1,6 Milliarden Franken weniger Gewinn erzielt, als damals bekannt gegeben wurde.Das geht aus dem Kleingedruckten im revidierten Geschäftsbericht der UBS hervor.
Hauptgrund dafür ist eine nachträgliche Änderung der Rechnungslegungsvorschriften. Bis 2007 war es noch erlaubt, gesperrte Lohnbestandteile erst bei der Auszahlung als Aufwand zu verbuchen. Auf diese Weise konnte das Management den Gewinn und die davon abhängigen Boni entsprechend nach oben korrigieren. Wie die Zeitung weiter meldet, hat die 2008 erfolgte Praxisänderung für die UBS den Vorteil, dass sie die damals nicht verbuchten Lohnkosten der ohnehin stark defizitären Rechnung von 2008 belasten musste. (mbr)
Erstellt: 24.05.2009, 11:02 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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